Max Verstappen - Red Bull - GP Deutschland - Hockenheim - Formel 1 - 25.07.2019 xpb
Red Bull - Formel 1 - GP Deutschland - Hockenheim - 25. Juli 2019
Red Bull - Formel 1 - GP Deutschland - Hockenheim - 25. Juli 2019
Mercedes - Formel 1 - GP Deutschland - Hockenheim - 25. Juli 2019
Mercedes - Formel 1 - GP Deutschland - Hockenheim - 25. Juli 2019
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Verstappen fordert Red Bull

„Zu weit weg von Mercedes“

Mercedes reitet von Erfolg zu Erfolg. Red Bull und Ferrari streiten sich um den zweiten Platz. Beide wollen mehr. Max Verstappen sagt: „Mercedes ist weiter weg, als es mir lieb ist.“

Die Wintertestfahrten versprachen einen Machtwechsel. Oder zumindest ein spannendes Rennen um die Weltmeisterschaft. Ferrari im Aufwind, Red Bull gestärkt. Doch das Gegenteil trat ein. Mercedes ist so dominant wie zu Beginn der Hybrid-Ära 2014. In den ersten zehn Saisonrennen gewann neun Mal ein Auto mit den vielen Sternen auf der Motorhaube. „Seit meinem ersten Jahr 2007 hatte ich keine so gute erste Saisonhälfte mehr“, frohlockt Lewis Hamilton.

Die Konkurrenz hechelt hinterher. In den letzten Wochen ist sie wenigstens nähergekommen. Max Verstappen verbuchte in Österreich den einzigen Saisonsieg. Immerhin hat Red Bull im Gegensatz zu Ferrari einen. Doch dem erfolgshungrigen Niederländer ist der Sieg von Spielberg nicht genug. „Unser Ziel muss es sein, alsbald die Lücke zu Mercedes zu schließen. Sie sind im Moment noch weiter weg, als es mir lieb ist.“

Vettel seit 18 Rennen ohne Sieg

Der 21-Jährige führt es auf ein besseres Gesamtpaket zurück. Mercedes habe das ausgeglichenere Auto. „Wir müssen noch Kompromisse eingehen. In Silverstone fuhren wir mit weniger Flügel. Da waren wir sogar schneller als Mercedes auf den Geraden. Ganz untypisch. Dafür haben wir in den langsamen Kurven durch die kleineren Flügel eingebüßt.“

Die Entwicklungen der letzten Wochen haben den RB15 beflügelt. Red Bull hat sich bei der Renngeschwindigkeit an Ferrari vorbeigearbeitet. „Ich schaue nicht auf sie. Wir müssen besser werden, um Mercedes zu schlagen. Das ist das Ziel. Ich will gewinnen.“ Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Sebastian Vettel.

Der Heppenheimer lechzt nach einem Erfolg. Seit 18 Rennen ist er ohne Sieg. „Zwischen uns und Red Bull wechselt es je nach Strecke ab. Viel wichtiger ist es, an Mercedes heranzurücken. Sie sind der Klassenprimus. Sie haben einen Vorteil gegenüber allen anderen. Das wollen wir ändern“, sagt Vettel, der in Hockenheim noch nie gewann. 2018 war er nah dran. Bis er in der 52. Runde in der Sachskurve verunfallte.

Mercedes - Formel 1 - GP Deutschland - Hockenheim - 25. Juli 2019
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Neue Lackierung, einige Updates: der Mercedes W10 für den GP Deutschland.

Runderneuerter Mercedes

Vettel glaubt an seine Chance beim diesjährigen Heimspiel. Vielleicht das letzte für viele Jahre. Hockenheim wird aller Voraussicht nach aus dem Kalender für 2020 fallen. „Wir müssen realistisch sein. Mercedes ist der Favorit. Aber wenn wir unser Auto für die Strecke hinbekommen, können wir gut abschneiden.“ Für Vettel wird es in Hockenheim darum gehen, die Probleme mit dem Heck zu bekämpfen. In Silverstone klagte er darüber, die Hinterachse nicht zu spüren. Das schmälert das Vertrauen ins Auto. Vertrauen, das Teamkollege Charles Leclerc immer mehr zum SF90 aufbaut.

