Fernando Alonso - Sebastian Vettel - GP Österreich 2021 - Spielberg - Qualifikation Motorsport Images
Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2021 - Spielberg - Qualifikation
Fans - GP Österreich 2021 - Spielberg - Qualifikation
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Pech am Geburtstag: Vettel büßt für Alonso-Blockade

Vettel büßt für Alonso-Blockade Alonso fordert härtere Strafen

Der achte Startplatz sollte eigentlich ein Geburtstagsgeschenk für Sebastian Vettel sein. Doch der Aston Martin-Pilot kassierte eine Startplatzstrafe, weil er Fernando Alonso behindert hatte. Es war eine Kettenreaktion, die mit Valtteri Bottas ihren Ausgang nahm.

FIA-Rennleiter Michael Masi hatte Fahrer und Teams extra vor der Qualifikation gewarnt: Wer in seiner Aufwärmrunde unnötig langsam vor den Kurven 9 und 10 fährt, wird bestraft. Wie immer warteten die Teams am Ende des Q2 bis zur letzten Sekunde. Sebastian Vettel führte zunächst einen Pulk von fünf Fahrzeugen an, für den es mit der Zeit knapp wurde, noch vor Torschluss über die Ziellinie zu kommen.

Während das Geburtstagskind wie abgemacht sein Tempo und den Abstand zu den Vorderleuten hielt, breitete sich am Ende der Gruppe Torschlusspanik aus. Einer nach dem anderen überholte die Lokomotive Vettel und drängelte sich vor dem Aston Martin in die Schlange. Der musste immer weiter abbremsen.

Lewis Hamilton und George Russell gaben dann rechtzeitig vor Kurve 9 Gas, während Bottas den Fuß vom Gas nahm, um nicht in den Turbulenzen von Russells Williams fahren zu müssen. Der Finne ließ eine Siebensekunden-Lücke zum Vordermann. "Völlig unnötig von Bottas", ärgerte sich Aston Martin-Teammanager Andy Stevenson und ergänzte: "Der Schlimmste aber war Sainz. Der hat mit der Abbremserei angefangen und ist dabei auch noch Schlangenlinien gefahren. Beides war an der Stelle verboten."

Sergio Perez ging nach Kurve 8 an Vettel vorbei und bummelte hinter Bottas durch die letzten beiden Kurven. In dem Augenblick flog Fernando Alonso mit seinem Alpine an. Der Spanier befand sich am Ende seiner gezeiteten Runde. Für ihn die entscheidende, denn der erste Versuch war missglückt.

Fernando Alonso - Sebastian Vettel - GP Österreich 2021 - Spielberg - Qualifikation
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Sebastian Vettel entschuldigte sich noch unter der Fahrt bei Fernando Alonso.

Team warnte Vettel

Alonso bombte sich mit Tempo 250 aus der Kurve 9 und sah plötzlich den langsamen Aston Martin vor sich. "Wir haben Seb gesagt, dass er Gas geben soll, weil wir sahen, dass Alonso auf ihn auflaufen wird", erzählte Stevenson. "Aber er konnte nirgendwo hin, weil vor ihm Perez lag. Wir haben das nicht absichtlich gemacht, sondern uns selbst bestraft. Seb ist nicht mal mehr rechtzeitig über die Ziellinie gekommen."

Für Alonso war die Qualifikation beendet. Der Spanier ging vom Gas und schlug einen Haken, um dem Auto vor ihm auszuweichen. Seine Zeit lag trotzdem nur eine Zehntel über seiner vorherigen Bestzeit. "Die Runde war gut für die drittschnellste Zeit im Q2. Ich wäre locker ins Q3 gekommen, da vielleicht sogar auf Platz 4 oder 5", klagte der Alpine-Pilot, der im Q1 mit der drittschnellsten Zeit überrascht hatte. Nach einigen derben Flüchen am Funk über die gefährliche Aktion, beruhigte sich Alonso schnell. "Es ist nicht Sebs Schuld. Er muss von seinem Team gewarnt werden." Stevenson erwidert: "Das haben wir getan. Aber müssen wir dafür büßen, dass Vettel der einzige war, der sich vorher an die Regeln gehalten hat."

