Vettel

"Kein Grund abzuheben"

Foto: Red Bull

Sebastian Vettel lernt schnell. Seine erste Pressekonferenz nach dem Monza-Sieg spulte der 21-Jährige ab wie einer, der regelmäßig auf dem Podest steht. Dabei war die Anzahl der Journalisten ungefähr vier Mal so groß wie sonst bei einer der Fragestunden im ToroRosso-Motorhome.

Als GP-Sieger wiegt jede Antwort doppelt. Ob er am Tag nach dem Sieg anders aufgewacht sei, wurde Vettel gefragt. Schlagfertige Antwort: "Ich hatte auch vor meinem Sieg keine Probleme mit meinem Schlaf." Ein anderer will wissen, wie schwierig es sei, die Füße auf dem Boden zu behalten. "Ich glaube zu verstehen, was da vor zwei Wochen in Monza abgelaufen ist", erwidert Vettel. "Es gibt keinen Grund, abzuheben."

Sieg aus eigener Kraft

In einem lässt der jüngste Formel 1-Sieger der GP-Geschichte nicht beirren: "Wir haben verdient gewonnen. Nicht, weil es ein Safety Car zur rechten Zeit gab. Nicht, weil andere vor uns ausgefallen sind. Und auch nicht, weil andere Fehler gemacht hätten. Wir haben an diesem Tag das Beste aus den Möglichkeiten gemacht."

Man soll sich nach der Sternstunde keine übertriebenen Hoffnungen macht, warnt der Toro Rosso-Pilot. "Wenn wir hier in Singapur in die Punkte fahren, ist das ein Erfolg für uns." Der 15. Lauf in dieser Saison wird wieder ein ganz normaler werden, meint Vettel, mit den üblichen Verdächtigen als Gegner: "Das Mittelfeld ist so eng beieinander, dass zwei, drei Zentel hin oder her einen Riesenunterschied ausmachen. Vielleicht ist hier der zwölfte Platz ein gutes Ergebnis für uns."

Vettel backt kleinere Brötchen

Für ihn werde nicht die Welt untergehen, wenn es in Singapur wieder Normalkost gibt. "Wichtig ist, dass wir das Gefühl haben, alles getan zu haben, was möglich ist. Dann kann auch ein achter oder ein zwölfter Platz zufriedenstellend sein. Das Gefühl eines Sieges lässt sich zwar mit nichts vergleichen, aber es gab in dieser Saison auch schon Rennen, die nicht viel schlechter als Monza waren. Montreal zum Beispiel. Da bin ich aus der Box gestartet und noch Achter geworden."

In den Tagen nach Monza wollte das Telefon nicht stillstehen. Gratulanten haben sich gemeldet, und auch ein paar Leute, die ihre Managerdienste angeboten haben. Noch schafft Vettel seinen Papierkram alleine. Sein künftiger Teamchef Christian Horner gibt Vettel Rückendeckung: "Sebastian ist schlau genug, sich um sich selbst zu kümmern."

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