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Verhandlung

Hamilton kämpft gegen Spa-Urteil

Lewis Hamilton kämpft am Montag (22.9.) in Paris gegen das "Unrecht von Spa". Sein Team rechnet fest mit einem Erfolg. "Die Fakten sprechen klar für Lewis", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug vor der FIA-Berufungsverhandlung.

Die Juristen müssen entscheiden, ob der britische Formel-1-Pilot vor zwei Wochen beim Großen Preis von Belgien zurecht von Platz eins auf Rang drei strafversetzt wurde. "Ich fühle mich nicht schuldig", betonte der WM-Spitzenreiter, der sechs Tage vor dem Nachtrennen in Singapur wohl selbst nach Paris reisen wird.

Für den McLaren-Mercedes-Fahrer, der in Spa für eine strittige Attacke gegen Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen bestraft wurde, geht es vier Rennen vor Ende der Saison um viel. Erhält der 23-Jährige den Sieg zurück, wächst sein Punktekonto um vier Zähler auf 82. Verfolger Felipe Massa, der als ursprünglicher Zweiter in Spa nach Hamiltons Bestrafung den Sieg "erbte", würde hingegen zwei Punkte verlieren. Mit dann 75 Zählern hätte der brasilianische Ferrari-Mann statt einen Punkt plötzlich sieben Punkte Rückstand auf den WM-Führenden.

"Ich hoffe, dass die FIA die Möglichkeit der Berufungsverhandlung nutzt, denn man kann sich mal täuschen", sagte Haug. Hamilton indes ist auch für eine Enttäuschung gerüstet: "Wie auch immer das Ergebnis in Paris sein wird, für mich geht es weiter. Ich konzentriere mich darauf, in den nächsten Rennen mehr Punkte zu holen und zu beweisen, dass mich nichts umwerfen kann."

Strittiges Überholmanöver gegen Räikkönen

Die Rennkommissare hatten Hamilton vorgeworfen, durch das Abkürzen einer Schikane kurz vor Ende des Rennens in Spa einen Vorteil gegen den führenden Räikkönen erworben zu haben. Daher wurde der Brite zwei Stunden nach der Zieldurchfahrt mit einer 25-Sekunden-Zeitstrafe belegt und rutschte hinter Massa und BMW-Sauber-Fahrer Nick Heidfeld auf Rang drei.

Die Silbernen hingegen argumentieren, Hamilton sei kurz vom Gas gegangen und habe Räikkönen wieder vorbeiziehen lassen, ehe er den Finnen erneut überholte. Zudem hatte Renndirektor Charlie Whiting dem Team auf Nachfrage während des Grand Prix zweimal bestätigt, das Manöver sei "okay" gewesen. "Ich fühle mich, als hätte ich das Rennen gewonnen", sagte Hamilton.

Regeländerung nach Kritik

Auch einige Formel-1-Experten wie Ex-Weltmeister Niki Lauda kritisierten die Strafe scharf. "Das Urteil ist das Perverseste, was ich je gehört habe", schimpfte Lauda. Tausende Hamilton-Fans witterten eine Verschwörung zugunsten des Titel-Rivalen Ferrari und forderten in einer Internet-Petition die Aufhebung der Strafe. "Völliger Unsinn", sagte FIA-Präsident Max Mosley. Dagegen zeigten mehrere Fahrer-Kollegen des Vize-Weltmeisters ausdrücklich Verständnis für die Entscheidung der Rennkommissare.

Beim Italien-Grand-Prix in Monza vor einer Woche präzisierten die Regelhüter die Vorschriften für das Überholen nach dem Abkürzen einer Schikane. Mindestens eine weitere Kurve soll künftig jeder Pilot abwarten, ehe er seinen Konkurrenten nach einem solchen Manöver erneut attackiert.

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