Max Verstappen - GP Portugal 2021 Motorsport Images
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100. Red-Bull-GP: Verstappen will mehr Kiesbetten

Verstappens 100. GP für Red Bull Zurück zum Kiesbett!

GP Spanien

Max Verstappen bestreitet in Spanien seinen 123. Grand Prix in der Formel 1. Es wird das 100. Rennen im Red Bull. Der WM-Zweite will die leidige Diskussion um die Track Limits hinter sich lassen und fordert klare Regeln. Im WM-Kampf steigt die vierte Runde gegen Rivale Lewis Hamilton.

Die Diskussion verfolgt die Formel 1 seit ein paar Jahren und wurde durch die ersten drei Rennen weiter befeuert. Sowohl in Bahrain, als auch in Imola und Portimao stritten sich die Beteiligten über die richtige Auslegung bei Überfahren der Streckenbegrenzung – in Englisch Track Limits. Max Verstappen stand jeweils im Mittelpunkt.

In Bahrain verlor er den Sieg, weil er Lewis Hamilton in Kurve vier neben der Strecke überholte und den Spitzenplatz wieder abtreten musste. In Portugal warf ihn eine Reaktion auf ein ausbrechendes Heck neben den Randstein in der vierten Kurve. Die Rennleitung strich ihm die schnellste Runde im Q3. Deshalb startete Verstappen nur vom dritten Rang und nicht von Pole Position. Im Rennen verpasste er den Extra-Punkt für die schnellste Rennrunde, weil es seinen Red Bull in Kurve 14 zu weit herausgetragen hatte.

Max Verstappen - GP Spanien 2021
Wilhelm
In der Pressekonferenz zum Spanien-GP waren die Track-Limits natürlich wieder das Thema.

Red Bull ärgert sich

Red Bull rechnet vor: Die Track Limits hätten ihren Starpiloten bereits einen Sieg, eine Pole-Position und eine schnellste Rennrunde gekostet. Und in Summe acht WM-Punkte. Dabei beklagt der Rennstall, dass die Rennleitung bei der Auslegung der Track Limits nicht schlüssig handele. Sie würden mal so, mal anders ausgelegt. Es fehle eine klare Linie.

Die Gegner werfen ein: Muss Red Bull halt die Ausführungen von Rennleiter Michael Masi – zusammengefasst in den Event Notes – genauer lesen. Hier beschreibt der oberste FIA-Schiedsrichter, was erlaubt ist, und was nicht, wann die Rennleitung eingreift und wann nicht. Beispiel Bahrain: Da war es gestattet, in Kurve vier auszuholen, weil die Rundenzeit im Rennen nicht berücksichtigt wurde. Einen Vorteil im Zweikampf durfte man sich dadurch aber nicht verschaffen. Sprich Überholen abseits der Streckenbegrenzung war verboten.

Verstappen entgegnet: "In Bahrain gab es ein Missverständnis zwischen den Teams, was erlaubt ist, und was nicht. Generell glaube ich nicht, dass wir etwas Besonderes tun können, um immer genau Bescheid zu wissen." Der WM-Zweite sieht eine einfache Lösung, wie das Problem behoben werden könnte. "Wir müssen eine harte Linie finden zwischen Strecke und Auslaufzone. Eine Lösung wäre es, die Kiesbetten wieder näher an die Kurve zu bringen." Dann würde eine zu weite Linie zwangsläufig zu einem Zeitverlust oder sogar in einen Dreher führen.

Max Verstappen - Red Bull - GP Portugal - Portimao - 1. Mai 2021
xpb
Frust unter dem Helm. In Portugal wurden Verstappen zwei wichtige Runden gestrichen.

Vor- und Nachteil von Kiesbetten

Ohne eine solch klare Abgrenzung dürfte die Diskussion um die Track Limits nicht abflachen. "Es gibt Strecken, auf denen es wirklich schwer ist, sie zu überprüfen. Ich weiß, dass die MotoGP andere Randsteine als wir braucht. Doch wir müssen einen vernünftigen Mittelweg finden. Mit dem Grip, den wir haben, reizen wir die Streckenbreite oftmals aus. Das macht es schwer, die Track Limits tatsächlich richtig zu beurteilen. Manchmal zählt der Randstein, manchmal die weiße Linie. Das ist verwirrend", sagt der WM-Zweite.

Mit einem Kiesbett könnten auch die Motorrad-Fahrer leben. Weil sie dort bei Stürzen mehr Geschwindigkeit abbauen, als auf Asphalt. Und sie natürlich weicher landen, wenn sie ihre Maschine aus dem Sattel wirft. Bei einem Formel-1-Auto verhält es sich anders. Da droht im Kies ein Überschlag. Auf Asphalt kann während des Bremsvorgangs stärker entschleunigt werden. Das verringert die Verletzungsgefahr bei Unfällen. Mit der Kehrseite, dass ständig über die Track Limits gestritten wird. Die FIA lebt damit bislang allerdings sehr gut.

Verstappen sieht noch eine andere Kehrseite von Kiesbetten, die aber akzeptiert werden müsste. "Ich weiß, dass sie die Kosten für die Betreiber steigen lassen würden. Wenn bei Track Days einer ins Kies fährt und viele Steine aufwirbelt, muss die Strecke gereinigt werden. Aber ich denke, dass wir das Rennfahren allgemein mit einer harten Grenze deutlich besser machen können."

Max Verstappen - GP Portugal 2021
Wilhelm
Gilt die Linie oder der Randstein? Verstappen fordert klare Regeln.

Red Bull mit neuen Bremshutzen

In den Verstößen der ersten Rennen sieht Verstappen aber auch Positives. Darauf machte er am Donnerstag in seiner Medienrunde aufmerksam. "Man kann es auch anders sehen. Es zeigt, dass ich mich nicht mit zweiten oder dritten Plätzen abfinde. Ich gebe immer alles, sonst wären wir immer hinter Mercedes."

Das soll an diesem Wochenende nicht passieren. In seinem 100. Grand Prix für Red Bull will der Niederländer seinen zwölften Sieg feiern. Verstappen pusht sich und seine Mannschaft. "Auto und Fahrer: Beide können zulegen." Ein kleines Upgrade für den GP Spanien haben Spione bereits ausgemacht. Red Bull bessert abermals bei den vorderen Bremsbelüftungen nach.

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