Vettel-Dreher ohne Folgen

Kalter Asphalt und alte Reifen

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1-Test - Barcelona - 21. Februar 2015 Foto: ams 23 Bilder

Sebastian Vettel begann seinen ersten Einsatz in der Barcelona-Testwoche mit einem Dreher ins Kiesbett. Am Ende konnte er aber dennoch ein positives Fazit ziehen. Der Ferrari lief fast ohne Probleme.

Als der dritte Testtag von Barcelona angepfiffen wurde, waren sowieso schon alle Blicke auf Sebastian Vettel gerichtet. Immerhin war der Heppenheimer am Samstag (21.2.2015) zum ersten Mal mit dem neuen Ferrari in Barcelona unterwegs. Doch dann bekam der Neuling im Team plötzlich mehr Aufmerksamkeit, als ihm lieb war. Auf seiner Installationsrunde rutschte er schon nach 5 Kurven ins Kies.

"Ich war vielleicht noch ein bisschen verschlafen", nahm der vierfache Champion die Situation locker. "Es war sehr kalt und ich hatte alte Reifen drauf. Ich wollte schauen, wie glatt es ist und hab mich dann ein bisschen verschätzt. Ruckzuck stand ich verkehrt herum im Kiesbett. Ich habe dem Team noch etwas geholfen, das Kies aus dem Auto zu räumen. Danach war ich dann wach."

Ferrari läuft ohne Probleme

Zum Glück für Vettel wurde das Auto nicht beschädigt. Nach kurzer Säuberung ging es weiter. Insgesamt kam der Deutsche noch auf 105 Runden. Auf Bestzeitenjagd ging Vettel nicht, was Platz 5 im Klassement erklärt. "Die Bedingungen waren für alle ziemlich schwer, eine Konstanz zu finden. Es war ziemlich kalt, die Sonne kam nicht raus. Das macht schon einen großen Unterschied", so Vettel.

"Wir konnten immerhin viele Runden fahren und haben weiter an der Zuverlässigkeit gearbeitet. Das Auto ist mehr oder weniger problemlos gelaufen. Wir machen unsere Hausaufgaben. Es ist wichtig, dass wir die Probleme noch vor dem ersten Rennwochenende in Melbourne lösen."

Während die Konkurrenz vor der Stärke des Ferrari warnt, hält Vettel den Ball flach. "Das Auto fühlt sich nach wie vor gut an. Natürlich ist es schwer zu sagen, wo man steht. Wir behalten die Füße auf dem Boden. Bisher sieht es ganz gut aus. Ich kann das Auto natürlich nicht mit dem Vorgänger vergleichen. Aber alle anderen im Team inklusive Kimi sind einigermaßen zufrieden."

Vettel fühlt sich bei Ferrari wohl

An seinen ersten Ferrari-Sieg mag Vettel noch nicht denken. "Ein Sieg im ersten Jahr wäre natürlich schön. Aber wir müssen von Schritt zu Schritt blicken. Morgen ist der nächste Tag. Es ist noch ein weiter Weg. Klar ist, dass es wieder Mercedes zu schlagen gilt."

Den Schritt zu Ferrari hat Vettel noch nicht bereut. Er fühlt sich fast schon heimisch in Maranello. "Ich habe mich sehr gut eingelebt. Die Leute sind mir auch mit offenen Armen entgegen gekommen. Das hat es mir sehr leicht gemacht. Mein Italienisch ist leider noch nicht so gut. Das Verstehen geht schon relativ gut, aber selbst frei sprechen ist noch relativ schwer. Daran muss ich noch arbeiten. Aber ich habe ja noch ein bisschen Zeit."

Den größten Ärger gab es vergangene Woche von der Formel 1-Kommission. Die Verantwortlichen entschieden, wechselnde Helmdesigns zu verbieten. "Ich wollte da sowieso etwas weniger machen dieses Jahr. Aber in diesen schwierigen Zeiten scheint es das einzige zu sein, worauf man sich einigen kann", spottete der Pilot. Ob er sich dem Verbot beugen wird, ist noch unklar. "Ich kenne die Strafe noch nicht. Wenn es nur eine kleine Geldbuße zu wohltätigen Zwecken ist, dann werde ich gerne meine Helmdesigns weiter wechseln."

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