Laurent Mekies & Sebastian Vettel - Ferrari - F1 2019 xpb

Vettel-Revision abgelehnt

Ferrari-Beweise nicht relevant

Das Ergebnis des Grand Prix von Kanada bleibt wie erwartet bestehen. Die FIA-Stewards haben den Antrag Ferraris auf eine erneute Überprüfung der Fünf-Sekunden-Strafe gegen Sebastian Vettel abgeschmettert.

Die Ferrari-Vertreter um Sportdirektor Laurent Mekies saßen 35 Minuten mit den FIA-Kommissaren Emanuele Pirro, Gerd Ennser und Mathieu Remmerie im Stewards-Raum an der Strecke von Le Castellet zusammen. Michael Kaerne, der lokale Steward vom GP Kanada, war per Video-Konferenz zugeschaltet. Geduldig hörten sich die Schiedsrichter die Einwände des Rennstalls an. Doch am Ergebnis änderte sich nichts.

Der Antrag des Rennstalls aus Maranello auf ein Revisionsverfahren, in dem die Vettel-Strafe noch einmal neu bewertet werden sollte, blieb erfolglos. Es wird keine weitere Überprüfung geben. Der Fall ist damit endlich abgeschlossen. In der Begründung ließen die FIA-Stewards keinen Zweifel an ihrer Sicht der Dinge.

Umfrage

War die Strafe gegen Vettel in Montreal berechtigt?
11546 Mal abgestimmt
Ja, Vettel hätte vorsichtiger sein müssen.
Das war eine 50:50 Entscheidung.
Nein, das war alles noch im erlaubten Rahmen.

Ferrari bringt keine neuen Beweise

„Es gab keine bedeutsamen und relevanten neuen Erkenntnisse, die während der betreffenden Veranstaltung noch nicht vorlagen“, heißt es im Urteil. Eine Revision hätte nur eine Chance auf Erfolg gehabt, wenn Ferrari wirklich Beweise vorgelegt hätte, die den Fall in einem ganz neuen Licht erstrahlen lassen. Das ist den Italienern offenbar nicht gelungen.

In der Entscheidung der FIA ist detailliert aufgelistet, wie Ferrari versucht hat die Kommissare doch noch umzustimmen. Demnach präsentierte der Rennstall folgende Elemente in der Anhörung:

  • eine Analyse der Telemetrie-Daten
  • eine Analyse verschiedener Video-Perspektiven
  • eine Video-Analyse, die Karun Chandhok nach dem Rennen für den britischen TV-Sender Sky Sports angefertigt hatte
  • ein Video der On-Board-Kamera, die auf den Helm des Fahrers gerichtet ist
  • zusätzliche Aufnahmen, die nach dem Rennen gesammelt wurden
  • eine Analyse der GPS-Daten der Autos von Vettel und Hamilton in der betreffenden Runde und der Runde zuvor
  • Zeugenaussagen von Vettel

Das Video von Chandhoks TV-Analyse wurde als nicht relevante Meinung einer dritten Partei gewertet. Die Video-Aufnahmen der Onboard-Kamera, die auf Vettels Helm gerichtet war, sahen die Stewards ebenfalls als nicht relevant an. Der Inhalt sei bereits auf den anderen Aufnahmen zu erkennen.

Die restlichen Elemente standen den Stewards schon im Rahmen ihrer Urteilsfindung in Kanada zur Verfügung. Deshalb wurden sie nicht als neu eingestuft. Sportdirektor Mekies hatte seine Beweise zuvor in der FIA-Pressekonferenz als „überwältigend“ eingestuft. Seiner Meinung zeigen sie klar, dass Vettel keinen Regelbruch begangen habe. Dieser Meinung schlossen sich die Stewards jedoch nicht an.

„Wir sind natürlich nicht zufrieden und enttäuscht über diese Entscheidung, auch für die Fans und unseren Sport“, gab Teamchef Mattia Binotto zu Protokoll. Sebastian Vettel fügte an: „Wir waren natürlich mit der Entscheidung der Stewards nicht einverstanden und hatten das Gefühl, dass wir noch etwas Neues präsentieren können. Es ist natürlich enttäuschend, dass die Geschichte nicht weitergeht. Aber so ist es nun halt. Damit müssen wir uns abfinden.“

Motorsport Aktuell Start - GP England 2019 - Silverstone - Rennen Vorsprung der Top-Teams wächst Formel-1-Halbzeit-Bilanz 2019

Die Formel 1 wird immer mehr zur Zweiklassengesellschaft.

Mehr zum Thema Scuderia Ferrari
Mercedes - Formel 1 - GP England 2019
Aktuell
Charles Leclerc - GP England 2019
Aktuell
Leclerc - Verstappen - GP England 2019 - Silverstone - Rennen
Aktuell