GP China 2017 - Shanghai - Start xpb
Sebastian Vettel - GP USA 2007
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22 Minuten auf der Anklagebank

Vettel im Kreuzfeuer der Kritik

FIA-Rennleiter Charlie Whiting erwartete schon in China ein heißes Fahrer-Briefing in Bahrain. Und genauso kam es. Sebastian Vettel musste sich viel Kritik über seinen Startplatz-Coup anhören.

Es war klar, dass die Szene ein Nachspiel hat. Sebastian Vettel stellte seinen Ferrari beim Start zum GP China knapp einen Meter versetzt nach links in die Startbox. Nach eigener Aussage, weil er dort besseren Grip vermutete. Vettel dachte sich nichts dabei, weil es Daniel Ricciardo beim GP Japan 2016 genauso gemacht hatte und nicht dafür bestraft wurde.

Schon damals hatte es bei dem anschließenden Fahrer-Briefing in Austin einen Aufschrei der Entrüstung gegeben. Whiting las den meuternden Fahrern dabei das Reglement vor. Darin steht: Der Fahrer muss alle Anstrengungen unternehmen, in seine Startposition zu fahren. Doch was genau ist eine Startposition? Es steht nirgendwo geschrieben, wie weit nach links oder rechts man stehen darf. „Theoretisch steht man in seiner Startbox, sobald nur ein Rad da drin platziert ist“, sagt Force India-Teammanager Andy Stevenson. „Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders.“

Um ein Haar wäre Vettel aus der Box gestartet

Bei der Fahrersitzung in Bahrain saß Sebastian Vettel 22 Minuten lang auf der Anklagebank. Lewis Hamilton, Fernando Alonso und Felipe Massa nahmen den Ferrari-Fahrer unter Beschuss und wollten von Charlie Whiting wissen, warum die Aktion unbestraft blieb und ob in Zukunft jeder sein Auto hinstellen könne, wie er es wolle.

Die Antwort auf die zweite Frage lautete nein. Die FIA erwartet von allen Fahrern, dass sie ihre Autos möglichst präzise in die Startbox stellen. Wer so weit daneben steht wie Vettel in Shanghai, wird zum Fall für die Sportkommissare. Und die müssen nicht immer so milde entscheiden wie in China.Tatsächlich wurden die Fahrer gewarnt, dass es in Zukunft Strafen für extreme Verströße gibt. Je nach Schwere zwischen einer Verwarnung bis zu 5 Sekunden Zeitstrafe. Als Massa eine einheitliche Regel forderte, antwortete ihm Whiting: "Es gab in den letzten 22 Jahren vielleicht drei berichtenswerte Fälle. Wollt Ihr wirklich, dass wir euch auf den Zentimeter genau vorschreiben, wo ihr zu stehen habt? Dann hätte es in China 10 Fahrer erwischt."

Was bei der hitzigen Diskussion auch herauskam: Vettel hatte in Shanghai großes Glück. Whiting wollte den Start schon abbrechen. Das hätte für Vettel bedeutet, dass er das Rennen in der Boxengasse hätte starten müssen. Diese Strafe empfand der Rennleiter im Vergleich zum Vergehen als zu hart. Also verwies er den Fall an die Kommissare. Die konnten sich nicht zu einer Strafe durchringen. Das sehen nicht alle so. „Entweder er hat was falsch gemacht oder nicht. Halb falsch gibt es nicht. Also muss er die Konsequenzen tragen“, rügte Renault-Einsatzleiter Alan Permane.

Im Anschluss an die Startplatz-Diskussion gab es weiteren Ärger. Fernando Alonso verlegte zwei Trainingsstarts in die Fast Lane der Boxengasse. In Bahrain ist das ausdrücklich verboten. „Es gibt aber keine Konsequenzen“, regte sich Permane auf. „Am Sonntag wird Alonso dank der besseren Informationen über den Grip wieder einen Superstart hinlegen und drei oder vier Autos überholen.“

Motorsport Aktuell Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - Sakhir - Training - Freitag - 14.4.2017 Vettel zweimal schnellster in Bahrain Elektrik stoppt Ferrari kurz

Sebastian Vettel war im Freitagstraining von Bahrain nicht zu stoppen.

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