Valencia

Der sechste spanische Formel 1-Kurs

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In den letzten 18 Jahren kamen 15 neue Rennstrecken in den Formel 1-Kalender. Zum Teil waren es altbekannte Standorte mit neuem Streckenlayout, wie zum Beispiel Kyalami, Hockenheim, der A1-Ring oder Indianapolis. Eines haben die Premierenrennen gemeinsam: Einen echten Überraschungssieger gab es nie.

In sieben der 15 Fälle wurde der Sieger später auch Weltmeister. Vier Mal gewann Michael Schumacher auf einer neuen Strecke, drei Mal Nigel Mansell.

Am kommenden Wochenende steht wieder eine Premiere auf dem Programm. Der GP Europa findet auf dem Valencia Street Circuit statt, einer Mischung aus Stadt- und Straßenkurs im Hafengelände der drittgrößten spanischen Stadt. Der 5,440 Kilometer lange Kurs ist bereits der sechste Austragungsort eines Grand Prix in Spanien. Seit 1950 wurde zwei Mal in Pedralbes, neun Mal in Jarama, vier Mal in Montjuich, fünf Mal in Jerez und 18 Mal auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona gefahren. Zum ersten Mal überhaupt finden zwei Grand Prix in einer Saison in der Heimat von Fernando Alonso statt.

Simulation besser als Extra-Training

Für die Teams ist der Kurs mit seinen 24 Kurven nur bedingt Neuland. Sie sind vor ihrer Ankunft bereits Tausende von virtuellen Runden gefahren. Früher gab es auf neuen Rennstrecken ein Extra-Training am Donnerstag vor dem Rennwochenende, doch das ist Geschichte. Bernie Ecclestone hätte den Teams eine zusätzliche Fahrgelegenheit sogar angeboten, doch die lehnten ab. Die Simulationen sind heute so gut, dass die Basisabstimmung und die Übersetzung des Getriebes am Wochenende kaum noch verändert werden müssen.

"Das einzige Fragezeichen ist das Gripniveau des Asphalts", erklärt BMW-Teammanager Beat Zehnder. Auf dem brandneuen Kurs von Valencia hat man es mit zwei Sorten Belag zu tun. Einer frisch aufgetragenen Asphaltdecke auf den permanenten Abschnitten der Strecke. Und einer bereits etwas abgeschliffenen Oberfläche auf den Sektionen, die auch vom öffentlichen Verkehr genutzt werden. Also der Passage zwischen Start und Ziel und Kurve zwei und der schnelle Teil vor der Zielkurve.

Von der Charakteristik ähnelt der Kurs Montreal. An vier Stellen wird ein Tempo von über 300 km/h erreicht. An drei Stellen müssen die Autos um mehr als 150 km/h verzögert werden. Das bedeutet Schwerstarbeit für die Bremsen. Im Gegensatz zu Montreal gibt es auch schnelle Kurven. Deshalb erwarten die Ingenieure etwas mehr Abtrieb als auf dem kanadischen Kurs. Der Rechtsbogen nach Start und Ziel verträgt fast 290 km/h - vergleichbar mit Copse Corner in Silverstone.

Fahrer haben gute Überlebenschancen

Trotz der hohen Geschwindigkeiten ist der Kurs ein Vorbild an Sicherheit. Dort, wo die Autos über 300 km/h erreichen, stehen große Sturzräume zur Verfügung. An den Stellen, an denen Platz Mangelware ist, kommen die sogenannten Tecpro-Barrieren zum Einsatz. Eine von der FIA unterstützte Entwicklung, die einen Frontalaufprall von 200 km/h auf nur vier Metern so abfedert, dass der Fahrer gute Überlebenschancen hat.

Für die Strategen ist Valencia business as usual. Ein Boxenstopp kostet zwischen 23 und 24 Sekunden. Das liegt im Mittel der 18 Rennstrecken. Kritisch ist die Boxenausfahrt. Sie ist ein langer enger Rechtsbogen innerhalb der Startkurve. Da das Tempolimit früh aufgehoben wird, müssen sich die Fahrer mit Highspeed durch einen fünf Meter engen Kanal mit Mauern links und rechts zwängen.

Es gewinnen die Fahrer, die ein großes Herz haben

Beat Zehnder war bereits vor drei Wochen beim Eröffnungsrennen (GT-Serie) des Valencia Street Circuit vor Ort. Sein Eindruck: "Ein unglaublich anspruchsvoller Kurs. Hier gewinnen die Fahrer, die ein großes Herz haben."

Sieger auf neuen GP-Strecken (ab 1990)

 

JahrStreckeFahrerTeam
1990 Interlagos Alain Prost Ferrari
1991 Magny-Cours Nigel Mansell Williams-Renault
1991 Barcelona Nigel Mansell Williams-Renault
1992 Kyalami Nigel Mansell Williams-Renault
1993 Donington Ayrton Senna McLaren-Ford
1994 Aida Michael Schumacher Benetton-Ford
1996 Melbourne Damon Hill Williams-Renault
1997 A1-Ring Jacques Villeneuve Williams-Renault
1999 Sepang Eddie Irvine Ferrari
2000 Indianapolis Michael Schumacher Ferrari
2002 Hockenheim Michael Schumacher Ferrari
2004 Sakhir Michael Schumacher Ferrari
2004 Shanghai Rubens Barrichello Ferrari
2005 Istanbul Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes
2007 Fuji Lewis Hamilton McLaren-Mercedes
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