Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Donnerstag - 27. August 2020 xpb
Pierre Gasly - Alpha Tauri - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Donnerstag - 27. August 2020
Pierre Gasly - Alpha Tauri - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Donnerstag - 27. August 2020
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Pierre Gasly - Alpha Tauri - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Donnerstag - 27. August 2020 36 Bilder

Vettel über Barcelona-Taktik: Kommunikation lief suboptimal

Vettel über Barcelona-Taktik Kommunikation lief suboptimal

Sebastian Vettel ist mit gemischten Gefühlen nach Spa gereist. Im Gegensatz zum Vorjahr ist der Ferrari dieses Mal nicht siegfähig. Was seine Zukunft angeht, konnte der Heppenheimer keine Neuigkeiten verkünden.

Die Ferrari-Fans denken wohl gerne an den Grand Prix von Belgien 2019 zurück. Vor zwölf Monaten feierte die Scuderia in den Ardennen ihren ersten Saisonsieg. Charles Leclerc stand das erste Mal in seiner Karriere ganz oben auf dem Podium. Dieses Jahr dürfen die Piloten in ihren roten Rennwagen gar nicht erst vom Podium träumen. Der Power-Nachteil auf den Geraden wiegt schwer.

"Wir werden sicher im ersten Sektor leiden. Aber für die Rundenzeit ist der zweite Sektor immer noch sehr wichtig. Da können wir vielleicht wieder etwas gutmachen", gibt sich Leclerc wenigstens etwas optimistisch.

Sebastian Vettel erinnerte sich beim ersten Besuch der Strecke am Donnerstag auch an ganz alte Zeiten, die nicht weniger schwierig waren. "Ich bin hier mal in der Renault World Series gefahren und gecrasht. Dabei habe ich mir den Finger gebrochen. Es ging dann ins Medical Center, wo ich umgezogen und in einen Rollstuhl gesetzt wurde. Ich habe den Leute damals gesagt: Mir geht es gut, es ist nur der Finger!"

Auch im Formel-3-Renner düste der Heppenheimer in seinen Junior-Jahren über die Ardennen-Achterbahn: "Damals hat glaube ich Lewis ein Rennen gewonnen, wenn ich mich richtig erinnere. Der andere Laufsieg ging an Adrian Sutil. Sie waren sehr stark in diesem Jahr. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich gelandet bin. Aber die Strecke ist einfach sehr beeindruckend, wenn man das erste Mal hier ist. Das hat sich auch nicht groß geändert."

Charles Leclerc - Ferrari - GP Spanien 2020 - Barcelona
Motorsport Images
Leclerc hatte sich nach seinem Dreher schon abgeschnallt. Dann ging es doch weiter.

Taktik-Poker geht auf

In diesem Jahr erwartet der vierfache Champion wieder einen harten Kampf gegen die Konkurrenz im Mittelfeld. Schon in Spanien musste sich Vettel im Rennen mit McLaren, Racing Point, Alpha Tauri und Renault herumschlagen. Nach einem schwachen Qualifying sprang vor zwei Wochen immerhin noch ein siebter Platz heraus.

"Wir haben mit der Taktik gepokert und sind ein Risiko eingegangen. Am Ende hat es sich ausgezahlt. Aber der siebte Platz ist natürlich nicht das, was ich mir als Ziel setze und wo das Team hin will. Wir haben deshalb nach dem Rennen sicher keine Champagner-Flaschen geöffnet. Und dann gab es ja noch den Ausfall des zweiten Autos", erinnert sich der Deutsche.

Teamkollege Leclerc hatte zu seinem vorzeitigen Ende noch eine Erklärung nachzuliefern. Wie war das mit dem losen Gurt nach seinem Elektrik-Problem? "Ich habe mich abgeschnallt als ich gemerkt habe, dass es ein Problem mit dem Motor gibt. Ich hatte nicht gedacht, dass ich noch einmal weiterfahren kann. Dann habe ich mich im Auto wieder angeschnallt und mich auf den Weg gemacht", berichtet der Monegasse.

Gefährlich sei die Situation zu keinem Zeitpunkt gewesen: "Ich bin erst einmal langsam gefahren um herauszufinden, ob der Motor richtig funktioniert. Als ich dann mehr Gas gegeben habe, fiel mir auf, dass einer der vier Gurte nicht richtig fest war. Das habe ich dem Team gesagt und bin direkt an die Box gekommen."

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Spanien 2020 - Barcelona
W
Sebastian Vettel kam in Barcelona mit einem Boxenstopp über die Runden.

Vettel nimmt Team in Schutz

Auch Vettel schrieb nach dem Barcelona Schlagzeilen, die nichts mit seiner fahrerischen Leistung zu tun hatten. Vom Kommandostand hatte der 33-Jährige im Rennen erst die Ansage bekommen, Attacke zu machen, dann wurde er aufgefordert die Reifen zu schonen, um sich den zweiten Stopp zu sparen.

"Am Montag ist es immer leicht, das zu analysieren", nahm der Pilot seine Ingenieure in Schutz. "Ich hatte gehofft, dass meine Reifen etwas länger halten und mit Platz fünf geliebäugelt. Am Ende ist es der siebte Platz geworden. Wir haben die mutige Entscheidung gemeinsam getroffen und sind ein Risiko eingegangen. Wenn es schiefgelaufen wäre, hätten wir auch gemeinsam die Konsequenzen getragen."

Vettel gab aber auch zu, dass der Funkverkehr nicht ganz optimal lief: "Was die Kommunikation angeht, hätten wir es etwas besser machen können. Ich hätte etwas offener über mein Gefühl im Auto reden sollen und die andere Seite hätte etwas mehr ihre Sichtweise teilen können. Aber die Entscheidungen müssen ja immer schnell getroffen werden."

Am Ende der Pressekonferenz musste Vettel natürlich noch ein paar Worte zu seiner Zukunft verlieren. Ein Reporter-Kollege stellte dem Piloten konkret die Frage, ob er schon einen besonderen Stift nach Spa mitgenommen habe, um etwas zu unterschreiben. Doch ein neuer Vertrag für 2021 scheint noch nicht in Sicht: "Ich habe viele Stifte dabei. Aber nichts Spezielles, um etwas zu unterschreiben", grinste Vettel. "Was meine Zukunft angeht, gibt es keine Updates. Ihr könnt einfach die Antworten aus der letzten Pressekonferenz kopieren und einfügen."

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