Max Verstappen - Red Bull - GP Italien 2020 - Monza xpb
Esteban Ocon - Renault - GP Italien - Monza - Samstag - 5. September 2020
Impressionen - GP Italien - Monza - Samstag - 5. September 2020
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Italien - Monza - Samstag - 5. September 2020
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Italien - Monza - Samstag - 5. September 2020 40 Bilder

Verstappen nur Fünfter in Monza-Quali

Mit wenig Flügel zu langsam

Max Verstappen musste seinen Stammplatz hinter den beiden Mercedes abgeben. Der WM-Zweite qualifizierte sich nur für den fünften Startplatz. Die Hoffnung, das Verbot des Quali-Modus würde Honda näher an Mercedes bringen, erfüllte sich nicht. Verstappen gab dem Auto die Schuld.

An der Hackordnung hat sich nichts geändert. Mercedes stürmt immer noch vorneweg. Der Abstand ist größer als je zuvor. Red Bull kam den Silberpfeilen nach der Premiere der neuen Motor-Regel nicht wie erhofft näher. Stattdessen spürt Max Verstappen jetzt den Druck von hinten. Carlos Sainz und Sergio Perez stehen in der Startaufstellung vor dem Holländer. Der Rückstand auf Mercedes wuchs nach einem Zwischenhoch in Spa auf 0,908 Sekunden an. Das sind bei 5,793 Kilometer Streckenlänge 0,156 Sekunden pro Kilometer.

Eines hat Monza gezeigt: Mercedes musste durch die Beschränkung auf einen Motor-Modus nicht mehr Federn lassen als die drei anderen Motorenhersteller. "Ich habe nie erwartet, die Mercedes zu schlagen. Es waren andere, die geglaubt haben, wir würden aufholen. Ich habe meine eigene Meinung zu den Dingen und versuche nicht zu träumen. Das hat mir bis jetzt immer geholfen. Wenn du realistisch bist, musst du später nicht enttäuscht sein", wehrte Verstappen ab. Nach Ansicht des Holländers hat sich durch die Maßnahme der FIA nicht viel geändert: "Die Reihenfolge ist eigentlich wie immer." Nicht ganz. In den meisten Rennens des Jahres fuhr der WM-Zweite konkurrenzlos zwischen den Mercedes und dem Rest des Feldes. Jetzt liegt er mitten in einer Gruppe von acht Fahrzeugen, die nur durch 0,482 Sekunden getrennt sind.

Max Verstappen - Red Bull - GP Italien 2020 - Monza
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Red Bull kann in den Kurven nicht mit Mercedes mithalten.

Red Bull verliert in den Kurven

Verstappen macht dafür nicht den Motor verantwortlich. "Es lag am Auto. Wir haben in der Spezifikation mit so wenig Abtrieb Probleme. Ich habe nie eine gute Balance und nie Grip gefunden." Red Bull spielte alle Spielarten von Flügeleinstellungen durch. Ein praktisch flacher Winkel, mehr Anstellung und ein Mittelweg. "Es kam unter dem Strich immer die gleiche Rundenzeit heraus", gab sich Verstappen frustriert. Auch Windschatten half nicht. "Im Gegensatz zu Mercedes haben wir ihn dringend gebraucht. Er bringt dir auf den Geraden ein bis zwei Zehntel. Auf die konnten wir nicht verzichten, so eng wie es in unserer Liga zuging."

Der Zeitverlust auf den Geraden hielt sich in Grenzen. Im Power-Sektor mit der langen Zielgerade verlor Verstappen nur zwei Zehntel auf die Silberpfeile. Dafür blieb in Sektor 2 eine halbe Sekunde liegen und in Sektor 3 vier Zehntel. Das sind die Passagen mit den Kurven. Alexander Albon zuckte mit den Schultern: "Die Mercedes sind eben nicht nur gut auf den Geraden. Sie sind auch verdammt schnell in den Kurven." Man hatte den Eindruck: schneller als je zuvor.

Und jetzt kommt dann doch der Motor ins Spiel. Der Power-Vorteil, der seit Inkrafttreten der neuen Regel vielleicht sogar noch ein bisschen größer geworden ist, erlaubte es Mercedes, die Monza-Flügel etwas steiler als üblich zu stellen. Man sah es an den Topspeeds. Lewis Hamilton landete trotz Windschatten nur im Mittelfeld, Valtteri Bottas ohne fremde Hilfe fast ganz hinten. Das Geschenk von etwas mehr Abtrieb half den auf 26,0 (vorne) und 21,5 PSI (hinten) aufgepumpten Reifen, etwas Grip abzugewinnen. Diesen Luxus hatte Red Bull nicht.

Zu seinen WM-Chancen macht sich der einzige Herausforderer der Mercedes keine Illusionen. "Ich habe mich nie im WM-Kampf gesehen. Es ist für mich schon ein Wunder, dass ich noch Zweiter in der WM bin. Ich habe jetzt 47 Punkte Rückstand auf Lewis und morgen werden es über 50 sein." Mit Blick auf das Rennen meint Verstappen: "Auch wenn es hier schwer ist zu überholen, halte ich ein Podium immer noch für möglich." Wo Red Bull derzeit wirklich steht, wird man erst in Mugello wissen. "Spa und Monza waren zu spezielle Strecken für einen echten Vergleich."

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