Max Verstappen - Red Bull - GP Abu Dhabi 2021 - Qualifikation xpb
Max Verstappen - Red Bull - GP Abu Dhabi 2021 - Qualifikation
Max Verstappen - Red Bull - GP Abu Dhabi 2021 - Qualifikation
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Abu Dhabi 2021 - Qualifikation
Lando Norris - McLaren - GP Abu Dhabi 2021 - Qualifikation 39 Bilder

Perfekte Konstellation für Superfinale in Abu Dhabi

Perfekte Konstellation für Superfinale Pole auf schlechteren Reifen

GP Abu Dhabi 2021

Dieses Finale ist nicht zu toppen. Max Verstappen hat die Pole Position, Lewis Hamilton strategisch den besseren Startreifen. Der Angriff von Red Bull kam aus heiterem Himmel. War sich Mercedes zu sicher? Die Titelverteidiger verzichteten sogar aufs Windschattenfahren.

Ein Regisseur könnte dieses Finale nicht besser inszenieren. Zuerst schickt er Max Verstappen und Lewis Hamilton punktgleich in das letzte Rennen. Dann lässt er Max Verstappen völlig überraschend auf die Pole Position fahren, gibt aber dem zweitplatzierten Lewis Hamilton den besseren Reifen für die Rennstrategie. Hamilton geht auf Medium-Reifen ins Rennen. Das wollte Verstappen auch. Ein unnötiger Verbremser im Q2 beschädigte den linken Vorderreifen so stark, dass er nicht mehr zu gebrauchen ist.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff resümierte das Ergebnis des ersten Aktes im Superfinale von Abu Dhabi so: "Red Bull führt 1:0, aber wir haben die bessere Strategie." Verstappen muss wider Willen auf Soft-Reifen in das Rennen gehen. Sergio Perez auch. Mercedes brachte beide Autos auf Pirellis mittlerer Gummimischung durch die zweite K.O.-Runde der Qualifikation.

Eigentlich wollte Red Bull wie Mercedes den robusteren Medium-Gummi für den ersten Stint wählen, doch beim Versuch, den ersten Q2-Versuch noch einmal zu toppen, bremste sich Verstappen schon in der ersten Kurve den linken Vorderreifen eckig. Er schob es auf zu kalte Reifen. Bei Perez war das Risiko zu groß, dass er im Q2 hängenbleibt. Nach dem ersten Versuch auf den Medium-Reifen lag der Mexikaner nur auf Platz 10.

Max Verstappen - Red Bull - GP Abu Dhabi 2021 - Qualifikation
F1/FIA
Max Verstappen ruinierte sich den Satz Medium-Reifen durch einen Verbremser.

Zwischen Genialität und Wahnsinn

Da zeigte sich wieder einmal, wie eng bei dem Niederländer Genialität und Wahnsinn beieinander liegen. Die erste Rundenzeit auf dem Medium-Reifen hätte locker zum Weiterkommen gereicht. Eine Verbesserung wäre nichts weiter als eine Machtdemonstration gewesen. Wozu also zusätzliche Runden auf diese Garnitur fahren? Im Q2 merkte Red Bull zum ersten Mal, dass Mercedes vielleicht doch schlagbar ist. Nach dem dritten Training hatte Teamchef Christian Horner noch befürchtet: "Die sind zwei Zehntel schneller als wir. Allein auf den Geraden nehmen sie uns sieben Zehntel ab." Es waren tatsächlich nur zwei.

Im Q3 drehte sich das Bild dann auf den Kopf. Max Verstappen legte mit 1.22,109 Minuten eine Zeit vor, die sein WM-Gegner nicht mal im zweiten Anlauf auch nur annähernd gefährden konnte. Der Rückstand fiel mit 0,371 Sekunden überraschend groß aus. Hamilton gratulierte seinem Rivalen: "Max ist eine großartige Runde gefahren. Ich hatte keine Antwort darauf. In Kurve 5 habe ich etwas Zeit liegenlassen, doch der Rest der Runde war in Ordnung. Die Zeit von Max lag außer unserer Reichweite."

