Nico Hülkenberg - GP Singapur 2013 Sauber
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Daniel Ricciardo - GP Singapur 2013
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Verteidigungsschlacht in Singapur

Hülkenbergs schlimme 10 Runden

In Monza zehn, in Singapur zwei WM-Punkte: Nico Hülkenberg und sein Sauber kommen in Fahrt. Der neunte Platz in Singapur war aber mühsam erkämpft. Die letzten zehn Runden musste Hülkenberg auf ausgelutschten Reifen überstehen. "Es war eine einzige Qual."

Nico Hülkenberg sah aus, als käme er aus der Sauna. Zwei Stunden Vollgas in Singapur sind die härteste Prüfung der Formel 1. Doch für Hülkenberg waren die letzten zehn Runden extra lang. Er saß mit den McLaren-Piloten Jenson Button und Sergio Perez im gleichen Boot. Alle drei hatten zu Beginn der Safety-Car-Phase ihre Reifen gewechselt und mussten die Restdistanz von 36 Runden auf diesem Satz überstehen.
 
Zehn Runden vor Schluss gaben die Hinterreifen ihren Geist auf. Und von hinten flog ein D-Zug mit Mark Webber, Nico Rosberg, Lewis Hamilton, Felipe Massa und Adrian Sutil heran. Alle fünf waren mit deutlich frischeren Reifen unterwegs.

Vorne Grip, hinten keiner

Diese letzten zehn Runden waren eine einzige Verteidigungsschlacht. "Das wünsche ich keinem. Mann, war das furchtbar. Ich bin nur herumgerutscht, das Auto war unfahrbar", schüttelte Hülkenberg den Kopf. Dann ging er ins Detail und erzählte, was sich im Cockpit abspielte: "Vorne haben die Reifen noch Grip, hinten nicht mehr. Das Heck will in jeder Kurve ausbrechen. Du kannst nicht mehr bremsen, nicht mehr Gasgeben, nicht mehr aggressiv einlenken. Vor den Kurven musst du das Auto anstellen, um das Heck einigermaßen zu stabilisieren. Es ging nur noch ums Überleben."

Hülkenberg beweist Rennintelligenz

Als sich die von Webber angeführte Gruppe in Riesenschritten näherte, da wurde am Sauber-Funk noch kurz diskutiert, ob sich Hülkenberg wehren sollte. Immerhin lag er da noch auf dem sechsten Platz. Hülkenberg entschied sich dafür, Webber und die Mercedes-Piloten ziehen zu lassen. "Felipe habe ich fast schon vorbeigewunken. Hätte ich dagegengehalten, hätte ich mir nur noch mehr die Reifen runiniert."

Sky-Reporter Martin Brundle lobte: "Tolle Übersicht von Nico. Wenn du Sechster bist, liegt die Versuchung nahe zu kämpfen. Aber er hätte sich nur ein Eigentor geschossen." Erst bei Adrian Sutil machte Hülkenberg dicht. Der Force India-Pilot war als einziger Verfolger auf Supersoft-Reifen unterwegs. "Als Adrian zu mir aufschloss, merkte ich, dass auch bei ihm die Reifen schlagartig nachließen. Da habe ich mein Auto breit gemacht."

Risiko-Taktik als einzige Option

Nico Hülkenberg wollte sich gar nicht auf die Diskussion einlassen, ob Saubers Risiko-Strategie richtig war. "Nach zwei Stints mit Supersoft-Reifen hatten wir keine andere Wahl. Ich musste noch einmal auf Medium-Reifen fahren. Wenn wir eine Chance auf Punkte haben wollten, mussten wir bis zum Ende durchhalten."

Teammanager Beat Zehnder ergänzte: "Wir wären bei einem dritten Stopp wieder hinter di Resta gefallen. Das wollten wir vermeiden. Rosberg hat uns die Entscheidung abgenommen. Er war nach der Safety-Car-Phase so langsam, dass wir Reifen schonen konnten ohne Zeit auf die Leute zu verlieren, die später noch einmal stoppen wollten." Als Webber und seine Gefolgschaft in der 42. Runde frische Reifen aufgezogen hatten, zehrte Hülkenberg von einem Vorsprung von 14,2 Sekunden.

Platztausch gegen Perez ungerecht

Hülkenberg hätte einen Platz weiter vorne ankommen können, hätte er in der 18. Runde nicht eine Position gegen Sergio Perez herschenken müssen. "Das war eine Entscheidung, die ich nicht verstehen kann", ärgerte sich Hülkenberg. Es gab praktisch keinen im Fahrerlager, der dem Sauber-Piloten widersprach. Hülkenberg war im Zweikampf mit dem McLaren-Piloten in Kurve 7 über den Streckenrand hinausgeraten und vor dem Mexikaner wieder eingeschert.

In vergleichbaren Szenen in der Vergangenheit setzte es Strafen. Hülkenberg entging ihr durch den freiwilligen Platztausch. Doch diesmal wäre eine Strafe ungerecht gewesen. Der Sauber hatte vom Kurveneingang bis Kurvenausgang die Nase vorn. Perez zwang ihn dazu, die Strecke zu verlassen.

Das Argument der Rennleitung, dass Hülkenberg so nicht hätte fahren können, wenn dort eine Mauer gestanden wäre, zählt in diesem Fall nicht. Dann hätte sie Perez dafür bestrafen müssen, Hülkenberg in die imaginäre Mauer gedrückt zu haben. "Ich musste aufmachen, sonst fährt er mir ins Auto. Dabei komme ich auf den Randstein, das Auto setzt auf, der Randstein zieht mich auf die andere Seite runter, und dann war ich neben der Strecke. Ich wollte Perez Luft lassen und werde dafür bestraft."

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