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Verstappen in der Bande

150-PS-Schub sorgt für Crash

Max Verstappen - GP Bahrain 2018 Foto: sutton-images.com 61 Bilder

Red Bull konnte in Bahrain mit einem guten Speed überraschen. Im Qualifying blieb trotzdem keine Chance gegen die rot-silberne Konkurrenz. Für besonderen Ärger sorgte der Crash von Max Verstappen.

07.04.2018 Tobias Grüner

Red Bull war mit einem guten Gefühl in das Bahrain-Qualifying gegangen. Die Longruns im zweiten Training gaben den Piloten Zuversicht, mit Ferrari und Mercedes um den Sieg kämpfen zu können. Beim Kampf um die besten Startplätze wollte man trotz fehlendem Quali-Modus näher dran sein als sonst.

Das gelang am Ende auch. Daniel Ricciardo fehlten auf der Power-Strecke in der Wüste „nur“ viereinhalb Zehntel auf die Bestzeit. „Ich hab im Mittelsektor einen kleinen Fehler gemacht. Ohne den wäre es noch ein Zehntel schneller gegangen. Aber weil ich damit keine Position gewonnen hätte, kann ich mit der Leistung gut leben“, erklärte Daniel Ricciardo, der wegen der Getriebstrafe von Lewis Hamilton von Startplatz 4 aus ins Rennen gehen wird.

Verstappen-Problem mit Gaspedal-Mapping

Daniel Ricciardo - GP Bahrain 2018 Foto: sutton-images.com
Red Bull will im Rennen Plätze gutmachen.

Bei Max Verstappen sah die Stimmungslage deutlich düsterer aus. Für den Holländer war das Qualifying schon nach wenigen Metern beendet. Ausgangs von Kurve 2 verlor der Red Bull mit der Startnummer 33 plötzlich den Grip auf der Hinterachse. Verstappen bog im rechten Winkel nach links ab und schlug in die Bande ein. Dabei knickte die linke Aufhängung ab. Der Pilot überstand den Einschlag zum Glück unbeschadet.

Nur die Laune hatte einen Knacks bekommen. Was zunächst wie ein Fahrfehler aussah stellte sich beim genaueren Blick auf die Daten als technisches Problem heraus. „Ich habe mir die Telemetrie noch einmal angeschaut. Darauf ist klar zu erkennen, dass bei gleicher Gaspedalstellung plötzlich 150 PS mehr an die Hinterräder geschickt wurde. Das brachte die Reifen zum Durchdrehen“, verteidigte sich der Pilot.

Der unerwartete Leistungsschub passierte an der dümmstmöglichen Stelle: „Die Kurve geht fast mit Vollgas. Durch die Extra-Power hat sich das Heck einfach weggedreht. Keine Chance das Auto einzufangen“, schüttelte der Youngster mit dem Kopf. „Es gibt schon hin und wieder mal kleine Leistungssprünge. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt.“

Verstappen auf dem Weg in die erste Reihe?

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Bahrain - Training - 6. April 2018 Foto: Wilhelm
Mit dem Problem im ersten Training hatte der Crash nichts zu tun.

Red Bull hatte schon das ganze Wochenende Probleme mit der Fahrbarkeit. Deshalb hatte Verstappens Ingenieur seinen Schützling auch angewiesen noch eine zweite schnelle Runde zu drehen, obwohl der schon eine gute Zeit gesetzt hatte. „Wir wollten das System für die nächsten Runs kalibrieren“, erklärte Verstappen die technischen Hintergründe.

Während der 20-Jährige nicht spekulieren wollte, wo es ohne den Crash hingegangen wäre, hielt sich die Teamleitung nicht so zurück. Laut Berater Helmut Marko wäre sogar ein Startplatz in der ersten Reihe drin gewesen. Nun muss Verstappen von Startplatz 15 das Feld von hinten aufrollen. „Wir haben letztes Jahr in Austin gesehen, was möglich ist. Da bin ich bis aufs Podium gefahren, bevor es mir wieder aberkannt wurde“, grollte Verstappen.

Der Niederländer hofft, dass er durch eine clevere Strategie, einem geringen Reifenverschleiß und einer guten Rennpace noch weit nach vorne kommt. „Wir haben gesehen, dass von der Pace her eine Lücke hinter den ersten 5 Autos ist. Bis da sollte es gehen.“ Zu den Autos, die Verstappen im Weg stehen, gehören auch die beiden Toro Rosso. Verstappen erwartet keine große Gegenwehr: „Wir Red Bull-Fahrer haben untereinander großen Respekt gegenseitig. Das dürfte kein Problem sein.“

Während es für Verstappen um Schadensbegrenzung geht, hofft Ricciardo im Schwesterauto mindestens auf ein Podium. „Die anderen haben im Rennen ihren Quali-Modus nicht. Deshalb dürfte es deutlich enger werden. Leider fehlt uns etwas der Top-Speed. Da werde ich wohl wieder besonders spät bremsen müssen. Das habe ich ja schon häufiger gezeigt. Und dann lässt sich vielleicht noch etwas über die Strategie machen. Der Undercut ist hier besonders effektiv. Ein frischer Reifen ist ein großer Vorteil“, so Ricciardo.

Neuester Kommentar

Langsam nervt es. RB tönt immer ganz schön rum von wegen auf Augenhöhe, hätten ohne den Crash in Reihe 1 gestanden, das Auto ist das Beste nur der Motor nicht usw. Und natürlich ist auch für diesen Crash der Motor verantwortlich. Oder ist das vielleicht doch nur eine Ausrede für einen Fehler, der ihm so schon IN Melbourne passiert ist? Hat man sich da vielleicht schon was zurecht gelegt? Ist nur so eine Idee aber anstatt immer nur groß rumzutönen sollen die endlich mal Leistung und vor allem Ergebnisse bringen.
Da ist Ferrari mittlerweile sympathischer. Keine großen Töne, kritischer Blick auf die eigene Leistung, das Ergebnis sieht man.

DaFels 7. April 2018, 23:13 Uhr
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