Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP USA - Austin - 21. Oktober 2016 Red Bull
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Verstappen zu neuen Zweikampf-Regeln

„Überholen wird einfacher“

Die FIA hat Klarheit im Überholstreit geschaffen. Spurwechsel beim Bremsen sind ein Fall für die Sportkommissare. Während die meisten Fahrer Beifall klatschen, ist Max Verstappen geteilter Meinung. Er begrüßt, dass es eine einheitliche Regel gibt, befürchtet aber, dass Überholen zu einfach wird.

Nur einen Tag nach dem hitzigen Streitgespräch der Formel 1-Piloten über einen Verhaltens-Kodex beim Überholen, hat die FIA gehandelt. In Punkt 16.1. der Veranstaltungsmitteilungen der Rennleitung steht jetzt schwarz auf weiß, was die Mehrheit der Fahrer gefordert hat. Wer einen anderen Fahrer in der Bremszone zu einem Ausweichmanöver zwingt, wird vor die Sportkommissare zitiert.

Die Fahrer hatten am Tag davor von FIA-Rennleiter Charlie Whiting Klarheit gefordert. „Es kann nicht sein, dass es erst einen Unfall geben muss, bis etwas passiert“, beschwerte sich Nico Hülkenberg. Auslöser waren diverse Aktionen von Max Verstappen in Budapest, Spa und Suzuka. Der Holländer hatte jedes Mal erst dann die Spur gewechselt, als sich der Hintermann bereits festgelegt hatte.

FIA-Regel hilft dem Angreifer

Verstappen zeigte sich von der „Lex Verstappen“ unbeeindruckt. „Es ist, wie es ist. Es gibt jetzt eine Regel, und alle müssen sich daran halten. Ich begrüße, dass jetzt jeder weiß, was erlaubt ist und was nicht.“ Der Red Bull-Pilot warnt aber auch: „Diese Regel hilft dem Angreifer. Wenn es nicht mehr erlaubt ist, deine Position vor dem Bremspunkt zu verteidigen, in dem ich die Innenspur blockiere, wird der andere innen einfach vorfahren. Ist das der richtige Weg? Das wird sich noch zeigen.“

Verstappen hat die Klarstellung der Überholregeln nicht überrascht: „Wenn sich so viel beklagen, ist es kein Wunder.“ Das 19-jährige Wunderkind reagierte gelassen auf die Hexenjagd seiner Kollegen: „Jeder darf seine Meinung sagen. Ich habe darauf geantwortet, aber was macht das für einen Unterschied? Deshalb werde ich weiter mein Rennen fahren, und dann schauen, wie ich im Ernstfall reagiere. Ich zweifle, ob in der Hitze des Gefechts jeder an die Regel denkt.“

Ein Problem der jungen Fahrergeneration

Red Bull-Teamchef Christian Horner stärkt seinem Fahrer den Rücken: „Es ist wichtig, dass es jetzt Klarheit gibt. Wir sollten aber auch aufpassen, dass wir den Sport nicht überregulieren. Es gibt jetzt schon 4 unterschiedliche Regeln für das Überholen. Das ist eindeutig zu viel.“

Kollege Toto Wolff sieht es genauso: „Lass uns noch 200 Regeln erfinden. Die Gefahr ist, dass dann das Rennfahren noch komplizierter wird. Wenn es ein Ausweichmanöver braucht, damit die Sportkommissare einschreiten, werden wir in Zukunft viele Ausweichmanöver sehen.“

Wolff hätte es lieber den Fahrern überlassen, untereinander eine Lösung zu finden. Genau das wollten die Piloten aber nicht. Weil es nach Ansicht von Sebastian Vettel nicht funktioniert: „Als ich in die Formel 1 kam, gab es ein ungeschriebenes Gesetz, dass man im Zweikampf auf der Bremse nicht mehr die Spur wechselt. Plötzlich fangen einige damit an und kommen auch noch ungestraft davon. Wenn es keine Regel gibt, die das verbietet, machen das alle.“

Hülkenberg schiebt es auch darauf, dass mancher junge Pilot im Formel 1-Auto so fährt wie im Kart. „Doch was mit den kleinen Flitzern möglich ist, geht mit Autos, die über 300 km/h fahren, nicht.“ Ex-Pilot Mark Blundell, in Austin Fahrer-Kommissar der FIA, kommt zu dem gleichen Schluss: „Ich sage das als Privatmann, nicht in meiner Funktion als Sportkommissar. Diese Unart haben einige der jungen Fahrer mitgebracht, die vor nicht allzu langer Zeit im Kart gefahren sind. Die Alten machen das nicht. Die kennen die Konsequenzen.“

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