Vettel benennt Ferrari-Probleme

„Können nicht stolz auf die Saison sein“

Ferrari - Vettel - Räikkönen - GP Abu Dhabi 2016 - F1 Foto: xpb 71 Bilder

Zum Abschluss der Saison hat Sebastian Vettel den Finger in die Ferrari-Wunde gelegt. Der Heppenheimer benannte die konkreten Problemstellen seines Dienstwagens. Für 2017 kündigte er eine Verbesserung an.

Sebastian Vettel wird sicher nicht unglücklich darüber sein, dass die Saison 2016 in Abu Dhabi endlich vorbei ist. Es war kein gutes Jahr für Ferrari. In den 20 Rennen vor dem Finale gab es keinen Sieg. Aus dem Titelrennen waren die Scuderia-Piloten schon früh raus. Für Vettel geht es jetzt nur noch um Rang 4 in der Fahrerwertung. Dafür darf Max Verstappen nicht mehr als 5 Punkte aufholen.

Die Schwächen des 2016er Ferrari

Im Laufe der Saison hatte der vierfache Weltmeister die Situation oft verharmlost. Vor dem Finale gab es nun erstmals deutliche Worte: „Uns fehlte es dieses Jahr vor allem an Abtrieb im Vergleich zu unseren größten Konkurrenten. Wir haben im Vergleich zum Saisonbeginn zwar große Fortschritte gemacht, aber wir sind natürlich nicht da, wo wir sein wollen“, gab der Pilot zu.

Auch in Sachen Motor habe die Konkurrenz Vorteile. „Das gilt vor allem für das Qualifying. Da hat Mercedes offenbar einen Trick, wie sie immer noch ein bisschen mehr Extra-Leistung rausquetschen können als die anderen“, analysiert Vettel. „Als dritten negativen Punkt kann man noch anmerken, dass wir häufiger Probleme hatten, die Reifen in das Arbeitsfenster zu bekommen. Aber wenn das Auto mehr Abtrieb produziert, dann tut man sich auch bei den Reifen leichter. Das hängt miteinander zusammen.“

Vettel zählte aber nicht nur negative Punkte auf. Lob gab es vor allem für die Mannschaft: „Unsere Stärke ist der Teamspirit. Wir sind dieses Jahr oft kritisiert worden, aber wir haben weiter hart gearbeitet. Alle sind voll motiviert bei der Arbeit.“ Vettel bedauerte es, dass sein Team nicht für den Aufwand belohnt wurde. „Wir sind oft unter Wert geschlagen worden. Die Umstände haben einfach nicht immer gepasst“, zuckte der Pilot entschuldigend mit den Schultern.

Vettel sieht Reglementänderung als Chance für Ferrari

Insgesamt verlief die Saison aber enttäuschend, gab der Deutsche zu: „Wir können nicht stolz auf das Jahr sein. Wir sind in die Saison mit dem Ziel gegangen, um den WM-Titel zu fahren. Das haben wir nicht geschafft. Wir waren nicht so stark, wie wir uns das gewünscht hätten. Uns ist es schwer gefallen, die Lücke nach vorne schnell zu schließen. Es hat einfach ein bisschen Speed gefehlt.“

Trotzdem hält man auch für 2017 am Ziel WM-Titel fest: „Wir haben innerhalb des Teams viel zum Guten verändert. Wir sollten nächstes Jahr also stärker aufgestellt sein. Das neue Reglement bietet zudem gute Möglichkeiten für alle, die aufholen müssen. Die Autos verändern sich sehr stark. Da ist die Chance da, größere Schritte nach vorne zu machen als die anderen. Es geht wieder bei Null los.“

Höhepunkt Monza, Tiefpunkt Bahrain

Vor dem Finale in Abu Dhabi blickte Vettel auch nochmal auf Höhe- und Tiefpunkte 2016. „Das Highlight war wohl das Podium in Monza. Das ist immer etwas Besonderes. Ich habe dort zwar früher schon ein paar Mal gewonnen, aber ich habe schon letztes Jahr gemerkt, dass es etwas Einmaliges ist, wenn man als Ferrari-Fahrer da oben steht. Es war auch schön zu sehen, dass die Tifosi trotz der Kritik in Massen gekommen waren. Das hat uns nochmal einen richtigen Boost gegeben. Wenn man schwierige Zeiten durchmacht, dann weiß man, dass man nicht alleine ist.“

„Es gab aber auch ein paar Momente, die nicht so toll waren. Der Reifenplatzer auf der Geraden in Österreich auf dem Weg zum Podium zum Beispiel. Der schlimmste Moment war aber der Motorplatzer in Bahrain, als ich es nicht einmal auf den Startplatz geschafft habe. Ich denke, wir wären damals sehr stark gewesen im Rennen. Aber wir werden es nun leider nie herausfinden. Das war wohl der Tiefpunkt des Jahres.“

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