Verstappen-Pech in Austin-Quali

Randstein killt Red-Bull-Querlenker

Max Verstappen - GP USA 2018 Foto: Red Bull 70 Bilder

Max Verstappen musste das Qualifying in Austin mit einer gebrochenen Aufhängung vorzeitig beenden. Der Red Bull-Pilot war etwas zu heftig über einen Abweiser gerumpelt. Warum das Auto den Kontakt mit dem Hindernis nicht überstand, konnte sich Verstappen nicht erklären.

Es ist schon ein wenig Ironie dabei, dass es ausgerechnet Max Verstappen getroffen hat. Nachdem der Holländer im Vorjahr neben der Streckenbegrenzung an Kimi Räikkönen vorbeigerast war, hatte die FIA die Anzahl der hohen Randsteine am Pistenrand noch einmal erhöht. Damit sollte verhindert werden, dass sich die Fahrer mit einer zu extremer Linienwahl Vorteile verschaffen.

Die Abweiser in Kurve 15, die Verstappen zum Verhängnis wurden, gab es allerdings auch schon vor 12 Monaten. „In den letzten Jahren sind wir immer über die Randsteine drüber und alles war in Ordnung“, verteidigte sich der Holländer. „Die anderen Fahrer haben das auch gemacht. Ich bin auch im Training schon diese Linie gefahren. Und da lag in den Daten alles innerhalb der Limits.“

Verstappen von Defekt überrascht

Tausendmal ist nichts passiert. Doch im zweiten Q1-Run gab die Technik plötzlich nach. „Der untere Querlenker ist gebrochen. Das hat dann die Antriebswelle rausgerissen. Wir wurden von dem Problem komplett überrascht“, zuckte der Pilot ratlos mit den Schultern. Wenn es ganz dumm läuft, muss nach dem Malheur auch noch das Getriebe gewechselt werden, was eine zusätzliche Strafe nach sich ziehen würde: „Dann würde ich eben von etwas weiter hinten losfahren. Das würde aber keinen großen Unterschied mehr machen.“

Verstappen nahm die Sache locker. Mehr als Startplatz fünf hatte sich der Youngster sowieso nicht ausgerechnet. „Mercedes und Ferrari waren zu schnell für uns. Wir haben nie daran geglaubt, dass wir eine Chance gegen sie gehabt hätten. Im Rennen sieht es aber etwas anders aus. Ich hoffe, dass ich schnell an den Autos im Mittelfeld vorbeikomme und mir wie im Vorjahr ein paar Duelle liefern kann.“

Austin bestraft Power-Nachteil

Max Verstappen - GP USA 2018 Foto: sutton-images.com
Nach dem Ausfall von Verstappen war nur noch ein Red Bull im Rennen um die besten Startplätze.

Teamkollege Daniel Ricciardo zeigte, was möglich war. Dem Australier fehlten im entscheidenden Abschnitt 1,2 Sekunden auf die Hamilton-Bestzeit. „Austin ist ein wenig wie Silverstone. Der erste Abschnitt ist ein reiner Power-Sektor. Die Kurven 2, 3, 4, 5 gehen alle voll. In Kurve 6 muss man einen Hauch lupfen. Mehr Abtrieb hilft einem da also nicht weiter.“

Der zweite Teil der Erklärung für den großen Rückstand liege in der Stärke der Konkurrenz: „Ich habe mir heute früh eine Onboard-Runde von Lewis angeschaut. Das Auto sieht einfach sehr gut aus. Es ist nicht nur die Motorleistung. Sie haben ein gutes Auto gebaut. Ich wusste, dass sie hier schnell sind. Ferrari hat mich dagegen überrascht. Sie haben offenbar etwas gefunden und waren wieder gut unterwegs.“

Im Rennen hofft Ricciardo, dass der Pace-Unterschied etwas geringer ausfallen wird. „Da werden wir sicher nicht mehr als eine Sekunde langsamer als sie sein. Ob es am Ende zwei oder sechs Zehntel Rückstand sind, wird man sehen. Ich werde auf jeden Fall alles versuchen, Seb hinter mir zu halten.“

Ricciardo vorsichtiger als Verstappen

Dass Ricciardo nicht vom gleichen Problem wie sein Teamkollege heimgesucht wurde, hatte übrigens einen einfachen Grund: „Ich habe in der Früh schon gesehen, dass ein paar Autos über die Randsteine rübergefahren sind. Einer davon war Max. Ich habe mir dann vor dem Qualifying die Daten angeschaut, um zu sehen, welche Belastungen dabei auf das Auto wirken. Mein Ingenieur hat mir dann davon abgeraten, das gleiche zu machen.“

Auch die Erfahrung aus dem Vorjahr half Ricciardo: „Ich bin letztes Jahr im Qualifying am Ausgang der letzten Kurve über den hohen Randstein gefahren. Es war im letzten Run, deshalb hat es nichts mehr ausgemacht. Aber ich habe mir dabei die Lenkung verzogen.“

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