Vettel stapelt tief

“Mercedes ist immer noch Favorit”

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Aserbaidschan - 26. April 2018 Foto: xpb.cc 26 Bilder

Sebastian Vettel führt die WM mit neun Punkten vor Lewis Hamilton an. Trotz seiner zwei Siege zum Auftakt sieht er Mercedes in der Favoritenrolle. Der China-Böller mit Max Verstappen ist abgehakt.

In Australien stand Sebastian Vettel ganz oben auf dem Podium, in Bahrain wieder. In China wurde er Opfer von Max Verstappen. Laut einer Statistik kam es zuletzt 1982 vor, dass ein Fahrer, der die ersten beiden Rennen gewonnen hat, nicht Weltmeister wurde. Damals war es Alain Prost, die Krone ging an Keke Rosberg. Vettel will aber nichts davon wissen, dass die Mercedes-Dominanz nun durchbrochen ist – auch wenn die Silberpfeile in dieser Saison noch auf ihren ersten Sieg warten. „Mercedes nach wie vor Favorit”, sagt der viermalige Weltmeister. “In Australien hätte es durchaus anders laufen können und in China auch. Und dann redet man plötzlich ganz anders.”

Noch viel Potenzial im Ferrari SF71H

Auch wenn Vettel etwas tiefstapelt, ist er sich den Stärken des Ferrari-Pakets bewusst: „Wir haben ein gutes Auto bei allen Bedingungen. Und wir haben noch viel Potenzial das Auto schneller zu machen.” Auf dem Straßenkurs in Baku könnte der potente Motor ein Vorteil sein – zwei schier endlose Geraden prägen die 6,003 Kilometer lange Piste, die nach Spa die zweitlängste im Kalender ist. Allerdings nicht ganz nach Vettels Geschmack: “Ich mag die Strecke, sie ist sehr herausfordernd. Nur die Geraden sind etwas zu lang.”

Wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat, sind auch Temperaturunterschiede oder kühle Temperaturen keine Hürde für Ferrari – ein wichtiger Faktor, denn Qualifying und Rennen finden am späten Nachmittag statt. Mercedes muss hingegen darauf hoffen, dass sich nicht allzu viel an den Wetterbedingungen verändert. „Wir haben drei Autos, die eine Chance haben. Und wer auch immer am Ende alle Details zusammenbekommt, ist vorne”, meint der Wahl-Schweizer.

Verstappen entschuldigte sich

Vorausgesetzt, es kommt nicht wieder irgendein Torpedo wie Max Verstappen in China dazwischen. Die Wahrscheinlichkeit ist beim GP Aserbaidschan hoch, zumindest wenn man vom Chaos-Rennen im vergangenen Jahr ausgeht. Da war es Vettel selbst, der mit seiner Auffahr-Aktion gegen Lewis Hamilton in der Safety Car-Phase für Schlagzeilen sorgte. Den Rammstoß von Verstappen hat Vettel bereits abgehakt.

“Ich habe es geschätzt, dass er nach dem Rennen zu mir kam. Aber ich habe ihm auch gesagt: Schau, das wäre dein Rennen gewesen, das du hättest gewinnen können – aber das hast du nicht. Also musst du dich fragen, was passiert ist. Mich hat er auf dem Weg mitgenommen. Ich bin aber kein Fan davon das mit Strafen am grünen Tisch zu regeln. Ich finde es gut, das persönlich zu besprechen.”

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