Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2021 - Spielberg xpb
Sergio Perez - Charles Leclerc - GP Österreich 2021 - Spielberg - Rennen
Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2021 - Spielberg - Rennen
Lando Norris - McLaren - GP Österreich 2021 - Spielberg - Rennen
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Österreich 2021 - Spielberg - Rennen 56 Bilder

Verstappen enteilt Hamilton: Red Bull siegt weiter

Verstappen enteilt Hamilton Schnellstes Paket, schnellster Fahrer

Die Weltmeisterschaft entwickelt sich immer mehr in Richtung Red Bull. Max Verstappen siegt die Formel 1 langweilig. Die Teamführung jubelt. Man habe den schnellsten Fahrer, das beste Auto und den besten Motor.

Red Bull drängt Mercedes immer weiter in die Defensive. Die anfänglichen kleinen Fehler, die noch zum Saisonstart passierten, sind inzwischen abgestellt. Die Maschine läuft auf Hochtouren, während Mercedes tief in den Daten versinkt, um Rundenzeit zu finden. Man ist Red Bull am zweiten Wochenende in Spielberg zwar etwas näher gekommen, doch den Silberpfeilen standen Lando Norris und ein angeschlagenes Auto von Lewis Hamilton im Weg.

So spazierte Max Verstappen zu seinem vierten Sieg in Spielberg, dem zweiten auf dieser Strecke innerhalb von einer Woche, und dem 15. seiner Laufbahn. "Wenn man vorne fahren kann, fällt einem alles einfacher. Das haben wir letzte Woche schon gesehen. Und heute war es noch einfacher", freute sich Sportchef Helmut Marko. Es war eine Machtdemonstration, durch die der Niederländer seine Führung in der Weltmeisterschaft um 14 weitere Punkte auf nun 32 Zähler ausbaute. Damit könnte sich Verstappen sogar einen Ausfall leisten, und wäre trotzdem weiter sechs Zähler vor Hamilton.

Den ersten Mercedes mit Valtteri Bottas am Steuer hängte Red Bulls Hoffnungsträger um fast 18 Sekunden über die 71 Rennrunden ab. Der Sieger streute seiner Mannschaft Rosen. "Das Auto ist heute wie auf Schienen gefahren. Sowohl auf dem Mediumreifen wie später auf den harten Reifen konnte ich das Fahren voll genießen. Ich hatte vorher nicht erwartet, dass wir so gut sein würden. Wir haben hier letzten Sonntag und heute voll abgeliefert. Das Paket aus Auto und Motor war sensationell."

Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2021 - Spielberg
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Red Bull rief seinen Star für einen Sicherheitsstopp ein zweites Mal in die Boxenstraße.

Red Bull schont Auto und Motor

Es war ein ungefährdeter Start-Ziel-Sieg. Verstappen wehrte sowohl am Start als auch beim Restart in Runde vier den McLaren von Lando Norris souverän ab. Oder genauer: Er ließ dem Engländer nicht den Hauch einer Chance, überhaupt an einen Angriff zu denken. Bis zum ersten Reifenwechsel legte Verstappen über 12 Sekunden zwischen sich und WM-Rivale Hamilton. Nach dem Tausch auf die harte Mischung enteilte er weiter.

Red Bull konnte sich sogar den Luxus leisten, das Auto zu schonen. "Wir haben Max angewiesen, die Motorleistung runter zu regeln und den Randsteinen fern zu bleiben", führt Marko aus. Trotzdem kontrollierte sein Schützling das Rennen nach Belieben. Zum einzigen Gegner entwickelten sich wie in Baku die Reifen. Damals hatte Verstappen einen sicher geglaubten Sieg wegen eines Platzers verloren. Ansonsten stünde er jetzt bei fünf Siegen in Serie.

Dieses Mal beugte Red Bull vor. Ein Vorsprung von über 27 Sekunden gestattete, ein zweites Mal die Box aufzusuchen. Es war ein Sicherheitsstopp. Beobachter im Team hatten einen Schnitt auf der Lauffläche des rechten Hinterreifens ausgemacht. "Das war kein bedrohlicher Schnitt. Aber wenn du so weit vorne liegst, legst du eben noch einen Stopp ein", erklärt Marko. Ansonsten hätte die Anweisung gelautet, Tempo rauszunehmen.

Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2021 - Spielberg
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Verstappen feierte in Spielberg seinen fünften Saisonsieg.

Schnellste Runde als Krönung

Der Stopp hatte einen netten Nebeneffekt. Er bescherte Verstappen einen zweiten Satz frischer harter Reifen. Damit konnte er sich auf die Jagd nach der schnellsten Runde machen. "Ich hatte gehofft, dass sie mich noch einmal reinrufen. Ich habe selbst nichts gespürt, dass es mit dem Reifen ein Problem gab", sagt Verstappen. Mit der schnellsten Runde stockte er um einen Zähler auf. "Drei Rennen, 76 Punkte. Das nenne ich mal eine Ausbeute", freute sich der Sportchef. Nach dem Ausfall in Baku ist Red Bull nicht aufzuhalten.

Die Optimierungen am Setup zeigten Wirkung. Auch die weicheren Reifen spielten Mercedes keinen Joker zu. Marko hält fest. "Wir haben den schnellsten Fahrer, das beste Auto und den besten Motor." Und Red Bull will im Entwicklungswettlauf nicht nachlassen. Diese Weltmeisterschaft will der Limonade-Hersteller mit aller Macht gewinnen. Man dürstet nach den ersten Titeln seit 2013. "Wir bleiben bei unserem Fahrplan, auch wenn uns Mercedes einreden will, dass wir dann im nächsten Jahr zwei Sekunden hinterherfahren."

Die Feier fiel ins Wasser. "Nach dem Triple-Header sind alle froh, nach Hause zu kommen", berichtet Marko. Die Konzentration gilt bereits dem nächsten Rennen in Silverstone. Auf der Paradestrecke von Mercedes in den letzten sieben Jahren will Red Bull dem Erzrivalen die nächste Niederlage zufügen.

"Wir würden am liebsten immer auf dem Red Bull Ring fahren, weil diese Strecke so gut zu unserem Auto passt", frotzelt Teamchef Christian Horner. "Silverstone ist ganz anders. Dort war Mercedes in den letzten Jahren kaum zu schlagen." Marko ist optimistisch. "Der Sieg heute beruhigt uns weiter. Bisher waren wir mit unserem Paket auf allen Strecken siegfähig."

Doch der Grazer Doktor weiß auch um die Stärke des siebenfachen Weltmeisters. Mercedes wird jeden Stein umdrehen, um das Blatt zu wenden. "Und wir sehen anhand von McLaren, wie schnell es gehen kann. Die waren heute ein starker Gegner. Es braucht nur andere Reifenmischungen oder andere Bedingungen, und es kann sich drehen. Wenn wir Mercedes aber in Silverstone schlagen, sieht es für uns sehr gut aus."