Vettel crasht mit Verstappen

Ferrari-Star gibt Verstappen die Schuld

Max Verstappen - Sebastian Vettel - GP Japan 2018 - Suzuka - Rennen Foto: sutton-images.com 68 Bilder

Strategie-Pannen, Fahrfehler, Unfälle: Bei Ferrari und Sebastian Vettel läuft seit dem Sieg in Belgien nichts mehr zusammen. In Japan kollidierte der WM-Zweite mit Max Verstappen. Vettel sah die Schuld beim Red Bull-Piloten. Die WM kann der viermalige Champion abschreiben.

Erst Monza, dann Singapur, später Russland, jetzt Japan: Sebastian Vettel kann nicht mehr gewinnen. Viel schlimmer noch: Rivale Lewis Hamilton reitet im Mercedes W09 von Sieg zu Sieg. Stattdessen stolpert Ferrari von einem Zwischenfall zum nächsten. Am Qualifying-Samstag hatte die Strategieabteilung versagt. Dazu leistete sich Vettel in der einzigen trockenen Runde von Q3 einen Fahrerfehler.

Die berühmte Spoon, zu Deutsch Löffelkurve, meinte es auch am Rennsonntag nicht gut mit Vettel. In der achten Runde drehte sich Vettel in der 13. Kurve nach einer Berührung mit Max Verstappen von der Strecke. Statt Platz drei fiel der Heppenheimer auf den letzten Platz zurück. Verstappen fuhr hingegen weiter und steuerte seinen Red Bull auf das Podest.

Verschiedene Meinungen der Piloten

Die beiden Unfallpiloten waren verschiedener Meinung. Wie das bei Rennfahrern oft so ist: Jeder verteidigt sich selbst. Zuerst Verstappen: „Er hat an einer Stelle versucht, mich zu überholen, an der du deinen Gegner nicht überholen kannst. Ich habe ihm so viel Platz wie möglich gelassen, trotzdem traf er mich.“ Vettel sah es anders. „Er hat mir die Tür offen gelassen und ich bin reingestochen. Wir lagen beim Bremsen Seite an Seite. Dann hat er die Bremse geöffnet und drückte immer weiter rein. Er hat mir einfach keinen Platz gelassen. Ich habe mein Möglichstes getan, die Berührung zu vermeiden “, beschreibt der viermalige Weltmeister seine Sicht.

Vettel hatte sich Verstappen auf der Runde zurecht gelegt. Das Safety Car hatte ihm geholfen, nahe genug an seinem Vordermann dran zu sein. Verstappen musste sich zwar auf der Zielgerade nicht verteidigen, doch bestimmt an seinem Batterievorrat zehren. In den schnellen S-Kurven lud Vettel die Batterien auf und schob sich trotzdem immer näher an Verstappen heran. Die letzte echte Kurve, bevor es auf die Gerade mit Vollgas-Rechtsknick Richtung Spoon geht, traf Vettel perfekt. „Ich kam wunderbar aus der Haarnadel und hatte volle Batterien. Max musste stattdessen die Batterie laden. Das brachte mich in eine gute Position. Dazu hatte ich Windschatten“, erklärt Vettel. Der Ferrari-Fahrer gibt zu, dass die Löffelkurve nicht die ideale Überholstelle ist in Suzuka.

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Auch sagt Vettel, er habe von der Fünfsekunden-Strafe gegen Verstappen gewusst. Der Niederländer hatte in der ersten Runde den Ferrari von Kimi Räikkönen gerempelt und wurde dafür bestraft. Vettel war also bereits virtuell vor Verstappen. Trotzdem wollte er so schnell wie möglich auf der Strecke vorbei. „Du hast in einem Rennen nicht viele Chancen. Da kannst es dir nicht erlauben, zu warten. Zumal Verstappen ja nicht das Endziel war. Du musst zugreifen, wenn sich eine Möglichkeit bietet. Wenn ich gewartet hätte, wäre er mir in Spoon wieder davon gezogen. Dann wäre ich auf der Gegengerade vor der 130R zu weit weg gewesen.“ Vettel will sich nicht in zu viele Schuldzuweisungen verstricken, und stattdessen vor dem nächsten Rennen das Gespräch mit Verstappen suchen.

Ferrari fehlen wichtige Aero-Teile

Die Kollision spülte Vettel nicht nur an das Ende des Feldes zurück, sondern kostete seinem Ferrari einige Aerodynamikteile. Auf der rechten Fahrzeugseite fehlte zum Beispiel das vertikale Blech am äußeren Rand des Seitenkastens. Die Rennkommissare entschieden, keine Strafe auszusprechen. „Keinem der beiden Fahrer konnte die ganze oder überwiegende Schuld zugeschoben werden“, hieß es in der Urteilsbegründung der Stewards um Fahrerkommissar Tom Kristensen. Mit anderen Worten: Rennunfall.

Vettel kann sich mit der Entscheidung anfreunden. „Wir wollen Rennen fahren und nicht einfach im Kreis fahren. So etwas gehört dazu. Es ist richtig, nicht bei jedem Zwischenfall eine Strafe auszusprechen.“ Trotz angeschlagenem Auto arbeitete sich Vettel innerhalb von 26 Runden von ganz hinten bis auf den sechsten Platz. „Es hat ein paar Runden gedauert, bis ich mich an das andere Fahrverhalten gewöhnt habe. Danach lief das Auto ganz gut.“ Es glückte ihm in 1:32.318 Minuten sogar die schnellste Rennrunde im letzten Umlauf. „Die Schlussphase war langweilig. Die Lücke zu Kimi vor mir war viel zu groß.“ Die WM ist mit großer Sicherheit gegessen. Hamilton baute durch den Sieg seinen Vorsprung gegenüber Vettel auf 67 Punkte aus.

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