Verzichtet Renault auf Motoren-Upgrade?

Spec-C-Motor nur für Red Bull

Carlos Sainz - Renault - GP Belgien 2018 - Spa Foto: Wilhelm 61 Bilder

Renault zündet beim GP Italien seine letzte Ausbaustufe. Doch möglicherweise bekommt nur Red Bull diese Motorversion. Das Werksteam von Renault könnte komplett auf den Einsatz verzichten. Ein Grund dafür sind Installationsprobleme.

Die Ehe zwischen Red Bull und Renault war nie besonders herzlich. Auch in diesem Jahr gab es viele Reibungspunkte. Zuletzt ermahnte Renault seinen Kunden, noch einmal auf kritische Kommentare in der Öffentlichkeit zu verzichten. Doch jetzt machen die Franzosen dem WM-Dritten ein Geschenk. Er bekommt die dritte Ausbaustufe des Renault R.E.18-V6-Turbo möglicherweise exklusiv. Natürlich nicht ganz freiwillig.

Renaults letzte Motorenspezifikation bringt mit der aktuellen Entwicklung des Benzins von Exxon/Mobil mehr Power als mit dem BP/Castrol Kraftstoff, den Renault einsetzt. Renault verspricht sich nach Änderungen am Verbrennungsmotor vor allem im Qualifikationsmodus eine Leistungssteigerung. „Wir können Red Bull diesen Motor ab Monza bereitstellen, wenn sie das wollen“, bestätigte Sportchef Cyril Abiteboul.

Red Bull will. Teamchef Christian Horner ließ auf Anfrage wissen: „Wir werden den Motor am Freitag in Monza testen und dann entscheiden, wie wir weiter verfahren. Max Verstappen hat noch Luft in seinem Motoren-Pool, und Daniel Ricciardo erwartet sowieso eine weitere Motorenstrafe. Besser in Monza als in Singapur.“

Installation kostet siebenstellige Summe

Der Einbau des Spec-C-Motors ist für Red Bull mit viel Aufwand verbunden. Es müssen einige Kühler an andere Stellen gerückt werden. Damit kann Red Bull auch die zweite Entwicklungsstufe der anfälligen MGU-K einsetzen. Motorsportchef Helmut Marko stöhnt: „Die Installation kostet uns eine Million.“

Fahrernoten GP Belgien 2018
Trotz Sieg keine 10 für Vettel

Renault will sich diese Kosten offenbar sparen. Man müsste zusätzlich ja auch noch Benzin und Öl an den neuen Motor anpassen. Red Bull als Testlabor reicht. Wenn unter der Verkleidung Kühlelemente versetzt werden müssen, dann besteht auch die Gefahr, dass die innere Durchströmung leidet. Auch dieses Risiko will das Werksteam nicht eingehen.

Im Kampf mit HaasF1 um Platz 4 zählt jeder Punkt. Das gleiche gilt für das zweite Renault-Kundenteam McLaren. Da ist die Lage sowieso aussichtslos. Sowohl bei Renault als auch bei McLaren laufen die Uhren schon voll Richtung 2019. Für Parallelprogramme ist kein Platz.

Renault wird deshalb wahrscheinlich ganz auf den Einsatz des C-Motors verzichten. Ein Indiz dafür ist, dass man bei Nico Hülkenberg und Carlos Sainz ein Rennen vor dem möglichen Einsatz der Weiterentwicklung seinen Motoren-Pool noch einmal mit B-Motoren aufgestockt hat. Ein Wechsel zur C-Variante würde weitere Motorenstrafen bedeuten.

Für Renault ist der Test mit Red Bull trotzdem interessant. Mercedes und Ferrari sind mit ihren jüngsten Upgrades wieder davongezogen. „Renault muss was tun. Die Schere in der Qualifikation ist noch einmal größer geworden, auch wenn das Renault nicht glauben will“, heißt es bei Red Bull.

Neuester Kommentar

@Brazilian.
Einen Englischen Firma beauftragen als Lösung von PU Probleme? Ich glaube nicht daran. Biss den (Ford USA finanzierte) Cosworth DFV waren Englische motoren höchstens mittel-mass. Das Gleiche gilt für Französische motoren. Aber der Matra V12 war gut, den Renault V10 und V8 Triebwerke sogar sehr gut. Die Deutschen hersteller bauten top Triebwerke im 80'er Jahren, aber Porsches 90'er Jahren V12 war einen Flop. Von halbwegs den 80'er biss Anfang 90'er Jahren war einen Japanischen Honda fast eine garantie für Erfolg. Mercedes machte seine erste Schritte im F1 mit Hilfe vom Englischen Firma Ilmor (das Genie Ilmor's war aber einen Schweizer). Schnelle aber nicht immer zuverlässige motoren. Die Heutigen Power Units Mercedes' sind meiner Meinung nach aber mehr Deutsch als Englisch. Aber Sicher weißt man das Heutzutage nie. Triebwerke werden nicht mehr von nur einen Mann entworfen. Sie werden entwinkelt von einen Armee von Ingenieure aus aller welt. In welches Land dass Werk steht, welche Marke darauf klebt oder wovon die Finanzierung komt is nicht entscheidend. Wie viel Geld investiert wird macht meiner Meinung nach denn Unterschied...

Ramshoek 28. August 2018, 12:20 Uhr
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