Unfall am Nürburgring

Helmpflicht in der Boxengasse?

Formel 1 Kameramann Foto: xpb 64 Bilder

Nach dem Unfall am Nürburgring diskutiert das ganze Fahrerlager darüber, wie man das Personal in der Boxengasse besser schützen kann. Klar ist: Die Sicherheitsausrüstung der Kameramänner muss verbessert werden. Die erste Maßnahme ist wohl eine Helmpflicht.

Herumfliegende Reifen in der Boxengasse sind kein neues Phänomen. 1994 streckte ein Reifen von Michele Alboretos Minardi in Imola fünf Mechaniker von Lotus und Ferrari nieder. 2010 machte sich ein Rad am Mercedes von Nico Rosberg in Ungarn selbstständig. Am Nürburgring kam es erneut zu einem ähnlichen Zwischenfall. Dieses Mal traf es Red Bull.

Beim ersten Boxenstopp von Mark Webber wurde das Rad hinten rechts nicht richtig festgezurrt. Beim Anfahren löste sich der Gummi vom Auto und wurde zum Geschoss. "Unsere Mechaniker haben das Rad zum Glück kommen sehen und konnten ausweichen", berichtete Mercedes-Teamchef Ross Brawn. "Leider hatte der Kameramann nicht so viel Glück. Das war ziemlich übel."

Kameramänner ohne Schutzkleidung

Der Brite Paul Allen wurde seitlich getroffen und kam mit zwei gebrochenen Rippen, einer ausgekugelten Schulter und einer schweren Gehirnerschütterung ins Krankenhaus nach Koblenz. Der Mitarbeiter der offiziellen Formel 1 TV-Crew hatte keine Schutzkleidung getragen, was nach dem Rennen zu vielen Diskussionen führte.

"Sie sind so nah dran am Geschehen, um uns die tollen Bilder zu lieferen", erklärte Red Bull-Teamchef Christian Horner. "Dieser Unfall erinnert uns daran, dass die Boxengasse ein gefährlicher Ort ist. Vielleicht sollte man über eine Helmpflicht nachdenken." Unfallverursacher Red Bull bekam von den Kommissaren übrigens eine Geldstrafe. 30.000 Euro beträgt die Buße für das unsichere Losschicken von Webber.

Helmpflicht für TV-Crew?

Auch Ross Brawn sprach sich für eine Erhöhung der Sicherheitsstandards aus. "Bei dem, was wir heute gesehen haben, ist das sicher sinnvoll, dass jeder einen Helm anzieht. Wir sollten das ganze noch einmal genauer untersuchen"

Der ehemalige Tourenwagen-Pilot Emanuelle Pirro war am Nürburgring als Fahrer-Stewart im Einsatz der FIA. Auch der Italiener sprach sich für Maßnahmen aus. "Es wäre gut, wenn in Zukunft wenigstens Fahrradhelme getragen werden. Wenn man getroffen wird, bewusstlos wird und mit dem ungeschützten Kopf auf den Asphalt knallt, kann das schlimm ausgehen."

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