Max Verstappen - Sergio Perez - Red Bull - GP Österreich 2021 - Spielberg xpb
Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2021 - Spielberg - Qualifikation
Fans - GP Österreich 2021 - Spielberg - Qualifikation
Fans - GP Österreich 2021 - Spielberg - Qualifikation
Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2021 - Spielberg - Qualifikation 43 Bilder

Red Bull hält Trümpfe: Verstappen sauer trotz Pole

Red Bull hält alle Trümpfe Verstappen sauer trotz Pole

Red Bull startet in den GP Österreich mit beiden Autos vor Mercedes und einem McLaren dazwischen. Max Verstappen sicherte sich die nächste Pole. Und doch war der WM-Führende nach der Qualifikation in Spielberg ein wenig angesäuert. Ihm stieß auf, dass sein Team ihn in der letzten Runde als ersten Fahrer auf die Strecke geschickt hatte.

Es deutete sich bereits am Freitag an, verstärkte sich im dritten Training und wurde in der Qualifikation belegt. Red Bull hat auch am zweiten Spielberg-Wochenende das schnellste Rennauto, auch wenn Mercedes im zweiten Training eine Doppelführung eingenommen hatte. Doch schon da warnten die Ingenieure, dass der Rivale das stärkere Paket habe. GPS-Messungen zeigten, dass Red Bull-Honda die Power heruntergeregelt hatte. Sonst wäre man am Freitag schon um eine Zehntel vor den Mercedes gestanden.

Am Samstagvormittag machte Max Verstappen endgültig klar, wer der Chef auf dem Red Bull Ring ist. Im dritten Training distanzierte er die Mercedes um eine halbe Sekunde. Schnelle Runden drehte er mit einer offensichtlichen Leichtigkeit. Rausfahren, Bestzeit hinknallen, die Box aufsuchen: Das erinnerte schon an die besten Tage von Mercedes.

Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2021 - Spielberg
xpb
Max Verstappen startet zum zum vierten Mal in dieser Saison vom ersten Startplatz.

Verstappen strebt nach Perfektion

In der Qualifikation ging es nach diesem Schema weiter. Verstappen setzte sich in den ersten beiden Durchgängen an die Spitze. "Da lief es für uns sehr gut." Doch dann geriet die Erfolgsmaschine plötzlich leicht außer Tritt. Eine sichere Pole Position geriet plötzlich in Gefahr. Weil Verstappen in die erste Q3-Runde einen Fehler einbaute, und das Team seinen Star beim zweiten Versuch zu früh auf die Rennstrecke schickte.

Deshalb fehlte Verstappen der Windschatten, von dem Hintermann Lando Norris profitierte. Ohne ein Zugpferd schrammte der WM-Führende trotz einer besseren Runde um 46 Tausendstel an seiner eigenen Marke vorbei. Wäre Norris hinter ihm nur 49 Tausendstel schneller gefahren, hätte er Verstappen die dritte Pole in Serie nach Frankreich und Österreich 1 entrissen.

"Der dritte Durchgang lief einfach nicht nach Plan", klagte Verstappen. "In der ersten Runde war Kurve drei nicht berühmt. In meiner zweiten Runde habe ich zu viel Zeit auf den Geraden verloren. Das nächste Mal warten wir besser länger in der Box." Verstappen tadelte seine Mannschaft direkt am Boxenfunk. In so eine Situation möge Red Bull ihn bitte nie wieder bringen. "Ich stehe zwar auf Pole, kann aber nicht vollauf zufrieden sein. Ich will immer perfekt abliefern. So bin ich gepolt. Nur so kannst du dich immer weiter verbessern."

Ein Lob für Auto und Motor

Es sind Klagen auf hohem Niveau. Dass Verstappen trotz des suboptimalen Timings dennoch vom Spitzenplatz grüßt, zeigt, wie gut dieser RB16B inzwischen ist. Nach Siegen in Monaco, Baku, Frankreich und in der letzten Woche scheint sich Red Bull derzeit nur selbst schlagen zu können. Es hatte auch seine guten Gründe, wieso das Team seine Speerspitze vorzeitig auf die Bahn schickte. "Nachdem er in der ersten Runde ein stehendes Vorderrad hatte, wollten wir ihm eine saubere Runde ermöglichen", erklärt Teamchef Christian Horner.

Verstappen hielt sich an das Protokoll und bummelte im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen nicht in der Aufwärmrunde. Er war nicht darauf aus, sich zurückfallen zu lassen, um selbst von einem Windschatten zu profitieren. Schlussendlich reichte es ja auch, vor der holländischen Fan-Armada die siebte Pole der Karriere einzufahren.

Dem Überflieger kam auch ein Lob über die Lippen. "Alles in allem bin ich zufrieden mit unserem Paket, unserem Auto, unserem Motor." Für das Rennen hält er alle Trümpfe in der Hand. Norris sollte über die Distanz kein Gegner sein. Und gegen die Mercedes hat er Abschirmjäger Sergio Perez hinter sich.

Sergio Perez - Red Bull - GP Österreich 2021 - Spielberg
xpb
Sergio Perez fand erst späte die passende Abstimmung für den RB16B.

Perez findet spät die Balance

Der Mexikaner jagte das ganze Wochenende über nach einer guten Balance im Auto, obwohl er aus der Vorwoche eine Referenz hatte. Doch auf wechselnde Bedingungen, Temperaturschwankungen, kann sich Verstappen schneller einstellen, als der Neuling im Team. Die Trainingsplatzierungen 8, 11 und 7 trieben der Teamführung die Sorgenfalten auf die Stirn. Da schien vor der Qualifikation noch nicht einmal der Einzug ins Q3 sicher. "Wir haben viel ausprobiert, viel erforscht, um das Ruder rumzureißen", berichtet Perez. "Mit jedem Run haben wir die Balance-Probleme ein stückweit verringert." In der Qualifikation funkte es dann endlich zwischen Fahrer und Auto.

Für ihn ist es nach Imola (Platz zwei) sogar der beste Startplatz der Saison. Für seinen 200. Grand Prix ist Perez optimistisch. "Wir haben über die Distanz ein schnelleres Auto als in der Qualifikation." Der größte Gegner steht auf den Positionen vier und fünf – Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Die Red Bull-Besatzung ist sich einig. "Sie werden unser Gegner und nicht McLaren. Wir starten mit dem Medium auf dem richtigen Reifen. Doch es wird kein Spaziergang. Mit den weicheren Reifen an diesem Wochenende wird das Reifenmanagement eine größere Rolle spielen. Keiner weiß, ob es auf einen oder zwei Stopps hinausläuft." Auf dem Medium starten übrigens auch Norris und die Mercedes.