USF1-Präsentation

Team Amerika ist startbereit

Foto: USF1

Update ++ Mit einer Mischung aus Optimismus und Patriotismus haben Teamchef Ken Anderson und der sportliche Leiter Peter Windsor am Dienstag (25.2.) in Charlotte das neue Team USF1 präsentiert.

Kleine Talkrunde, statt großer Glitzer-Show: In einer 30-minütigen Fragerunde in den Studios des Fernsehsenders "Speedtv" stellten die beiden "Macher" Ziele und Zukunftspläne vor und machten dabei vor allem eines klar: USF1 ist "Made in Amerika" pur.

"Ich als Brite bin die einzige Ausnahme", betonte Windsor schmunzelnd. "Das Auto wird hier gebaut, das Team ist in Charlotte zu Hause. Deshalb war klar, dass wir auch auf amerikanische Fahrer setzen", meinte er. Noch ist jedoch unklar, wer zum Einstieg zur Saison 2010 in den Cockpits von USF1 sitzen wird.

Nur ein US-Pilot?

Schon vor der offiziellen Vorstellung hatte sich Windsor eine überraschende Kehrtwende beim Thema Personal vollzogen. Danach könnte der ursprüngliche Plan, mit zwei amerikanischen Piloten an den Start zu gehen, für die ersten Saison abgeändert werden: "Es könnte sein, dass wir einen erfahrenen Fahrer für das Debüt-Jahr verpflichten, der nicht aus den USA kommt."

Auch mit Indycar-Pilotin Danica Patrick sei noch nicht verhandelt worden. Allerdings machte Windsor deutlich: "Sie ist definitiv auf der Liste. Sie ist eine Person, die wir uns anschauen." Allzuviel Hoffnung sollte sich Patrick aber noch nicht machen. Die Liste der Kandidaten scheint lang zu sein. "Wir schauen uns eigentlich alle Fahrer an."

Ein weiterer möglicher Kandidat ist  Marco Andretti, dessen Großvater Mario Andretti 1978 Formel 1-Weltmeister wurde. "Es würde mich glücklich und sicherlich auch um einige Jahre jünger machen, wenn Marco für USF1 fahren würde", betonte Andretti, der sich "begeistert und gespannt" von dem Projekt zeigte. "Das sind die besten Nachrichten, auf die die Formel-1-Fans in Amerika und ich hoffen konnten."

Haug äußert sich skeptisch

Eher zurückhaltend reagierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Grundsätzlich ist es eine gute Nachricht, dass sich in Amerika ein Team für die Formel 1 formieren will. Ich kenne keine Details und hoffe, dass Hintergrund und Basisausstattung den hohen Anforderungen der Formel 1 genügen", meinte er.

Laut Anderson wird das Team zwischen 100 und 120 Angestellte haben. Das Budget beträgt knapp 50 Millionen Euro. "Die Finanzierung steht und wir haben das Geld», stellte Windsor klar und betonte, dass die gegenwärtige Rezession seinem Rennstall entgegenkomme. "Wenn es einen Boom gäbe und das Geld nur so vom Himmel fallen würde, wäre es für Leute wie Ken und mich sicherlich schwer und man würde uns belächeln. Aber durch die Krise nimmt man uns ernst, denn die fetten Jahre mit den großen Budgets sind vorbei."

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