Versöhnliche Töne bei McLaren

Foto: McLaren 71 Bilder

Trotz der großen Rivalität gehen Lewis Hamilton und Fernando Alonso am kommenden Wochenende ganz entspannt in das nächste Rennen am Nürburgring.

"Es wäre kein Problem für mich, wenn Lewis Weltmeister würde", versicherte der zweifache Champion, dass er im Fall einer Niederlage keinerlei Neidgefühle empfinden würde. "Dann probiere ich es halt nächstes Jahr wieder." Der sensationell die WM anführende britische Senkrechtstarter sagte am Donnerstag: "Ich habe ein gutes Verhältnis zu Fernando. Der Titelgewinn ist mein Traum. Aber wenn es nicht klappt, bringe ich mich nicht um. Ich bin erst 22."

Angeordneter Waffenstillstand

Britische Medien hatten bereits vom "Bruderkrieg" berichtet, nachdem sich die beiden Teamkollegen mehrfach verbal an den Karren gefahren waren. Offensichtlich bremsen sich die beiden Hochgeschwindigkeits-Protagonisten auf Druck der McLaren-Mercedes-Verantwortlichen nun ein, um sich voll auf das enge Titelrennen zu konzentrieren und nicht zu riskieren, sich durch ständige Sticheleien selbst aus der WM-Spur zu bringen.

"Wir haben zwei Lieblingsfahrer", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Bei dem, der am Ende eines Rennens vorne ist, kommt mehr Freude auf." Es sei "toll, dass sich Lewis so prima entwickelt" habe. Aber es sei "auch klar, dass Fernando als amtierender Weltmeister der Maßstab ist, den es zu schlagen gilt". Vor dem zehnten Saisonlauf am Sonntag (22.7.) ist dies Hamilton (70 Punkte) schon ganz gut gelungen. Zwar weist der Jungspund wie der Titelverteidiger zwei Siege auf, hat aber dank seiner permanenten Podiumsplatzierungen bereits zwölf Punkte mehr als der Spanier Alonso (58).

Hamilton geht nicht mehr volles Risiko

Angesichts der stark aufkommenden Ferrari-Rivalen nach den beiden jüngsten Grand-Prix-Siegen des Finnen Kimi Räikkönen in Magny-Cours und Silverstone wollen Hamilton und Alonso beim Mercedes-Heimrennen wieder zurückschlagen. "Ich hoffe auf die erste Startreihe, um voll auf Sieg fahren zu können", sagte Hamilton. Andererseits kündigte er an, die WM-Führung mit einer Mischung aus Angriff und Verteidigung behaupten zu wollen: "Ich will natürlich gewinnen, aber ich gehe nicht mehr so ein Risiko wie beim Auftakt ein. Punkte sind das Wichtigste." Der Formel-1-Frischling versicherte, ziemlich entspannt in die zweite Saisonhalbzeit zu gehen: "Vor dem ersten Grand Prix hatte ich mehr Druck als jetzt." Er sei es gewohnt, Meisterschaften anzuführen.

Alonso muss sich dagegen erst an seine neue Rolle als Verfolger gewöhnen. "Es macht keinen großen Unterschied, ob man der Gejagte oder der Jäger ist", sagte er und maß dem keine übermäßige Bedeutung bei. Seine beiden Titel seien Vergangenheit. Wenn er zum dritten Mal Weltmeister werden wolle, müsse er einfach Rennen gewinnen. "Im WM- Kampf ist es nie leicht: das war vor zwei Jahren gegen Kimi so und im Vorjahr gegen Michael Schumacher", sagte er. Mit einem Sieg (2005) und einem zweiten Platz nach Pole-Position (2006) hat der Spanier bewiesen, dass ihm der 5,148 Kilometer lange Eifelkurs liegt. "Ich bin recht zuversichtlich, da ich in dieser Saison immer schnell war, abgesehen von Bahrain, wo ich ohne Fehler nur Fünfter wurde."

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