Ferrari muss Anpressdruck auf der Vorderachse gewinnen. Die Versuche, mehr Last auf die Frontpartie zu bekommen, haben das Heck in gewissen Maß destabilisiert. Mit einem eher nervösen Heck und Übersteuern am Kurveneingang kann Leclerc besser leben als Vettel. Immerhin, so der WM-Vierte, habe Ferrari in den letzten Wochen die richtige Entwicklungsrichtung gefunden. „Wir hatten nach ein paar Rennen ein ganz gutes Bild, was fehlt. Danach probierten wir viel aus. Manches funktionierte, manches nicht. Wir verstehen unser Auto inzwischen und haben eine klare Vorstellung, wohin wir gehen müssen“, sagt Vettel. Ferrari experimentierte zum Beispiel mit unterschiedlichen Versionen des Unterbodens. Noch haben die Ingenieure nicht das richtige Gleichgewicht zwischen Front und Heck gefunden.

Da ist Red Bull schon weiter. Doch reicht es, Mercedes in Hockenheim zu stürzen? Der Dominator der Formel 1 reist mit einem runderneuerten W10 zum zweiten Heimspiel nach Silverstone. Wir entdeckten am Donnerstag bei der Technischen Abnahme Änderungen an den Front- und Heckflügelendplatten, dem Unterboden und den Leitblechen vor und rund um die Seitenkästen. „Es ist ein großes Upgrade“, sagen die Ingenieure. Man verspricht sich einen Gewinn in der Rundenzeit von ein paar Zehntelsekunden.

Im Prinzip fürchtet Mercedes mehr das Wetter als die Gegner. „Je heißer es ist, desto schlechter für uns“, sagt Lewis Hamilton, der sieben von zehn Rennen in dieser Saison gewann. „Sollte es hier so heiß bleiben wie heute, erwarte ich am Sonntag Probleme.“ In Österreich stolperte Mercedes über die Hitze. Da mussten die Mechaniker die Verkleidung öffnen, was Anpressdruck kostete, und die Motoreningenieure die Leistung herunterregeln.

Ferrari - Formel 1 - GP Deutschland - Hockenheim - 25. Juli 2019
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Kann Ferrari Mercedes in Hockenheim herausfordern?

Aufmunterung für Vettel

Es gibt allerdings einen großen Unterschied zwischen Spielberg und Hockenheim. Die Höhe von 660 Metern schwächte Mercedes zusätzlich. Hockenheim liegt nur 102 Meter über dem Meeresspiegel. Das Weltmeister-Team hat in den letzten Wochen an der Kühlung gearbeitet. „Ein paar Kleinigkeiten, die es besser machen sollten. Aber unser Auto ist hinten so eng verpackt, dass wir nichts Großes unternehmen können“, sagt Hamilton.

Am Rennsonntag sollen die Temperaturen allerdings unter die 30-Grad-Marke fallen. Das würde Mercedes helfen. Das Layout mit dem Mix aus langsamen, mittelschnellen und schnellen Kurven ebenfalls. Ferrari helfen die Geraden. Vor allem die lange Parabolika. In der Qualifikation mobilisieren die roten Raketen zusätzliche 40 PS. „Wir hätten in Silverstone schon den Heckflügel abbauen müssen, um da hinterherzukommen“, scherzen die Mercedes-Ingenieure.

So wie Verstappen seine Mannschaft antreibt, macht es auch Hamilton. Trotz der komfortablen Position in der Weltmeisterschaft, sieht der fünffache Titelträger noch keine Vorentscheidung. „Wir dürfen uns nicht ablenken lassen. Kopf runter, und hart weiterarbeiten.“ Für Vettel gibt es aufmunternde Worte. „Er hat vier Weltmeisterschaften gewonnen. Wir sollten ihm Respekt zollen. Ich rechne immer mit ihm.“ Der größte Titelrivale ist der Ferrari-Fahrer 2019 allerdings nicht. „Das ist der aktuell Zweitplatzierte.“ In diesem Fall der Teamkollege. Valtteri Bottas liegt 39 Punkte hinter Hamilton, der selbst Verbesserungspotential sieht. „Ich muss in der Quali besser werden.“ Sagt der Mann, der 2019 drei Mal auf Pole-Position stand und in seiner Laufbahn 86 Mal. Ein einsamer Rekord in der Formel 1.

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