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Vettel erstaunt über Rückstand

"Mercedes macht etwas Cleveres"

Sebastian Vettel konnte nach dem Rennen in Baku mit Platz 2 zufrieden sein. Doch der Abstand zu Mercedes stimmte den Heppenheimer nachdenklich. Die ersten Ansätze um das Speed-Defizit zu erklären, gebe es aber bereits.

Nach jedem Rennen findet im Pressesaal eine Fragerunde mit den ersten drei Piloten statt. Doch in Aserbaidschan drehte Sebastian Vettel den Spieß um. „Ich habe eine Frage an Euch alle“, richtete er das Wort an die wartenden Pressevertreter. „Wer hat denn das Rennen in Le Mans gewonnen?“ Nachdem er über den Porsche-Sieg informiert wurde, legte Vettel nach: „Wie konnte Toyota das noch verlieren?“ Dass die Japaner in der letzten Runden liegengeblieben waren, konnte der Ferrari-Pilot kaum glauben.

Ferrari verliert in Kurven und auf Geraden

Über das dramatische Rennen in Le Mans wird wohl noch etwas länger geredet als über den ersten Grand Prix in Aserbaidschan. Die Baku-Premiere geht nicht gerade als Formel 1-Spektakel in die Geschichtsbücher ein. „Ich habe jede Menge Safety-Car-Phasen erwartet. Aber am Ende gab es nicht eine einzige“, sagte der Heppenheimer fast schon enttäuscht.

Ohne die Hilfe von chaotischen Bedingungen war schnell klar, dass gegen Mercedes kein Kraut gewachsen war. Nico Rosberg zeigte den Speedvorteil des Silberpfeils gegenüber der Konkurrenz deutlich: „Der ist am Anfang mit riesen Schritten weggefahren. Den habe ich das halbe Rennen nicht mehr gesehen“, staunte Vettel.

Eine vernünftige Erklärung für den Abstand hatte der Ferrari-Pilot auch nach dem Rennen nicht parat: „Wenn man sich den direkten Vergleich anschaut, dann gewinnen sie auf den Geraden ordentlich Zeit. Wir hatten vielleicht etwas viel Flügel drauf. Aber auch in langsamen Kurven verlieren wir. Sie machen etwas Cleveres, um das Tempo in den langsamen Abschnitten mitzunehmen und auch bei der Art, die Reifen zu behandeln. Wir müssen da genauso clever sein.“

Vettel stimmt Strategen um

Immerhin konnte Ferrari seine Position als zweite Kraft bestätigen. Mit einer guten Strategie ließen Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen die beiden Red Bull hinter sich. „Ich wurde schon früh an die Box gerufen. Wir wollten auf Daniel (Ricciardo) reagieren, der kurz vorher gestoppt hatte. Aber ich hatte das Gefühl, dass die Pace noch gut ist. Ich habe das Team gefragt, ob wir nicht draußen bleiben sollten.“

Das Team kam dem Wunsch offenbar nach: „Wir hatten kurz darüber diskutiert. Ich hatte Angst, dass der zweite Stint sonst zu lang wird. Ich wusste, dass ich Daniel wahrscheinlich am Ende des Rennens überholen muss, wenn meine Reifen noch frischer sind. Aber ich war bereit, das Risiko einzugehen. Das war aber gar nicht nötig, weil meine Pace am Anfang besser war als seine. Ich bin nur hinter Kimi zurückgefallen.“

Vettel hätte Räikkönen wieder vorbeigelassen

Der Teamkollege war aber kein Gegner an diesem Tag. Räikkönen machte im richtigen Moment artig Platz. „Wir haben gut als Team zusammengearbeitet, damit ich meine Pace mit frischeren Reifen nutzen kann. Ich habe zu mir selbst gesagt, dass ich ihn wieder vorbeilasse, wenn ich nicht davon fahren kann. Aber so konnten wir Platz 2 sichern. Nach dem verkorksten Freitag war das heute das Optimum und ein echter Erfolg.“

Vettel ist immer noch zuversichtlich, Mercedes in Zukunft mehr herausfordern zu können: „Wir haben noch einige Entwicklungen geplant. Aber das kommt nicht über Nacht. Man kann bei uns aber deutlich die Fortschritte erkennen. Und auch Mercedes macht ab und zu mal Fehler. Für mich ist es nur noch eine Frage der Zeit. Wichtig ist, dass wir von schlechten Wochenenden lernen und gestärkt daraus hervorgehen.“

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