Unfall von Sergio Perez

Was brach am Force India zuerst?

Sergio Perez - Force India - GP Ungarn 2015 Foto: xpb 107 Bilder

Die Force India-Piloten schauten im zweiten Training zum GP Ungarn zu. Das Auto von Sergio Perez war bei einem Überschlag so stark beschädigt worden, dass es nicht mehr rechtzeitig repariert werden konnte. Aber auch Nico Hülkenberg setzte aus. Wir erklären, warum.

Es passierte in der 15. Runde. Plötzlich lag der Force India von Sergio Perez auf dem Dach. Nach einer bangen Minute Warten kletterte der Mexikaner unverletzt aus seinem stark beschädigten Auto. "Das Problem ging schon in Kurve 10 los. Ich bin dann ausgangs der Kurve 11 über den Randstein auf den Kunstrasen gekommen. Alles war unter Kontrolle. Plötzlich brach das Auto aus. Irgendetwas ist gebrochen. Der Überschlag ist erst später passiert. Das Auto hat in einer Mulde am Randstein eingehakt. Und dann drehte sich schon alles."

Zwei Stunden später kamen Technikchef Andy Green, Sportdirektor Otmar Szafnauer und Chefingenieur Tom McCullough mit ernsten Gesichtern aus der Garage. Green hatte wieder und wieder die im Verdacht stehende Aufhängung inspiziert. Und war immer noch nicht schlauer. "Das Problem ist der hohe Grad an Zerstörung. Wir tun uns schwer festzustellen, was zuerst kaputtgegangen ist."

Querlenker als Unfall-Ursache?

Radträger und Spurstange waren es nicht. "Die Teile sind noch intakt", verrät Green. Er hat einen Verdacht. "Die rückwärts gerichtete Kamera am Auto zeigt, wie plötzlich das Rad wegkippt. Deshalb vermuten wir einen Querlenker. Die Frage ist jetzt welcher und warum."

Es gibt zwei Theorien. Entweder ist die Fahrwerkskomponente auf dem Radstein gebrochen, oder sie hatte schon einen Vorschaden aus Silverstone. "Das prüfen wir gerade", verriet Green 15 Minuten vor Trainingsbeginn. Damit musste auch Nico Hülkenberg pausieren.

Sergio Perez hätte sowieso ausgesetzt. Sein Auto war so stark beschädigt, dass der Aufbau Stunden dauert. Die Ingenieure wollten auf Nummer sicher gehen. "Wir haben als Vorsichtsmaßnahme entschieden, erst die Unfallursache zu untersuchen, bevor wir wieder fahren."

Force India mit ausreichend Ersatzteilen

Einziger Trost: Perez wird am Samstag mit der vollen B-Version des VJM08 das Training aufnehmen. "Wir haben zum Glück von allen neuen Teilen Ersatz dabei", berichtet Green. Beruhigend auch, dass der runderneuerte Force India auch am Hungaroring funktioniert. "Sergio war trotz des Unfalls Achter, und Nico wollte gerade mit frischen Reifen raus, als der Unfall passierte. Bis dahin waren beide Fahrer gut unterwegs", atmete Szafnauer auf.

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