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Sebastian Vettel - Ferrari - GP Mexiko 2017 - Qualifying
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Vettel feiert 50. Pole Position

Ferrari Comeback mit perfekter Vettel-Runde

Ferrari kann wieder jubeln. Nach vier Rennen im Pech passte in der Qualifikation zum GP Mexiko endlich mal wieder alles zusammen. Sebastian Vettel schlug Max Verstappen und Lewis Hamilton, weil ihm als einzigem die perfekte Runde gelang.

Am Freitag sah es nach eine Fortsetzung der Ferrari-Pannenserie aus. Vettels kurzes Fazit: „Longruns schlecht, Shortruns schlecht, Balance schlecht.“ Hauptproblem waren zu heiße Hinterreifen und damit eine schlechte Traktion. Den Ferrari-Mechanikern stand wieder eine lange Nacht bevor. Kurz vor der Sperrstunde waren die Arbeiten an den Autos mit den Startnummern 5 und 7 abgeschlossen. Die Ingenieure hatten die Probleme vom Freitag richtig gelesen, die Aussagen der Fahrer und die Daten richtig interpretiert und eine Abstimmung zusammengestellt, die Ferrari auf das Niveau von Mercedes und Red Bull brachte. „Das war eine schöne Belohnung nach der harten Zeit, die hinter uns liegt“, resümierte Vettel.

Die Geschwindigkeitsmessung auf dem Zielstrich zeigte, dass die Umbaumaßnahmen erfolgreich waren. Die beiden Ferrari lagen mit 261,1 km/h und 260,6 km/h an der Spitze. Die Messstelle liegt rund 150 Meter hinter Kurve 16, einer 100 km/h schnellen Rechtskurve am Ausgang des Stadions und ist somit ein guter Indikator für die Traktion. Auch das gewählte Abtriebsniveau stimmte auf den Punkt. Im Topspeed rangierten die Ferrari mit 348 km/h in der goldenen Mitte zwischen Mercedes (351 km/h) und Red Bull (346 km/h). In den schnellen Kurven von Sektor 2 fuhr Vettel Bestzeit vor Verstappen und Hamilton. Immer wenn maximaler Anpressdruck verlangt ist, ist der Ferrari SF70H aerodynamisch effizienter als die Konkurrenz. Teamchef Maurizio Arrivabene dankte den Mechanikern: „Was unsere Jungs leisten, ist unglaublich. Jeden Freitag am Anschlag, wenig Schlaf. Sie haben die Pole Position verdient.“

Bei Vettel ist Idealzeit gleich Bestzeit

Am Ende war es der Fahrer, der den entscheidenden Unterschied ausmachte. Vettel fügte als einziger seine drei schnellsten Sektorzeiten in die entscheidende Runde im Q3. Verstappens Idealzeit lag 0,242 Sekunden über seiner tatsächlichen Bestzeit. Bei Hamilton betrug die Differenz zwischen Theorie und Praxis 0,292 Sekunden. Vettel meinte zu seiner Traumrunde: „Den Grundstein habe ich im ersten Sektor gelegt. Der war mir endlich mal gelungen. In Kurve 6 hätte ich das Auto fast verloren, stand schon quer und musste bis in den ersten Gang runter. Der letzte Sektor war dann absolut sauber.“

GP Mexiko Qualifying: Idealzeit vs. eigentliche Bestzeit

  Idealzeit Bestzeit
Vettel 1.16,488 1.16,488
Verstappen 1.16,332 1.16,574
Hamilton 1.16,642 1.16,934

Nach dem Q2 konnte sich Vettel noch nicht vorstellen, den bis dahin überlegenen Max Verstappen zu knacken. „Ich hatte keine Ahnung, wo ich die fast vier Zehntel aufholen sollte. Aber auf dieser Strecke ist es schwer, eine perfekte Runde hinzubekommen. Wenn du alle Sektoren richtig erwischst, macht das gleich viel aus.“ Ein TV-Sender wollte gesehen hab en, dass Vettels DRS in Teilen der Strecke offen stand, wo das nicht erlaubt war. Die Beobachtung erwies sich als Ente. Dabei würden die Detektoren in der Rennleitung sofort anschlagen. Wie gut Vettels Runde war, zeigt der Abstand zu Teamkollege Kimi Räikkönen. Der Finne kam mit der rutschigen Strecke nicht zurecht und verlor 0,750 Sekunden. „Ich habe nie eine vernünftige Runde zusammengebracht. Mir fehlte einfach der Grip. Als Folge davon habe ich viele kleine Fehler in meine Runde eingebaut.“

Warum hat Ferrari alle Supersofts verbraten?

Vettel hat seine allerletzte Chance, den WM-Kampf wenigstens mathematisch noch offenzuhalten, mit seiner 50. Pole Position beim Rockzipfel gepackt. „Eine schöne runde Zahl, aber was zählt, ist morgen. Für uns ist der Auftrag einfach. Wir müssen gewinnen. Dann schauen wir, was Lewis macht.“ In einem ersten Schritt muss Vettel die Pole Position in dem 890 Meter langen Anlauf auf die erste Kurve in die Führung ummünzen. Die ist in Mexiko mehr wert als auf anderen Strecken. Nicht nur, weil man dann beim Reifenmanagement freie Hand hat.

Nirgendwo sonst straft einen das Fahren im Verkehr so wie in der dünnen Luft in 2.240 Meter Höhe. Die Kühlung der Bremsen und der Motoren sind bei allen am Limit. Wer nicht saubere Luft inhalieren kann, muss die Bremsen schonen, Lift and Coast betreiben, den Motormodus runterdrehen oder Abstand halten.

Rätsel gibt Ferraris Reifenwahl auf. Weil Vettel und Räikkönen das Q1 auf Supersoft-Reifen zurücklegten, haben sie jetzt nur noch je einen frischen Satz Ultrasoft und Soft in der Hinterhand. Mercedes und Red Bull haben keine Ultrasoft-Reifen mehr in petto, aber die braucht man im Rennen auch nicht mehr. Dafür liegt noch je eine Garnitur neue Supersoft-Sohlen in der Reserve. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass Ferrari sein Einstopprennen mit der Reifenfolge Ultrasoft-Soft plant. Räikkönen war am Freitag 17 Runden lang die härteste Mischung im Angebot gefahren war. Aus dem Ferrari-Lager hören wir als Erklärung, dass man mit frischen Supersofts im Rennen schlechtere Erfahrungen gemacht hat als mit angefahrenen. Vettel lächelt verschmitzt zum Thema Supersoft: „Macht nichts. Wir sid auch so schnell.“ Und was soll das mit dem extra Satz Ultrasoft in der Hinterhand? Wieder ein Grinsen: „Du weißt ja nie, was das Rennen bringt.“

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