Max Verstappen - GP Österreich 2020 xpb
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Österreich - 4. Juli 2020
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Österreich - 4. Juli 2020
Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Österreich - 4. Juli 2020
Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Österreich - 4. Juli 2020 45 Bilder

Red-Bull-Attacke im Rennen

Abstand auf eine Runde zu groß

Max Verstappen ist hinter den beiden Mercedes die dritte Kraft in Spielberg. Sorgen macht man sich im Red-Bull-Lager über den großen Rückstand. Dennoch besteht noch Hoffnung auf den dritten Österreich-Sieg in Folge.

Red Bull kassierte in Spielberg gleich zwei Niederlagen in 24 Stunden. Erst schmetterten die FIA-Kommissare den Protest gegen das Mercedes-DAS-System ab. Dann rasten die Autos des Erzfeinds auch noch geschlossen in die erste Startreihe. Und das beim Heimspiel des Red-Bull-Teams.

Dabei war der Optimismus vor dem Qualifying noch groß. Lewis Hamilton schien nach drei Trainingsbestzeiten zwar außer Reichweite. "Aber den Bottas wollen wir schon schlagen und in die erste Reihe fahren", gab Sportchef Helmut Marko vor der Session als Ziel aus.

Am Ende kam alles anders. Bottas schnappte sich mit 12 Tausendsteln Vorsprung die Pole Position. Lewis Hamilton schaffte es ebenfalls unter die 63-Sekunden-Schallmauer. Davon waren die Red-Bull-Piloten weit entfernt. Max Verstappen fuhr zwar die drittschnellste Zeit, blieb dabei aber mehr als eine halbe Sekunde zurück.

Balance passt noch nicht

Diesen Rückstand hatte man nicht erwartet. "Ich war nicht ganz zufrieden mit der Balance des Autos. Manche Kurven fühlten sich gut an, in den anderen hat es nicht gepasst. Das kann dazu führen, dass der Abstand schon mal etwas größer wird. Aber eine halbe Sekunde ist schon ordentlich", grübelte der Holländer anschließend.

Verstappen appellierte an seine Mannschaft: "Wir müssen hart arbeiten und versuchen die Lücke zu schließen. Wenn wir die Balance hinkommen, sollte es schon etwas besser aussehen, womit ich aber nicht sagen will, dass es reichen würde, sie zu schlagen. Wir müssen versuchen hier möglichst viel zu lernen und es nächste Woche schon besser zu machen."

Max Verstappen - GP Österreich 2020
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Mehr als Startplatz drei war für Verstappen im Spielberg-Qualifying nicht drin.

Auch Teamkollege Alexander Albon sah die Situation noch nicht allzu dramatisch: "Mercedes hat hier einfach einen guten Kompromiss aus Top-Speed auf den Geraden und Abtrieb in den Kurven gefunden. In einigen Kurven sehen sie einfach sehr stark aus. Mercedes war hier aber schon immer gut unterwegs. Wir dagegen haben uns häufiger schwer getan, vor allem im Qualifying."

Trendwende am Rennsonntag?

Verstappen hat für den Rennsonntag aber noch einen Joker. Im Q2 schaffte er es als einziger Pilot mit der mittelharten Mischung in das Top-Ten-Finale einzuziehen. Als Belohnung darf er auf diesem Reifen am Sonntag starten, während die Konkurrenz mit den Softs losfahren und in der Theorie früher an die Box kommen muss.

Natürlich hofft man bei Red Bull, dass die vorhergesagte Hitzewelle über Spielberg mit Temperaturen von 25°C pünktlich zum Rennstart eintrifft. Das würde den Reifenvorteil noch vergrößern. "Mal schauen, wie gut die Reifen durchhalten. Ich werde natürlich im Rennen alles geben. Wir haben nichts zu verlieren", gab sich Verstappen kämpferisch.

Bei Teamkollege Albon stand es nicht zur Debatte, im zweiten Quali-Abschnitt die gleiche Taktik zu probieren: "Max ist sehr stark auf den Mediums", begründete der Brite die Entscheidung. "Bei mir hat es so ausgesehen, als würde es nicht fürs Weiterkommen reichen. Deshalb sind wir das Risiko nicht eingegangen."

Max Verstappen - GP Österreich 2020
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Red Bull kämpft noch mit der Balance.

Albon mit Pech im Q3

Dass es am Ende nur Startplatz fünf noch hinter Lando Norris wurde, wurmte Albon: "Im ersten Run des Q3 habe ich leider keinen Anschluss an die Gruppe vor mir gefunden. Selbst wenn die Autos drei oder vier Sekunden vor einem fahren, profitiert man noch von dem sogenannten Whirlpool-Effekt. Leider war die Runde insgesamt auch nicht so toll. Beim zweiten Run kamen mir dann die gelben Flaggen dazwischen."

Dazu musste Albon noch mit einem weiteren Nachteil leben. Während Verstappen einen Frontflügel neuester Spezifikation bekam, ging die Nummer 2 im Team mit älterem Material in das erste Einzelzeitfahren des Jahres. "Es gab nur ein Exemplar und das haben sie mir gegeben", zuckte Verstappen mit den Schultern. Dabei verschwieg der Holländer, dass er einen der neuen Flügel am Trainingsfreitag beim Räubern über die Randsteine selbst zerstört hatte.

Wie groß der Unterschied zwischen neu und alt auf der Uhr ist, konnten die Piloten nicht sagen. "Ich wollte es gar nicht wissen. Ich habe mich nur auf mich selbst konzentriert", winkte Albon ab. Verstappen fügte an: "Wir sind selbst noch dabei zu verstehen, was die genauen Unterschiede sind. Die Flügel sind etwas anders, was die Philosophie angeht. Aber ich kann nicht sagen, wie viel besser die eine oder andere Version ist, weil ich es nicht weiß."

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