Unlösbares Grosjean-Problem

„Wir suchen keine Gespenster“

Romain Grosjean - Haas F1 - GP Russland 2017 64 Bilder

Romain Grosjean erlebt in Sotschi ein Wochenende zum vergessen. Der Franzose beklagt sich über das inkonstante Fahrverhalten seines Autos. Das Team ist allerdings nicht überzeugt, dass die Technik Schuld ist.

So etwas hat Romain Grosjean lange nicht erlebt. Im Qualifying lag der Franzose auf dem letzten Platz. Nur die Motorenstrafe für Stoffel Vandoorne verhindert, dass der Haas-Pilot am Sonntag mit der roten Laterne ins Rennen geht. Doch das konnte die Laune des Routiniers auch nicht heben.

„Ich beklage mich schon seit gestern über das Auto. Irgendwas passt nicht. Es fühlt sich einfach nicht normal an. Das war heute im Qualifying das gleiche. Wir konnten das Problem einfach nicht finden. Die Leistung ist einfach sehr schlecht. Auch ohne die gelben Flaggen auf meiner schnellsten Quali-Runde, wäre ich heute wohl nicht ins Q2 gekommen“, schimpfte Grosjean.

Bei Haas hat man das komplette Auto gecheckt und die Daten analysiert. Doch eine Lösung fand man nicht. Der Pilot ist überzeugt, dass irgendwo der Wurm in der Technik steckt. „Kevin und ich fahren das gleiche Setup. Er kommt in die zweite Quali-Runde. Ich starte von Platz 19“, schüttelte Grosjean mit dem Kopf.

Grosjean verlangt nach Lösungen

Dass es nur an der ungewöhnlichen Strecke liegt, glaubt der Fahrer nicht. „Wenn es mal schlecht läuft, dann können schon mal 3 bis 4 Zehntel zwischen zwei Teamkollegen liegen. Aber hier waren es viel mehr.“ Auch für das Rennen erwartet Grosjean keine Besserung. „Auf dem Longrun ist die Pace sogar noch schlechter als auf einer schnellen Runde. Ich war 2 Sekunden langsamer als Kevin.“

Ansätze zur Problemlösung gibt es keine. Grosjean kann nur die Symptome beschreiben. „In einer Runde habe ich Übersteuern. Dann attackiere ich die gleiche Kurve in der nächsten Runde und plötzlich blockieren die Vorderräder. Alles am Auto ist gleich. Nur manchmal geht es geradeaus und manchmal seitwärts.“

Grosjean fordert sein Team auf, alle Hebel in Bewegung zu setzen. Wenn es nötig ist, Teile oder das Setup zu wechseln, schließt der Pilot auch einen Start aus der Boxengasse nicht aus. Wir schauen uns alle Möglichkeiten an. Ich hoffe, dass wir über Nacht etwas finden. Sonst wird es morgen schmerzhaft.“

Grosjean-Probleme mit den Reifen?

Teamchef Guenther Steiner kann die Klagen seines Angestellten nicht nachvollziehen. Er glaubt nicht an ein technisches Problem. „Ich denke, dass es vor allem daran liegt, die Reifen ins richtige Fenster zu bringen. Die Temperatur ist hier der wichtigste Punkt. Das kann große Auswirkungen haben“, erklärt der Südtiroler.

Wenn ein Pilot das Gefühl hat, dass irgendwo der Wurm drin ist, hilft manchmal ein Chassis-Wechsel oder andere Änderungen der Technik – wenn auch nur für die Psyche. Doch Steiner schloss derartige Maßnahmen aus. „Wir suchen keine Gespenster.“

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