Max Verstappen - Red Bull - GP USA 2021 - Austin xpb
Max Verstappen - Red Bull - GP USA 2021 - Austin - Rennen
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Verstappens Austin-Sieg dank Risiko-Taktik

Verstappen rettet den Austin-Sieg Risiko-Taktik zahlt sich für Red Bull aus

Dieser Sieg schmeckt Red Bull besonders gut. Auf einer Hamilton-Strecke feierte Max Verstappen seinen achten Saisonsieg. Es war der Lohn für hohes Risiko mit der Taktik, und gutes Reifenmanagement des Piloten. Mit dem Erfolg baute der Niederländer die WM-Führung auf 12 Punkte aus.

Der Grand Prix der USA spitzte sich am Ende zu. Da trafen Max Verstappen und Lewis Hamilton wieder aufeinander, nachdem die unterschiedlichen Strategien sie in der zehnten Runde voneinander getrennt hatte. Red Bull fuhr ein aggressives Zweistopp-Rennen mit frühen Boxenstopps, während Mercedes sein Heil in längeren Stints suchte.

Nicht nur die Strategien waren verschieden, sondern auch die Geschwindigkeiten der beiden Autos auf den jeweiligen Reifen. Der Red Bull ging besser mit der Medium-Mischung um. Der Mercedes hatte seine Vorteile mit der harten Besohlung. So führte das Drehbuch Hamilton in den letzten Runden wieder heran an Verstappen. Der Niederländer quälte sich auf ausgelutschten Reifen, während sein Verfolger mit mehr Saft heranbrauste.

Verstappen rettete den achten Saisonsieg mit kühlem Kopf und starkem Nervenkostüm um 1,333 Sekunden über den Zielstrich und atmete durch. "Die letzten Runden waren schwer und spaßig zugleich. Ich musste gut genug im ersten Sektor und zu Beginn des zweiten Abschnitts sein, um Lewis nicht ins DRS zu lassen." Es gelang ihm. Teamchef Christian Horner jubelte. "Das ist ein großer Sieg für uns. Diese Strecke gehörte seit der Hybrid-Ära Lewis und Mercedes."

Max Verstappen - Red Bull - GP USA 2021 - Austin
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Am Start setzte sich Hamilton gegen seinen jungen Widersacher durch.

Start geht an Hamilton

Mit einem verkorksten Start machte sich Verstappen das Leben schwer, als es nötig gewesen wäre. "Wenn wir nach der ersten Kurve vorne geblieben wären, wäre es leichter geworden", urteilt Sportchef Helmut Marko. Der WM-Führende verlor den 240 Meter langen Sprint in die erste Kurve, obwohl er Hamilton bis an den innersten Streckenrand abdrängte. "Der Kupplungsdruckpunkt war nicht optimal. Das war nicht seine Schuld, sondern die der Technik", entschuldigte Marko. Damit war Verstappen den Vorteil los, in freier Luft zu fahren und sich die Reifen einzuteilen.

Auf den Mediumreifen war er zwar schneller und hielt sich in Hamiltons Windschatten, konnte ihn aber nicht überholen. "Max hat gesehen, wie Lewis vor ihm herumgerutscht ist. Die Gefahr bestand, dass er sich die Reifen beim Hinterherfahren selbst ruiniert. Wir wollten ihn deshalb aus den Turbulenzen bringen", führte der Teamchef aus. Red Bull ging ins Risiko und holte seinen Star bereits in der zehnten Runde zum ersten Reifenwechsel. Der Undercut musste funktionieren, weil Verstappen zu diesem Zeitpunkt nur 0,9 Sekunden hinter Hamilton lag.

Ob die Taktik aufgehen würde, konnte keiner vorhersagen. "Wir haben das ganze Rennen gezittert", beichtete Marko. Mercedes reagierte drei Runden später. Red Bull nutzte seinen zweiten Fahrer, um Hamilton in die Boxenstraße zu ziehen. Sergio Perez bog in Runde 12 kurz vor dem Titelverteidiger ab. Da war der Mexikaner zwar über fünf Sekunden hinter dem Mercedes. Doch der Undercut war wegen des großen Reifendeltas in Austin eine sehr wirkungsvolle Waffe. Mercedes musste verhindern, auch hinter den zweiten Red Bull zu fallen.

