Sebastian Vettel - GP Mexiko 2016 xpb
Lewis Hamilton - GP Mexiko 2016
Sebastian Vettel - GP Mexiko 2016
Verstappen & Ricciardo - GP Mexiko 2016
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Vettel schimpft über Rennleiter

„Nachricht an Charlie, F*** off!“

Der Wutausbruch von Sebastian Vettel in der Schlussphase des Mexiko Grand Prix sorgte für einige Diskussionen nach dem Rennen. Max Verstappen warf seinem Fahrer-Kollegen ein kindisches Verhalten vor. Vettel selbst entschuldigte sich direkt bei Rennleiter Charlie Whiting für seine harten Worte.

Als Journalist muss man Sebastian Vettel dankbar sein. Während viele seiner Kollegen jedes Wort abwägen, trägt der Heppenheimer sein Herz auf der Zunge. Mit seinen emotionalen Äußerungen ist der Ferrari-Pilot immer für eine Geschichte gut. Doch in Mexiko schoss Vettel nach Ansicht vieler im Fahrerlager etwas über das Ziel hinaus.

Schon im Freien Training hatte er sich mit Fernando Alonso angelegt. Weil er sich vom Spanier behindert gefühlt hatte, bezeichnete er ihn am Funk als „Idioten“. Nur weil beide die Sache anschließend locker sahen, produzierte der Zwischenfall keine großen Schlagzeilen.

Vettel schimpft über Verstappen und FIA-Rennleiter

Doch im Rennen ging es in den Schlussrunden wieder hart zur Sache. Und Vettel ließ seiner Wut am Funk wieder freien Lauf. Die Breitseite gegen Verstappen blendete die Weltregie per Piepton aus: „Er ist ein *piep*, genau das ist er!“ Auf Nachfrage in der Pressekonferenz wollte der Pilot nicht für Aufklärung sorgen, mit welchem Begriff er seinen holländischen Konkurrenten titulierte.

Beim zweiten Funkspruch, der für heftige Diskussionen sorgte, war die Lage dann eindeutig. Vettel wurde über eine Mitteilung von Rennleiter Charlie Whiting informiert, die dem Piloten offenbar nicht gefiel. „Wisst ihr was, hier ist eine Nachricht an Charlie: F*** off! Ehrlich, F*** off!“ Die weggepiepten Buchstaben ließen wenig Spielraum für Interpretation. Auf gut deutsch konnte man frei übersetzen, dass sich der Rennleiter zum Teufel scheren sollte.

Erst einige mahnende Worte von Teamchef Maurizio Arrivabene konnten Vettel wieder einfangen. Direkt nach dem Pflichttermin bei der FIA-Pressekonferenz suchte der Deutsche den Weg in das Büro des Rennleiters um sich zu entschuldigen. Whiting nahm die Entschuldigung an. Eine Bestrafung hielt der Oberschiedsrichter nicht für notwendig.

Vettel bittet um Verständnis für Wutausbruch

Vettel erklärte seinen kleinen Wutausbruch später: „Im Auto sind die Emotionen groß. Man sagt Sachen, die man in einer normalen Situation nicht sagen würde. Ihr sitzt da draußen in klimatisierten Räumen, aber im Auto sieht das ganze etwas anders aus. Ich denke, es ist nicht fair, einen Fahrer nur nach den Äußerungen im Auto zu beurteilen.“

Vettel verneinte entschieden, dass er seine Fahrerkollegen nicht respektiert: „Ich habe viel Respekt für andere Fahrer. Fernando Alonso ist einer der besten Fahrer, den wir im Feld haben. Er ist zweifacher Weltmeister. Natürlich kommt man mit einigen Fahrern besser aus als mit anderen. Aber der Respekt steht außer Frage. Wenn ich eine Niederlage hinnehme, dann gab es Fahrer die eine bessere Leistung abgeliefert haben. Ich suche nicht nach Ausreden. Ich ärgere mich auch über mich selbst.“

Eine Vorbildfunktion für kleine Kinder, die gerade mit dem Kartfahren beginnen, sieht Vettel nicht: „Ich denke natürlich während des Rennens nicht über Kinder nach, die uns zuschauen. Ich fahre mein Rennen. Denkt Ihr, kleine Kinder denken über mich nach, wenn sie Rennen fahren? Nein. Es ist ein Sport, den wir alle lieben. Wenn man in engen Kämpfen ist, dann steigt der Adrenalinspiegel. Aber das ist es doch, was wir lieben. Manchmal überschreitet man eine Linie. Aber das gehört dazu.“

Schimpft Vettel aus Frust über sein Auto?

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene bat nach dem Rennen um Verständnis und versprach, dass so etwas nicht mehr vorkommen wird. Vettels Ex-Red Bull-Teamchef Christian Horner wunderte sich über die gehäuften Vorfälle in der letzten Zeit: „Diese Eigenschaft hatte er nicht, als er für uns gefahren ist. Er macht offenbar seiner Frustration Luft. Das kann jeder hören.“

Die härtesten Worte fand Gegner Verstappen für die Beleidigungen in seine Richtung: „Was er macht, ist einfach lächerlich. Er schreit herum. Er benutzt eine sehr schmutzige Sprache. Er sollte noch einmal auf die Schule gehen. Das ist einfach kindisch. Er schreit so viel herum. Er scheint einfach momentan sehr frustriert zu sein.“

Klare Worte von Ricciardo und Hülkenberg

Daniel Ricciardo versuchte Vettel etwas in Schutz zu nehmen, hatte aber auch eine klare Meinung. „Seb hat schon in der Vergangenheit gezeigt, dass er emotional sein kann. Jetzt ist es aber ein bisschen zu viel. In der Hitze des Gefechts ist es einfach, den Funk-Knopf zu drücken und alles Mögliche zu sagen. Ich würde manchmal gerne doppelt so schlimme Sachen sagen. Aber ich warte immer einen Moment, bevor ich den Knopf drücke. Er ist offenbar etwas frustrierter dieses Jahr. Er hat gedacht, dass sie gegen Mercedes kämpfen können.“

Auch Nico Hülkenberg äußerte sich auf Nachfrage eindeutig über Vettels Funksprüche: „In seinen Augen, hat sich immer die ganze Welt gegen ihn verschworen. Was er gesagt hat, war schon extrem. Versteht mich nicht falsch: Die Leute zu Hause auf der Couch können nicht nachvollziehen, wie es sich im Auto anfühlt. Man fährt 300, alles ist am Limit – und wenn man sich dann noch unfair behandelt fühlt, dann ärgert man sich schon. Manchmal muss man es rauslassen. Aber Sebastian ist da schon ein spezieller Fall in diesem Punkt.“

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