Verstappen vs. Hamilton

„Ein dummes Manöver“

Verstappen vs.Hamilton - GP Bahrain 2018 Foto: xpb 61 Bilder

Schon nach 3 Runden kam es in Bahrain zur Kollision zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton. Die beiden Piloten waren uneins, was die Schuldfrage anging. Hamilton wählte deutliche Worte.

Es kommt in der Formel 1 nicht so häufig vor, dass sich die Piloten der Spitzenteams im direkten Duell auf der Strecke messen. Doch bei den Startplätzen 9 für Lewis Hamilton und 15 für Max Verstappen musste man in Bahrain mit allem rechnen. Dass sich die beiden WM-Kandidaten aber schon in Runde 3 über den Weg fuhren, war dann schon etwas überraschend.

Am Ende der Zielgeraden startete Verstappen einen Angriff auf den Weltmeister. Der Red Bull wählte die Innenbahn und zog vorbei am Silberpfeil. Doch Hamilton gab den Platz nicht ohne Gegenwehr ab. Erst am Ausgang der Kurve musste er zurückstecken. Beim Versuch, sich hinter seinem Konkurrenten einzureihen, blieb der Frontflügel am linken Hinterreifen des Red Bulls hängen, was zum Plattfuß führte.

Verstappen sieht keine eigene Schuld

Verstappen vs.Hamilton - GP Bahrain 2018 Foto: Wilhelm
Beim Duell Verstappen vs. Hamilton flogen auch nach dem Rennen noch Funken.

Verstappen schleppte sich mit dem Reifenschaden noch an die Box, um sich einen frischen Satz Gummis abzuholen. Doch nach einer weiteren Runde war endgültig Schluss. „Das Differenzial hatte wohl etwas abbekommen“, erklärte der Pilot. „Ich hatte auf einer Seite stärker durchdrehende Reifen als auf der anderen Seite. So konnte ich nicht weiterfahren.“

Normalerweise werden Kollisionen auf der Strecke von den FIA-Kommissaren untersucht. Doch in diesem Fall sahen die Schiedsrichter keinen Handlungsbedarf. „Wir haben uns das in der Rennleitung angeschaut. Aber weil keinem Fahrer eine Hauptschuld zugeschrieben werden konnte, haben wir auf eine offizielle Untersuchung verzichtet“, erklärte Rennleiter Charlie Whiting.

Die Piloten sahen den Fall allerdings etwas anders. Verstappen sah die Sache aus seiner Sicht eindeutig: „Ich bin gut aus der letzten Kurve rausgekommen. Lewis hat den Platz außen verteidigt. Von meiner Seite habe ich genügend Platz gelassen.“ Auf eine konkrete Schuldzuweisung verzichtete der Youngster, eine kleine Stichelei konnte er sich aber nicht verkneifen: „Wenn es andersrum gewesen wäre, hätte er bestimmt etwas gesagt.“

Hamilton-Beleidigung vor der Siegerehrung

Verstappen vs.Hamilton - GP Bahrain 2018 Foto: sutton-images.com
Nach nur 3 Runden war das Rennen für Verstappen beendet.

Obwohl die Auswirkungen der Kollision für den Weltmeister deutlich weniger negativ ausfielen, war Hamilton anschließend sauer. Als die Szene im Raum vor der Siegerehrung abgespielt wurde, wählte der Brite eine Beleidigung für Verstappen, die mit dem Wort „Schwachkopf“ noch vorsichtig übersetzt ist.

In der offiziellen Pressekonferenz darauf angesprochen, ergriff Sebastian Vettel Partei für seinen Mercedes-Kollegen: „Das ist nicht fair. Wir waren alle schon häufig in dieser Situation. Wir kämpfen Rad an Rad. Es geht eng zur Sache und es fließt viel Adrenalin. Ich glaube nicht, dass solche Scheiß-Fragen gerechtfertigt sind und dass man aus Nichts eine Story macht.“

Anstatt die Steilvorlage von Vettel zu nutzen, konterkarierte Hamilton die Unterstützung seines Ferrari-Kollegen. Bei seiner Antwort zur Frage nach dem Unfall machte er Verstappen noch einmal deftige Vorwürfe: „Das war einfach eine unnötige Kollision. Zwischen uns Fahrern muss ein gewisser Respekt herrschen. Das hat sich aber nicht nach einem respektvollen Manöver angefühlt.“

„Am Ende war es auch für ihn selbst ein dummes Manöver, weil er dadurch das Rennen nicht beenden konnte. Es ist offensichtlich, dass er in letzter Zeit zu einigen Fehlern neigt. Es war einfach eine unnötige Aktion. Ich weiß schon gar nicht mehr, wann genau im Rennen es passiert ist. Aber eigentlich ist es mir auch egal.“ Und diese Aussagen waren unserer Meinung dann doch eine Story wert.

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