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Verwirrung bei den Teams

FIA kündigt Fahrwerks-Checks an

Die Klarstellung der Fahrwerks-Regeln hat bei vielen Teams für Unklarheit gesorgt. Was ist jetzt überhaupt noch erlaubt? Sind damit auch Stabilisatoren verbannt? Die FIA will von Fall zu Fall entscheiden.

Es ist eine unendliche Geschichte. Die Klarstellung der Fahrwerksregeln liest sich für den Laien verständlich. Doch Ingenieure lesen die Regeln auch zwischen den Zeilen. Und entdecken den ein oder anderen Widerspruch. Für sie sind die Fahrwerksregeln gar nicht klar. „Nach der Definition sind alle Aufhängungen illegal. Dann dürftest du ja nicht einmal einen Stabilisator benutzen“, klagt Andy Green.

Der Force India-Technikchef ließ sich bei FIA-Rennleiter Charlie Whiting und dem neuen Technik-Delegierten Marcin Budkowski gleich einen Termin geben. Er hat ein Problem mit der fünften Klarstellung, in der steht. Es darf keine direkte Verbindung zwischen den Elementen des Fahrwerks geben, die die Bodenfreiheit und das Rollverhalten kontrollieren. „Die sind bei jedem Auto verbunden“, sagt Green.

Der Teufel steckt im Detail

Auf Anfrage von auto motor und sport erklärten die FIA-Experten: „Die Klarstellung soll für die Sportkommissare bei Streitfragen eine Basis sein. Sie werden dann von Fall zu Fall überprüfen, ob eine Aufhängung in Konflikt mit diesen fünf Punkten steht. Die Forderung, dass Fahrwerkselemente für das Rollverhalten und die Bodenfreiheit nicht verbunden sein dürfen, gilt nur unter dem Verdacht, dass die Aufhängung etwas tut, das nicht den Primärzweck einer Aufhängung erfüllt. Wenn die Dämpfer und Federn in Abhängigkeit bestimmter Parameter der Rollsteifigkeit reagieren, sehen wir ein Problem. Umgekehrt natürlich nicht."

Die FIA argumentiert, dass man bei diesem Fall den Verdacht haben müsste, das Auto senke sich bei Geradeausfahrt kontrolliert ab, in schnellen Kurven jedoch nicht. Das widerum ließe vermuten, dass die Aufhängung nicht den natürlichen Gesetzen der Physik folgt, sondern aktiv Einstellungen ermöglicht, die nicht nur mechanische, sondern auch aerodynamische Auswirkungen haben.

FIA will Nachweis am Objekt

Noch rätselt die Branche, welches Team von der Verschärfung der Regel am meisten betroffen ist. Viele tippen auf Red Bull und auch Mercedes. Spekulationen, ein Team wäre bereits gebeten worden, sein Fahrwerks-System auszubauen, widerspricht Whiting: „Jeder kann fahren was er will. Es wäre nur töricht etwas einzusetzen und jetzt zu testen, von dem man annehmen müsste, dass es unter den neuen Richtlinien nicht regelkonform ist und in Melbourne nicht eingesetzt werden kann.“

Red Bull-Teamchef Christian Horner und Mercedes-Kollege Toto Wolff behaupten, die FIA habe ihre Systeme überprüft und für legal befunden. Daran ändere auch die jüngste Klarstellung nichts. Das ist zwar richtig, aber nach der neuen Bestimmung der FIA irrelevant. Die Teams müssen jetzt nämlich nachweisen, dass ihre Technologien legal sind. Sie können nicht mehr darauf warten, dass ihnen die FIA auf die Schliche kommt.

Whiting und Budkowski erklären den Unterschied zu früher. „Da haben uns die Teams gefragt, ob wir mit der Funktion bestimmter Komponente zufrieden sind. Wir haben daraufhin mit ja oder nein geantwortet. Jetzt müssen sie uns das am Objekt beweisen. Bei den Aufhängungen wollen wir wissen, welchem Zweck die hydraulischen Verbindungen dienen, wie die Ventile in dem System funktionieren und was das bewirkt. Wenn sie uns nicht zweifelsfrei überzeugen können, dass damit nicht auch etwas Verbotenes gemacht werden kann, verzichten sie lieber darauf.“

Der Weltverband erwartet deshalb, dass die Teams vor Melbourne ihre Systeme von den FIA-Technikern absegnen lassen, wenn sie nicht ganz sicher sind, dass sie einer Überprüfung standhalten. Die FIA will sich von den Teams ab dem vierten Testtag die Fahrwerke vorführen lassen. auto motor und sport hat erfahren, dass sowohl Red Bull als auch Mercedes in Barcelona für alle Fälle mit der konventionellen und der vernetzten Lösung testen.

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