Max Verstappen - Red Bull - GP Ungarn 2019 - Budapest xpb
Max Verstappen - Red Bull - GP Ungarn 2019 - Budapest - Qualifying
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Charles Leclerc - Ferrari - GP Ungarn 2019 - Budapest - Qualifying 37 Bilder

Verstappens Husarenritt auf Pole in Ungarn

Red Bull zieht mit Mercedes gleich

Zu Saisonbeginn hinkte Red Bull Mercedes deutlich hinterher. Zur Saisonmitte hat der Rennstall aus Milton Keynes mit den Silberpfeilen gleichgezogen. Max Verstappen entriss Mercedes in Ungarn den besten Startplatz.

Max Verstappen war erleichtert. Schon ein paar Mal war der 21-Jährige nah dran an seiner ersten Pole-Position. Zum Beispiel im Vorjahr beim GP Mexiko. Da klaute ihm der Teamkollege im letzten Moment den besten Startplatz. Im 93. Grand Prix ist es aus Sicht des Niederländers endlich passiert. Verstappen eroberte am Qualifying-Samstag zum GP Ungarn seine erste Pole-Position im Alter von 21 Jahren, 10 Monaten und 5 Tagen.

Nervige Fragen hören auf

Der jüngste Sieger der Grand-Prix-Geschichte ist nun der viertjüngste Mann, der eine Qualifikation für sich entschied. Nur Sebastian Vettel, Charles Leclerc und Fernando Alonso schafften es früher. Was die erste Karriere-Pole für ihn bedeute, fragt ein Reporter. „Dass endlich die nervigen fragen aufhören, wann ich zum ersten Mal an einem Samstag ganz vorne stehe.“

Red Bulls Wunderknabe verarbeitet seinen nächsten großen Karriere-Moment wie ein Routinier. „Es war nur eine Frage der Zeit, wann es klappt. Und eine Frage des Glücks. Das brauchst du manchmal einfach. Ich weiß, dass ich es früher hätte schaffen können. Ich stand mir ein paar Mal mit Fehlern selbst im Weg. Trotzdem habe ich mich nicht verrückt machen lassen.“

Nach dem Trainingsfreitag klangen Red Bulls Ingenieure noch zurückhaltend. Das wechselnde Wetter trübte den Blick aufs Kräfteverhältnis. Trotzdem hielten sie fest: „Mercedes wird hier verdammt schwer zu schlagen sein.“ Red Bull duellierte sich mit den Silberpfeilen auf Augenhöhe. Verstappen lag nur einen Wimpernschlag vor Valtteri Bottas. Die beiden Männer aus der ersten Startreihe trennten 18 Tausendstel.

Max Verstappen - Red Bull - GP Ungarn 2019 - Budapest
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Max Verstappen fährt in dieser Saison in Höchstform.

Verstappen packt beste Sektoren in eine Runde

Die Ingenieure machten den Trainingssieg an drei Faktoren fest. Ein verfeinertes Setup von Freitag auf Samstag. Die optimale Vorbereitung der weichen Reifen. Und ein Pilot in Hochform. Verstappen reihte in der entscheidenden Runde seine drei persönlich schnellsten Sektoren aneinander. Im ersten Abschnitt legte er die viertschnellste Zwischenzeit auf die Bahn. Im Mittelsektor die zweitschnellste. Und in den letzten drei Kurven war keiner schneller als der fliegende Holländer. Obwohl dieser Streckenabschnitt das ganze Wochenende den Mercedes gehörte.

Red Bull verbesserte sich verglichen mit dem Freitag vor allem in den langsamen Kurven. Ohne dafür in den mittelschnellen Ecken zu büßen. „Die drei Dreher, die Verstappen in den Trainings hatte, waren dem Setup geschuldet. Es hatte noch nicht 100 prozentig gepasst. In der Qualifikation war das Auto dann genau da, wo wir es haben wollten“, urteilte Red Bulls Sportdirektor Helmut Marko. Sein Starfahrer berichtete: „Wir waren das ganze Wochenende konkurrenzfähig. Das Auto fühlte sich gut an. Im Qualifying ist es mit jeder Runde noch besser geworden. Es war ein Genuss zu fahren.“

Schritt für Schritt hat sich Red Bull nach einem durchwachsenen Saisonstart an die silberne Konkurrenz herangepirscht. Der größte Schritt gelang beim GP Österreich. „Seither passt die Balance. Wir haben sie danach mit jedem Rennwochenende verfeinert“, sagt Verstappen. Die Technikabteilung schiebt kontinuierlich Upgrades nach. In Ungarn sind es ein überarbeiteter Frontflügel und Unterboden.

Red Bull zerstört Ferrari in Kurven

Die Politik der kleinen Schritte hilft den Ingenieuren beim Verständnis. Vor ein paar Wochen hätte man den Hungaroring noch als Mercedes-Territorium bezeichnet. Jetzt herrscht Gleichstand. „Wir sind mit unserem Chassis auf gleichem Niveau“, urteilt Marko. Nur beim Motor muss Partner Honda noch nachlegen. In der Spitzenleistung fehlen dem japanischen V6-Turbo zwischen 20 und 30 PS.

Auf dem kurvenreichen Hungaroring mit einem Vollgasanteil von knapp 60 Prozent zählt aber mehr der Anpressdruck als die Motorleistung. „Mercedes konnte hier seinen Party-Modus nicht ausspielen.“ Auf den Geraden verliert Red Bull praktisch keine Zeit auf die Silberpfeile. Verstappen ritt mit 307,5 km/h über die Zielgerade. Lewis Hamilton war 1,8 km/h schneller, Bottas 2,4 km/h.

Nur Ferrari ist auf den Geraden weiter eine Macht. „Im dritten Training haben sie uns eine halbe Sekunde aufgebrummt“, erzählen die Ingenieure. Dafür sind die roten Autos in den Kurven zu langsam. „In den langsamen und mittelschnellen Kurven zerstören wir sie. Nur in den schnellen halten sie mit.“ Davon gibt es auf dem Hungaroring zu wenige, damit Ferrari in den Kampf um die Pole-Position eingreifen konnte.

Max Verstappen nutzte den Moment, um eine kleine Spitze gegen Ex-Motorenpartner Renault abzufeuern. Ein Reporter will von ihm wissen, was er von Renaults Aussage hält, in gewissen Spitzen 1.000 PS zu erreichen. „Dann müssen sie ein sehr schlechtes Auto haben.“ Dann richtet sich der Blick auf den Rennsonntag. Den ersten Stint werden sowohl Verstappen als auch die Mercedes auf den Medium-Reifen in Angriff nehmen. Es wird nach dem verregneten Freitag eine Fahrt ins uUgewisse. „Wir haben nicht viele Daten. Aber in der Regel können wir uns auf unsere Rennpace verlassen“, sagen die Ingenieure. Verstappen ergänzt: „Es zählt nur der Sonntag.“ Der 21-Jährige will seinen dritten Saisonsieg.

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Max Verstappen sichert sisch in Budapest seine erste Pole Position.

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