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Lewis Hamilton - Mercedes - GP Mexiko 2017 - Rennen
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Vettel - Verstappen - Hamilton - GP Mexiko 2017 - Rennen
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Vettel trauert um den WM-Titel

Ferrari-Star hoffte bis zum Schluss

Sebastian Vettel war der Kummer anzusehen. Wieder hat es nicht mit dem WM-Titel mit Ferrari geklappt. Der Pilot rang um Worte. Und gratulierte Lewis Hamilton fair.

Der GP Mexiko 2017 war ein Spiegelbild für Ferraris zweite Saisonhälfte. Es klappt so gut wie nichts. Mexiko war das fünfte Wochenende in Folge, indem mindestens einmal etwas schief ging. Wie in Singapur startete Sebastian Vettel von der Pole-Position. Wie in Singapur war er in einen Startunfall involviert.

Anders als in Singapur konnte Vettel jedoch weiterfahren. Er fiel auf den 19. Platz zurück und arbeitete sich über 70 Runden bis auf die vierte Position nach vorne. Die zehn Überholmanöver gegen Felipe Massa, Pierre Gasly, Brendon Hartley, Stoffel Vandoorne, Fernando Alonso, Kevin Magnussen, Sergio Perez, Lance Stroll und Esteban Ocon waren am Ende aber vergebene Mühe. Vettel hätte nach Lewis Hamiltons neuntem Platz gewinnen müssen, um seine kleine WM-Flamme am Lodern zu halten.

Vergebliche Hoffnung auf das Wunder

So rang der 30-Jährige, der bereits mit vier WM-Pokalen dekoriert ist, nach dem Rennen um Worte. Vettel saß bei seiner Presserunde wie ein Häufchen Elend auf einem Drehstuhl. Er kämpfte sichtbar gegen die Tränen. Seine Stimme stockte. „Es ist schwer zu schlucken. Klar war mir bewusst, dass unsere Chancen minimal sind. Aber ich habe bis in die letzte Runde geglaubt, doch irgendwie im Rennen zu bleiben. Ich habe alles gegeben, und einfach gehofft, dass irgendetwas Verrücktes passiert.“

GP Mexiko 2017 - Start - Verstappen - Hamilton - Vettel - Formel 1
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Vettel war mit 66 Punkten Rückstand auf Lewis Hamilton in das Land der Azteken gereist. Bei noch 75 zu vergebenen Punkten. Da sollte man eigentlich meinen, der Fahrer hätte sich mit seiner Niederlage bereits abgefunden. Nicht Vettel. Es zeigt seine Verbissenheit. Und den Glauben an sich selbst. Zwei Eigenschaften, die ihm 2010 und 2012 zwei WM-Titel einbrachten. In zwei Jahren, in denen Vettel erst im letzten Atemzug den größten und wichtigsten Pokal im Motorsport gewann. Für viele Beobachter erinnerte der Vettel nach dem Mexiko-Rennen an den nach dem GP Brasilien 2009. Damals hatte Jenson Button die Weltmeisterschaft errungen. Auch damals hatte Vettel maximal Außenseiterchancen.

Der Start leitete praktisch das Ende der Hoffnungen ein. Vettel verlor erst den Zweikampf gegen Verstappen. Dann rodelte er dem Red Bull ins Heck. Und eine Kurve später seinem Widersacher Hamilton. Sein Frontflügel war hinüber. Vettel wollte erst gar nicht ins Detail gehen. Stattdessen sagte er: „Es ist doch irrelevant, was heute passiert ist. Lewis hat die Weltmeisterschaft gewonnen. Glückwunsch. Ihr solltet über nichts anderes schreiben. Sein Sieg überstrahlt alles.“ Es war eine ehrliche und aufrichtige Gratulation. Auch wenn die Worte Vettel geschmerzt haben.

Vettel erkennt Hamiltons Leistung an

Bis zum virtuellen Safety Car arbeitete sich der Mann im Auto mit der Startnummer 5 vom 19. auf den siebten Rang. „Ich bin einfach drangeblieben. Man weiß ja nie, was passiert.“ Die kurzfristige Neutralisation schenkte ihm nach einem frühen ersten Boxenbesuch, inklusive Frontflügelwechsel, die Möglichkeit, einen frischen Satz der Ultrasofts für die letzte Attacke aufzuziehen. Vettel hatte sich die Garnitur am Vortag aufgespart. Sein Rückstand war aber bereits zu groß, um wenigstens noch das Podest anzupeilen. Teamkollege Kimi Räikkönen war bereits über 39 Sekunden voraus. Im Ziel dampfe Vettel den Rückstand auf 16 Sekunden ein. Vettel reihte eine schnelle Runde an die nächste. Inklusive der schnellsten des Rennens. In 1:18.785 Minuten pilotierte er seinen Ferrari SF70-H um die 4,304 Kilometer.

Die Niederlage in der WM schmerzt. Die verkorkste Asien-Reise mit Pannen in Singapur, Malaysia und Japan brachte Ferrari zu stark ins Hintertreffen. „Ich will nicht ein Event herauspicken, wo wir die WM verloren haben. Fakt ist, dass wir ein paar Ausfälle hatten.“ Vettel punktete in Singapur und Japan nicht. Sein Rivale Hamilton dagegen in jedem Rennen. Nach Saisonsiegen steht es vier zu neun für Hamilton. Es ist ein verdienter Titel für den Briten. Das erkennt auch Vettel an. „Er hat mich in einem fairen Kampf besiegt. Er war der bessere Mann. Seine Saison war herausragend.“

Vettel will sich die kommenden Tage ausruhen und in den letzten zwei Grand Prix wenigstens den zweiten Platz gegen Valtteri Bottas verteidigen. Er liegt mit 15 Punkten vor dem Finnen. „Wir wollen die Saison jetzt wenigstens so ausklingen lassen, wie wir es verdienen.“ 2018 soll der nächste Angriff endlich im Ziel landen. Das bleibt der WM-Erfolg mit Ferrari. Es warten wieder starke Gegner. Hamilton ist noch hungrig. Und mit Verstappen drängt sich ein weiterer Kandidat auf.

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Max Verstappen hat den GP Mexiko dominiert.

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