Die Red Bull-Chefs jubelten: "Das war eine Jeddah-Runde von Max." Mit dem Unterschied, dass er diesmal den Mauern fernblieb. Verstappen hätte nicht einmal den Windschatten gebraucht, dem ihm sein Schattenmann Sergio Perez brav spendete. "Der hat drei Zehntel gebracht", rechnete Helmut Marko vor. Das resultierte im direkten Sektor 2-Vergleich zu Hamilton in einem Vorteil von 0,14 Sekunden. Doch den Löwenanteil seines Vorsprungs holte Verstappen in dem Sektor, in dem Abtrieb zählt. Im Schlussabschnitt nahm er Hamilton noch einmal 0,18 Sekunden ab.

Mercedes reagierte nicht. "Wir lassen unsere Fahrer nie absichtlich Windschatten fahren, weil es meistens schiefgeht. Du gewinnst auf den Geraden und verlierst in den Kurven", winkte Wolff ab. Er gab aber auch zu: "Diese Nummer ist schwer zu orchestrieren. Red Bull hat es heute perfekt gemacht. Vielleicht war es eine Lektion, die wir lernen müssen. Aber der Windschatten hat heute nicht den Unterschied gemacht. Wir waren einfach nicht schnell genug."

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 11. Dezember 2021
Wilhelm
Lewis Hamilton verlor 0,371 Sekunden auf seinen großen Widersacher.

Mercedes stolpert über zu kalte Reifen

Die überraschende Wende in der Qualifikation hatte zwei Gründe. Red Bull verbesserte sein Auto gegenüber dem Vortag, und Mercedes wurde in den kühleren Abendstunden auf dem falschen Fuß erwischt. Perez hatte am Freitag gute Vorarbeit geleistet. Er war mit weniger Anpressdruck fast gleich schnell wie sein Teamkapitän. Damit war jedem im Team klar: Das ist der richtige Weg. "Wir haben uns im Vergleich zum Freitag auf eine Runde verbessert, ohne im Renntrim etwas herzuschenken" gibt sich Marko optimistisch.

Mercedes machte zwischen dem Q1 und dem Q3 einen Schritt rückwärts. "Mit dem kühleren Wetter sind uns die Vorderreifen um drei bis fünf Grad aus dem Temperaturfenster gefallen. Das hat uns in den Kurven 5, 12 und 13 Zeit gekostet", verrät Wolff. Ein Vergleich zwischen den Rundenzeiten bestätigt diese Beobachtung. Verstappen gewann 1,2 Sekunden zwischen Q1 und Q3. Hamilton war nur um vier Zehntel schneller.

Die Frage aller Fragen ist jetzt, wie groß der Nachteil der Soft-Reifen für die Rennstrategie sein wird. Wenn überhaupt. Beim Start bringt der weichere Gummi Vorteile. So sollte sich Verstappen auf den 169 Metern in die erste Kurve gut gegen Hamilton verteidigen können. Mercedes orientiert sich da eher nach hinten. "Der Norris darf uns auf keinen Fall durchrutschen. Der startet auch auf den Soft-Reifen", fürchtet Wolff.

Verstappens größtes Geschenk: Ein SafetyCar

Nach Kalkulationen von Mercedes ist der Soft-Reifen je nach Auto die ersten sechs bis acht Runden im Vorteil. Dann aber beginnt er ziemlich stark einzubrechen. "Wir haben am Freitag genau das ausprobiert", erzählt Marko. Das größte Geschenk wäre ein Safety Car. Doch darauf kann Red Bull nicht bauen. Läuft das Rennen normal, droht die Gefahr, tief ins Feld zurückzufallen und dort im Verkehr Zeit zu verlieren.

Prinzipiell ist mit der Reifenkombination Soft-Hart immer noch ein Einstopp-Rennen möglich. Doch nach den Erfahrungen der letzten Jahre geht auch der harte Reifen irgendwann in die Knie. Die Soft-Starter haben dieses Problem am Ende des Rennens länger an der Backe. Also doch ein Zweistopp-Rennen? Toto Wolff hält beide Strategien für möglich: "Vielleicht verschwindet Max nach dem Start am Horizont und verteidigt dann diese Position. Oder seine Reifen lassen so stark nach, dass ein Zweistopp-Rennen die bessere Option ist."

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