Vettel startet Aufholjagd

Nicht clever gegen Alonso

Sebastian Vettel - GP Kanada 2015 Foto: Wilhelm 66 Bilder

Sebastian Vettel betrieb in Kanada erfolgreich Schadensbegrenzung. Von Startplatz 18 ging es bis auf Rang 5 nach vorne. Bei der Aufholjagd musste der Heppenheimer gleich mehrere heikle Situationen überstehen.

Nach dem Technikdefekt im Qualifying und einer zusätzlichen Strafversetzung um 5 Plätze wusste Sebastian Vettel schon vor dem Start, dass das Montreal-Podium in diesem Jahr außer Reichweite liegt. Am Ende machte der vierfache Champion aber das Beste aus der schlechten Ausgangsposition. Mehr als Rang 5 war von Startplatz 18 nicht möglich.

Auf dem Weg nach vorne halfen dem Deutschen einige kompromisslose Überholmanöver, aber auch eine gute Strategie. "Die Zweistopp-Taktik war vorher schon geplant. Wir haben den ersten Reifenwechsel etwas vorgezogen. Das ist gut aufgegangen", so das Fazit. Obwohl beim Stopp in der siebten Runde wegen eines Problems hinten links 4 Sekunden verloren gingen, konnte Vettel schnell Boden gut machen.

"Das Auto im Rennen war toll. Sobald ich aus dem Verkehr raus war, konnte ich schnelle Runden fahren", freute sich Vettel. Nur ein Teil des Plans ging nicht ganz auf. "Ich hätte gerne schon am Start Plätze gutgemacht, aber es gab einfach keine Lücke."

Harter Kampf gegen Alonso und Hülkenberg

Durch die gute Pace lief der Ferrari immer wieder schnell auf Konkurrenten auf. Bei den meisten davon machte Vettel kurzen Prozess. Ausgerechnet bei Ex-Ferrari-Pilot Fernando Alonso dauerte es etwas länger. "Im Nachhinein muss man sagen, dass ich mich da nicht so clever angestellt habe. Fernando hat keinen Zentimeter nachgegeben. Beim ersten Versuch habe ich versucht, außen vorbeizukommen. Er hat sich verteidigt. Es wurde sehr eng. Wir haben uns auch leicht berührt. Im zweiten Anlauf habe ich es dann besser gemacht."

Die zweite haarige Situation musste Vettel im Duell mit Nico Hülkenberg überstehen. In der Zielschikane kam es zum Angriff. "Ich war auf der Außenseite, habe spät gebremst aber trotzdem die Kurve gekriegt. Ich war schon klar vorne, dann hat er plötzlich die Bremsen gelöst. Ich habe deshalb sicherheitshalber den zweiten Teil der Schikane abgekürzt. Er war einfach zu schnell, deshalb hat er sich auch gedreht."

Ferrari auf einem guten Weg

Gerne hätte Vettel gewusst, ob er bei einem normalen Startplatz die Mercedes unter Druck hätte setzen können. "Das werden wir leider nie erfahren. Aber wir haben auch mit dem Update keine Wunder erwartet. Bei manchen Rennen sind wir näher dran, bei anderen weiter weg. Sie sind ja keine Idioten. Sie machen auch Fortschritte. Wir müssen also größere Fortschritte machen, wenn wir aufholen wollen. Wir sind aber auf einem guten Weg."

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