Sebastian Vettel - GP Mexiko 2018 xpb
Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Mexiko 2018
Max Verstappen - Formel 1 - GP Mexiko 2018
Max Verstappen - Formel 1 - GP Mexiko 2018
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Vettel akzeptiert WM-Niederlage

„Lewis war der bessere Fahrer“

Sebastian Vettel muss weiter auf den ersten Titel mit Ferrari warten. In Mexiko konnte der Heppenheimer die vorzeitige Meisterschaft von Lewis Hamilton nicht mehr verhindern Anschließend zeigte er sich als fairer Verlierer.

Für Sebastian Vettel muss es sich wie ein Déjà-vu angefühlt haben. Schon vor 12 Monaten sah der Deutsche in Mexiko zu, wie Max Verstappen locker zum Sieg cruiste und Lewis Hamilton gleichzeitig den Titel einfuhr. In diesem Jahr bekam er auf Rang 2 wenigstens einen kleinen Pokal als Trostpreis auf dem Podium überreicht. Doch das Gesicht des 31-Jährigen sprach Bände.

„Es ist momentan eine Leere da. Wenn man das ganze Jahr auf ein Ziel hinarbeitet, und es dann nicht mehr in Reichweite liegt, dann ist das ein furchtbarer Moment. Es ist doch ganz normal, dass man dann niedergeschlagen ist“, erklärte der Ferrari-Pilot mit ernster Miene. Seitdem Vettel 2010 seinen ersten Titel in Abu Dhabi als krasser Außenseiter gewonnen hat, glaubt er selbst in aussichtslosen Situationen noch an seine Chance.

Das Wunder trat in Mexiko leider nicht ein. Nachdem der Titel endgültig futsch war, zeigte sich Vettel aber immerhin als ganz fairer Verlierer. Der Deutsche unterbrach sogar sein Parc-fermé-Interview mit David Coulthard um seinem Rivalen die Hand zu schütteln und ihm ausführlich zur fünften Meisterschaft zu beglückwünschen.

Vettel will starken Hamilton schlagen

Sebastian Vettel - GP Mexiko 2018
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Titeltraum zerplatzt: Obwohl die Situation aussichtslos war, zeigte sich der Heppenheimer niedergeschlagen.

„Er ist das ganze Jahr super gefahren. Er war der bessere von uns beiden. Er hat es verdient“, wiederholte Vettel die anerkennenden Worte gegenüber der Presse. „Ich habe ihm gesagt, dass mir der Kampf mit ihm viel Spaß gemacht hat. Ich habe ihn gebeten, dass er weiter alles geben soll, damit wir nächstes Jahr wieder auf dem höchsten Level gegeneinander kämpfen können. Wir sind vielleicht vom Typ her sehr unterschiedlich. Aber ich bewundere seine Leistung auf der Strecke. Der Respekt ist da. Auch wenn es schwerfällt, das zuzugeben, gibt es leider Tage, an denen man nicht der Beste ist.“

Vettel wird etwas brauchen, die WM-Niederlage zu verdauen. Aber der vierfache Champion gab sich direkt nach dem Rennen von Mexiko auch schon wieder kämpferisch: „Momentan bin ich vielleicht nicht der glücklichste Mensch. Aber in zwei Wochen darf ich wieder in das Rennauto einsteigen, von dem ich immer geträumt habe. Es ist eine Sache niedergeschlagen zu sein. Aber es ist eine andere Sache, wieder aufzustehen. Wir haben ja keine andere Wahl, als wieder anzugreifen.“

Und ein Ziel hat Vettel und Ferrari auch noch: „Die Saison hat noch zwei Rennen. Wir haben die Chance beide zu gewinnen. Darauf konzentriere ich mich. Wir wollen Mercedes möglichst viele Punkte abknöpfen, um vielleicht die Konstrukteurs-WM noch zu drehen. Ich muss in zwei Wochen wieder eine starke Leistung zeigen, weil es das ist, was alle Jungs an der Strecke und zuhause in Maranello verdienen. Und auch alle Tifosi, die mich und das Team das ganze Jahr unterstützt haben.“

Lerneffekt für nächste Saison

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Verpasste Chance: Vettel hofft, dass sein Team die richtigen Lehren aus der Saison gezogen hat.

Wo Vettel dieses Jahr den Titel verloren hat, konnte er nicht sagen. „Es war nicht ein einziges Rennen. Die Saison besteht aus 21 Rennen. Dieses Jahr hatte Lewis schon nach 19 die Oberhand. In diesen 19 Rennen waren wir einfach nicht stark genug. Unter dem Strich war es kein einfaches Jahr. Die meisten Chancen konnten wir nutzen, andere haben wir liegengelassen bzw. habe ich vielleicht liegengelassen.“

Vor allem in der zweiten Saisonhälfte musste Ferrari Federn lassen: „Ab Singapur gab es ein paar Rennen, wo es einfach nicht sein sollte. Und Lewis hat seine Leistung gebracht und es gnadenlos ausgenutzt. Da sind wir dann relativ schnell ins Hintertreffen geraten. Der Abstand ist am Ende sehr groß ausgefallen. Das ist vielleicht nicht ganz gerechtfertigt.“

Vettel hofft, dass die Erfahrung aus dieser Saison der Scuderia nächste Saison weiterhilft. „Wir haben dieses Jahr viel gelernt. Vor allem die letzten Wochen waren sehr aufschlussreich. Sie haben gezeigt, dass wir nicht alles richtig gemacht haben. Wir müssen jetzt den Kopf oben halten – nicht nur für die nächsten beiden Rennen sondern auch für die Zukunft.“

Vettel beweist Zweikampfhärte in Mexiko

Sebastian Vettel - GP Mexiko 2018
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Trostpreis: Für den zweiten Platz in Mexiko kann sich Vettel nichts kaufen.

Mexiko wurde ein wenig ein Spiegelbild der Saison. Im Rennen schien Vettel den Speed von Sieger Verstappen mitgehen zu können. Am Ende reichte es aber nur zu Rang 2. „Wir haben heute nicht ganz zeigen können, was wir draufhaben. Ich war einfach nach den ersten Runden schon zu weit weg. Wir haben vor allem im zweiten Stint alles probiert, ihn ein bisschen zu ärgern und ihm nicht so einfach den Sieg zu überlassen. Aber er hatte wohl noch ein paar Reserven. Er war einfach der beste Fahrer heute im Rennen.“

Vettel konnte mit mutigen Überholmanövern beweisen, dass er das Rennfahren noch nicht verlernt hat. Nach den Drehern in den letzten Rennen hatte ihm manch ein „Experte“ schon die Zweikampfhärte abgesprochen. So richtig konnte sich Vettel aber nicht darüber freuen: „Das Rennen hat schon irgendwie Spaß gemacht. Ich war auch froh, dass ich hier auf dem tollen Podium mitten im Stadion stehen durfte. Aber trotzdem ist die Enttäuschung da, die nichts mit dem Rennen selbst zu tun hat. Es ist einfach kein schöner Tag für mich. Ich habe so viele frohe Gesichter im Stadion gesehen. Leider war ich keines davon.“

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