Verstappen vs. Bottas - GP Monaco 2019 Motorsport Images

Wilde Fahrt von Verstappen

Technikproblem, Strafe & Kollision

Max Verstappen bekam für seine große Show in Monte Carlo nur den vierten Platz. Der Holländer war trotz eines Technikproblems schnellster Fahrer im Feld. Doch eine Strafe warf ihn fünf Sekunden zurück. Und der Angriff auf Lewis Hamilton ging schief.

Früher wäre Max Verstappen nicht ohne Kratzer aus so einem Grand Prix gekommen. Doch der Holländer fährt inzwischen wie ein Weltmeister. Gut, er kassierte eine Fünfsekunden-Strafe, doch das war nicht seine Schuld. Das Team schickte ihn nach dem Boxenstopp in den Verkehr. Und da nahm er in der Boxengasse Valtteri Bottas auf die Hörner. Der Rempler warf Bottas in die Boxenmauer. Rechts vorne am Mercedes gingen die Felge und der Reifen zu Bruch.

Verstappen im falschen Motormodus

Verstappen konnte die Strafe nicht verstehen: „Ich hatte die Nase vorn. Wenn wir so weitergefahren wären, wäre ich vor ihm rausgekommen.“ Den kleinen Seitenschritt erklärte der Red Bull-Pilot so. „Ich fahre los, wenn ich das Zeichen kriege. In dem Moment weiß ich nicht, wer rechts neben mir ist. Es ist so eng dort, dass man leicht aneinandergeraten kann.“

Sportchef Helmut Marko ärgerte sich: „Uns war durch die Ferrari-Box die Sicht verstellt.“ Die allgemeine Verwirrung im Team und im Cockpit hatte Folgen. Verstappen musste den Rest des Rennens im falschen Motor-Modus fahren. Beim Boxenstopp wird der Start-Modus aktiviert. Normalerweise muss der Fahrer diesen nach dem Anfahren in der Box wieder abstellen. Wenn er es vergisst, muss er damit leben.

„Auf der Strecke ist es verboten. Eigentlich hätte ich ihn wieder deaktivieren müssen, aber das habe ich in der Hektik nach dem Boxenstopp vergessen. Und das Team hat auch nicht dran gedacht.“ In Monte Carlo eine Strafe. „Wenn ich aufs Gas gestiegen bin, kam erst gar keine Leistung, und dann alles auf einmal.“

Max Verstappen - Formel 1 - GP Monaco 2019
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Max Verstappen versuchte in der Hafen-Schikane einen Angriff auf Lewis Hamilton.

Nur zwei Überholchancen

Trotzdem konnte Verstappen dem Mercedes von Hamilton mühelos folgen. „Lewis hatte die falschen Reifen drauf. Deshalb konnten wir ihm hinterherfahren. Wäre er mit den harten Reifen gefahren, wäre es schwieriger geworden. Das hat man ja an Bottas gesehen. Er hat sich öfter zurückfallen lassen und hat dann immer mühelos wieder aufgeholt.“

Verstappen konnte das Heck des Mercedes 67 Runden lang genau studieren. Obwohl er deutlich schneller war, gab es nur zwei winzige Chancen, einen Angriff zu starten. „Ein Mal wollte ich innen in Loews vorbei. Da hatte Lewis die größten Probleme. Aber er hat den Braten rechtzeitig gerochen und ist sofort in die Mitte der Straße gefahren. Danach hat er die Innenspur jedes Mal zubetoniert. Außen gab es keinen Weg vorbei.“

In Monte Carlo kann man Überholmanöver nicht planen. Man braucht einfach nur Geduld. Verstappen: „Der Mercedes war aus Kurve 8 raus immer ein Stück besser. Und die Gerade durch den Tunnel ist zu kurz für einen echten Angriff.“ In der drittletzten Runde gab es dann doch eine Möglichkeit. Hamilton kam leicht quer aus der Portier-Kurve, und Verstappen startete vor der Hafen-Schikane einen Angriff aus dem Hinterhalt.

„Ich bin innen rein, aber da war zu wenig Platz. Lewis konnte mich nicht sehen. Wir haben uns berührt, aber es war keine große Sache. Man kann keinem von uns die Schuld geben.“ Als die Rennleitung eine Untersuchung ankündigte, echauffierte sich Helmut Marko: „Wenn hier einer eine Strafe kriegen soll, dann Hamilton. Er hat die Türe zugemacht.“

Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Monaco 2019
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Red Bull ging am besten mit Reifen um

Obwohl Verstappen drei Viertel des Rennens im Windschatten des Silberpfeils mit der Nummer 44 verbrachte, waren seine Reifen am Ende noch gut in Schuss. „Unser Auto hat die Reifen mehr geschont als die Mercedes. Und auch im Vergleich zu Vettel waren wir besser. Bei dem haben die Reifen in den letzten Runden nachgelassen“, lobte Marko. Verstappen bestätigte: „Ich habe in den schnellen Kurven hinter Lewis Abtrieb verloren und bin da ziemlich gerutscht. Die Reifen haben es nicht übel genommen.“

Zurückstecken kam für den WM-Vierten nicht in Frage. „Als ich von meiner Strafe gehört habe, musste ich auf Lewis Druck ausüben. Mir war klar, dass ich Vierter bleibe, wenn ich nicht an ihm vorbei komme. Deshalb habe ich versucht, ihn noch mehr in Reifenprobleme zu hetzen. Ich hätte trotzdem einen Fehler von ihm gebraucht. Er ist nur so schnell gefahren wie er musste. Es hätte ihm nichts gebracht, das Tempo um zwei Sekunden zu erhöhen, selbst wenn er es gekonnt hätte. Das hätte seinen Reifen nur noch mehr geschadet.“

Für Red Bull war der Wechsel auf die harten Reifen eine Reise ins Ungewisse. Keiner der beiden Fahrer hatte die Reifen je vorher probiert. „Ich bin noch nicht einmal mit vollen Tanks vorher gefahren. Wir haben am Donnerstag komplett auf Longruns verzichtet“, amüsierte sich Verstappen. Die gute Form des Red Bull in Monte Carlo ist aus Sicht des Fahrers kein Fingerzeig für Montreal. „Da gibt es zu viele Geraden. In der Power hinken wir Mercedes und Ferrari immer noch etwas hinterher.“

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