Alonso spekulierte auf Platz 4

Das sah auch Alonso ein, nachdem er bei der Anhörung vor den Sportkommissaren das ganze Bild der Kettenreaktion präsentiert bekam. "Seb fuhr eine Sekunde hinter einem anderen Auto. Er konnte sich nicht in Luft auflösen. Er hätte vielleicht vor Kurve 9 warten können, bis ich vorbei bin. Das habe ich so beim ersten Versuch im Q2 gemacht, als Hamilton und Verstappen von hinten angerauscht kamen."

Alonso gab die Hauptschuld allen anderen Fahrern vor Vettel: "Da gehören zehn Leute bestraft, weil sie sich alle nicht an die Regeln gehalten haben. Und die lauteten, dass man vor den letzten beiden Kurven nicht unnötig abbremsen soll. Die aber haben mit fünf km/h auf eine Lücke vor ihnen gewartet." Der Spanier sprach sich für mehr Abschreckung aus. "Die FIA muss härter durchgreifen. Man kann nicht immer nur alles auf die Teams abwälzen. Die haben so viele andere Dinge im Blick. Ich hätte Vierter sein können und starte jetzt von Platz 14. Den Schaden macht mir keiner mehr gut."

Fernando Alonso - Alpine - GP Österreich 2021 - Spielberg - Qualifikation
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Fernando Alonso glaubte an den vierten oder fünften Startplatz. Heraus kam die 14. Position.

Eine unverständliche Strafe

Vettel gab Alonso recht. "Alle Fahrer haben sich gestern darauf verständigt, dass wir zwischen den Kurven 8 und 9 Abstand zum Vordermann nehmen. Das habe ich auch gemacht. Dabei haben sich andere Kollegen einfach vorbeigedrängelt und dann in den letzten Kurven langsam gemacht. Das ist ganz klar verboten. Es war eine komische Sache, aus der ich nicht mehr rauskam. Ich fühle mit Fernando mit, denn er konnte wirklich nichts dafür."

Doch am Ende muss der Fahrer, der sich am meisten an die Regeln gehalten hat, als einziger drei Startplätze zurück. Die ebenfalls bei den Sportkommissaren vorgeladenen Valtteri Bottas und Carlos Sainz kamen mit einem blauen Auge davon. Die Schiedsrichter begründeten die Ungleichbehandlung so, dass sich Bottas und Sainz zwar nicht an die Regeln gehalten hätten, aber Teil einer großen Gruppe waren, die alle etwas falsch gemacht hatten. Also könne man ihnen auch keine Hauptschuld nachweisen. Vettel mag ein Opfer des Staus gewesen sein, aber am Ende stand er als einziger Alonso im Weg.

Erstmals zwei Aston Martin im Q3

Alonso konnte sich nicht so ganz erklären, warum sein Alpine A521 einen so radikalen Fortschritt zum letzten Wochenende gemacht hat. Zumal Esteban Ocon wieder im Q1 rausflog und verzweifelt nach Antworten suchte. "Die Runde fühlte sich eigentlich ganz gut an." Alonso sprach von einer Überraschung: "Die Balance war gut. Die schnellen Runden gingen mir leicht von der Hand. So gut wie hier ging unser Auto noch nie." Einziger Trost: "Wir haben jetzt eine freie Reifenwahl. Aber mit Punkten wird es von dieser Startposition schwierig."

Dafür haben es zum ersten Mal beide Aston Martin in die Top Ten geschafft, diesmal in umgekehrter Reihenfolge zur Vorwoche. Vettel schlug Lance Stroll um 48 Tausendstel. Der Ex-Champion ist zuversichtlich, dass er trotz eines Starts auf den heiklen weichen Reifen, nach einer Nullrunde am letzten Wochenende wieder in die Punkte fahren kann: "Wir haben die Balance des Autos ständig verbessert und ein Auto, mit dem wir bei der Musik sind.