Gefahr eines Undercuts zur Rennmitte

Nach dem Boxenstopp hatte Verstappen seinen Rivalen um über sechs Sekunden abgeschüttelt. Es war kein Ruhepolster, da plötzlich Hamilton die Oberhand in diesem Duell errang. Auf den harten verkleinerte er die Lücke auf 3,2 Sekunden. Red Bull sah sich genötigt, Verstappen bereits in der 29. Runde ein zweites Mal mit neuen harten Reifen zu bestücken. "Wir sind in die Gefahr eines Undercuts gelaufen. Das hat uns den Boxenstopp diktiert", erklärt Marko.

Red Bull wollte die Führungsposition unbedingt halten, um sich die Reifen besser einteilen zu können. "Uns war klar, dass wir mit den früheren Stopps am Ende bezahlen könnten", sagt Horner. Man wollte sich jedenfalls nicht austricksen lassen. Wenigstens sollte der Erzrivale gezwungen werden, auf der Rennstrecke zu überholen. Dafür musste man in Austin schon über eine Sekunde schneller sein, um eine 50-Prozent-Chance zu haben.

Mercedes schaffte beim zweiten Mal ein Offset von acht Runden, weil Perez strategisch nicht mehr eingreifen konnte. Der Mexikaner plagte sich ohne Trinkwasser mit körperlichen Problemen über die Distanz. Nach seinem zweiten Reifentausch hatte Hamilton noch 19 Runden, um einen Rückstand von 8,8 Sekunden wettzumachen, und Verstappen den Sieg zu entreißen.

Max Verstappen - Red Bull - GP USA 2021 - Austin
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Verstappen musste in den Schlussrunden cool bleiben. Hamilton stürmte heran.

Angst vor Überrundungen

Es sollte nichts daraus werden. Verstappen wusste, dass sein WM-Gegner aufschließen würde. Er hatte aus dem vorherigen Stint auf den harten Reifen gelernt. Der 24-Jährige teilte sich die Pirellis besser ein. "Ich habe versucht, Konstanz reinzubringen. Es war ein Balance-Akt, den richtigen Grip zu finden, und dabei die Reifen nicht zu stark ranzunehmen." In Runde 49 war der Vorsprung unter zwei Sekunden geschmolzen. Doch es ist eine Sache, ranzufahren, die andere auch wirklich attackieren zu können. Stichwort: turbulente Luft.

Die Zitterpartie setzte sich bis zum Ende fort, weil die Überrundeten dem Führenden das Leben erschwerten. "Max steckte erst hinter Yuki Tsunoda fest, dann hinter Mick Schumacher. Das hat ihn ziemlich gekostet", sagt Horner. Verstappen schildert: "Ich hatte Mick im hinteren Teil der Strecke vor mir. Das war mit den harten Reifen wirklich nicht einfach. Im dritten Sektor schießen da schnell die Temperaturen durch die Decke. Wenigstens hatte ich noch DRS auf der Zielgerade." Das brachte ein paar der Verluste zurück.

Der Sieg bringt Verstappen in der Weltmeisterschaft nun 12 Punkte vor Hamilton. Und Red Bull frohlockt, angesichts der kommenden Rennstrecken in Mexiko und Sao Paulo. In der Höhe will man die Vorteile des großen Honda-Turboladers ausspielen. "Mexiko ist die Strecke, die uns von allen am meisten entgegenkommt. Wir hatten schon lange keinen Doppelsieg mehr", gibt Marko das Ziel vor. "Ich habe immer gesagt, dass wir dieses Jahr 10 Rennen gewinnen müssen, um den Titel zu holen. Es fehlen also noch zwei. Wenn uns das in Mexiko und Brasilien gelingt, können wir uns vielleicht im Nahen Osten etwas zurücklehnen."

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