Vettel gewinnt in Budapest

Sieg trotz krummer Lenkung

Sebastian Vettel - Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Ungarn 2017 - Rennen Foto: xpb 63 Bilder

Sebastian Vettel zitterte sich in Ungarn zu seinem vierten Saisonsieg. Eine schiefe Lenkung erschwerte dem WM-Führenden die Fahrt. Teamkollege Kimi Räikkönen drückte von hinten. Doch Ferrari sicherte seinem Star den Sieg.

Es sollte ein ruhiger Nachmittag für Sebastian Vettel werden. Mit der Pole-Position, dem Teamkollegen daneben als Absicherung gegen Mercedes und dem schnellsten Auto im Feld. Allerdings kam es anders als erwartet. Die Fahrt über 70 Runden war kein Spaziergang. Vielmehr zitterte sich Vettel zu seinem 46. Karriere-Sieg und dem siebten Erfolg in Rot.

Problem schon vor dem Rennstart

Eine krumme Lenkung belastete den Piloten bei der Arbeit am Steuer. Und hemmte ihn daran, die Geschwindigkeit des SF70H auszuspielen. „Bei der Runde in die Startaufstellung war noch alles in Ordnung“, sagte Vettel. „Doch als das Auto vom Wagenheber gelassen war, spürte ich sofort, dass etwas nicht stimmt.“ Das Lenkrad verzog es bei der Geradeausfahrt nach links. Zunächst aber nur leicht. Weshalb Vettel sich von seinen Verfolgern löste. Nach 14 Runden lag das Auto mit der Startnummer 5 bereits über drei Sekunden vor Räikkönen. Valtteri Bottas im ersten Mercedes war bereits um über neun Sekunden abgeschüttelt. „Die Lenkung hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine Auswirkungen auf meine Pace.“

Dann verschärften sich jedoch die Schwierigkeiten. Die Lücke riss nicht weiter auf, sondern der Vorsprung schmolz nach und nach. In Runde 30 hing ihm Räikkönen bereits im Nacken. „Es wurde immer schlimmer. In Linkskurven musste ich mal mehr, mal weniger stark einschlagen. Bei Richtungswechseln war es sehr schwierig, mich anzupassen und im Rhythmus zu bleiben.“

Ferrari hilft mit Strategie

Im 32. Umlauf rief Ferrari den Führenden zum ersten und einzigen Reifenwechsel. Und machte mit dem Boxenstopp von Räikkönen eine Runde später deutlich, welchen Fahrer man siegen sehe möchte. Man beorderte den Finnen rein, obwohl er gute Sektorzeiten auf den Asphalt pflasterte. „Wenn sie ihn nicht reingeholt hätten, wäre er vor Sebastian gelandet“, urteilte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. So stürmte Räikkönen aber knapp hinter dem Schwesterauto auf die Strecke, obwohl Vettel bereits den Vorteil der frischen Reifen hatte. „Ich hatte die Geschwindigkeit, um draußen zu bleiben“, ärgerte sich Räikkönen über Funk.

Ferrari dachte auch nicht daran, die Reihenfolge zu tauschen, um den Sieg abzusichern. Stattdessen zweckentfremdete man Räikkönen als Schutzschild gegen die Gefahr von hinten. Beide Mercedes schlossen auf. Die Top 4 trennten nur noch wenige Sekunden. Räikkönen klagte über Funk, dass ihm sein Team durch die Strategie die beiden Silberpfeile auf den Hals gehetzt habe, relativierte aber später. „Eigentlich habe ich mir keine echten Sorgen gemacht. Ich hatte ein super schnelles Auto. Bis auf zwei Wackler als ich kurz querstand, hatte ich keine Mühe. Wenn ich vom Verkehr aufgehalten wurde und Mercedes näher kam, gab ich in den nächsten Kurven wieder Gas gegeben und riss die Lücke auf.“

Man muss Ferrari allerdings auch zugutehalten, dass Räikkönen in einem gesunden Auto nicht aus eigener Kraft am Teamkollegen in einem beschädigten Rennwagen vorbeikam. Der Finne war zwar der schnellere Mann, einen echten Angriff konnte er allerdings zu keinem Zeitpunkt reiten. Obwohl der vierfache Weltmeister die Randsteine meiden musste, um die Lenkung nicht weiter zu strapazieren. „Und die Kerbs beziehst du hier praktisch in jeder Kurve ein, um schnell zu sein.“

Vettel baut WM-Führung aus

Vettel managte zu Beginn des zweiten Rennabschnitts seine Softreifen. „Ich wusste ja nicht, ob es mit der Lenkung noch schlimmer wird. Deshalb wollte ich mir die Reifen für die Schlussphase aufsparen, um mich wehren zu können.“ Ihm war bewusst, dass Räikkönen dahinter nicht glücklich war. „Das Team fragte mich, ob ich schneller kann.“

Das Reifenschonen zahlte sich für Vettel aus. In den letzten zehn Runden fand er in einen besseren Rhythmus und rettete sich mit 0,908 Sekunden Vorsprung über den Zielstrich. Doch den Erfolg baut er die WM-Führung auf Hamilton aus, der zwischenzeitlich nach einem abgesprochenen Platztausch mit Bottas den dritten Platz eingenommen hatte, in der letzten Runde seine Position jedoch wieder an den Teamkollegen abtrat. Vettel geht mit einem Polster von 14 Punkten in die Sommerpause.

Neuester Kommentar

@Biyao.
Das hat man ja gesehen ,wenn der Vordermann keinen Fehler macht kommt nicht vorbei,da Kimi etwas zu unterstellen glaube ich ist fehl am Platz in der Box waren sie bei ihm noch schneller als bei Vettel und er hat es trotzdem nicht geschafft und doof und selber Schuld wie es da einer Beschreibt schon gar nicht.

crepaz kurt 31. Juli 2017, 20:02 Uhr
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