Sebastian Vettel - GP Portugal 2021 xpb
George Russell - Williams - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 30. April 2021
Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 30. April 2021
Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 30. April 2021
Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 30. April 2021 47 Bilder

Portugal-Quali: Trendwende bei Sebastian Vettel

Vettel löst die Bremse Mehr Bauch, weniger Kopf

GP Portugal

Bei Sebastian Vettel ist der Knoten geplatzt. Der Ex-Weltmeister qualifizierte sich zum ersten Mal seit Silverstone 2020 wieder für die Top Ten. Auch weil das Gefühl für das Auto plötzlich wieder da war.

Endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis. Sebastian Vettel kam in der Qualifikation zum GP Portugal bis ins Q3. Das hatte er zuletzt beim GP England 2020 in Silverstone geschafft. Danach war 15 Mal in Folge entweder im Q1 oder Q2 Endstation. Der Trend der Trainingsergebnisse in dieser Saison zeigt in die richtige Richtung. Platz 18 in Bahrain, Rang 13 in Imola, jetzt Zehnter. "Die letzte Runde war nicht optimal. Ein Platz besser wäre noch gegangen", meinte Vettel anschließend.

Auf Pierre Gasly fehlten im Finale 0,184 Sekunden. Mit seiner Q2-Zeit hätte er den Alpha Tauri geschlagen. Die zweite K.O.-Runde war wie im Vorjahr der schnellste Abschnitt der Qualifikation. Das lag auch an den Bedingungen. Der Wind wechselte ständig seine Richtung und frischte im Q3 noch einmal richtig auf. "Am schlimmsten war es, wenn er in der erste Kurve von schräg hinten kam. Da hat es dir am Kurvenausgang einen richtigen Stoß verpasst."

So passiert bei seinem entscheidenden Q3-Versuch ganz am Ende des Trainings. Zuerst spendete Max Verstappen unfreiwillig Windschatten. "Die geschenkte Zeit auf der Gerade war schon in der ersten Kurve wieder aufgebraucht." Der Aston Martin mit der Nummer 5 wurde vom Winde verweht. Das Timing war unglücklich gewählt. In den letzten Minuten konnte sich kaum einer verbessern. "Den Wind kannst du nicht sehen, nur spüren. Und wenn du ihn spürst, ist es meistens schon zu spät", beschrieb Vettel das Gefühl im Auto.

Sebastian Vettel - GP Portugal 2021
xpb
Sebastian Vettel fühlte sich in Portugal sichtlich wohler im Auto.

Das Auto tut, was der Fahrer will

Das dritte GP-Wochenende des Jahres begann zäh für die britische Nobelmarke und ihren Starpiloten. Die freien Trainingssitzungen gaben mit den Plätzen 16, 15 und 18 nicht gerade Anlass zur Hoffnung auf eine Formsteigerung. Im dritten Training musste man sich um die grünen Autos und ihre Chauffeure ernsthaft Sorgen machen.

Wäre das der Maßstab gewesen, wären beide Fahrer schon im Q1 gescheitert. "Wir haben etwas ausprobiert, das nicht funktioniert hat. Deshalb haben wir wieder auf den Stand von Freitag zurückgebaut", erklärte Vettel.

Das erwies sich als der goldene Griff. Zum ersten Mal fühlte sich der Ex-Champion in seinem Aston Martin zuhause. "Ich habe mich einfach wohler im Auto gefühlt, es hat alles besser zusammengepasst. Das Auto hat getan, was ich wollte. Ich war endlich mal entspannt und konnte mich wieder von meinem Gefühl leiten lassen." Fazit des 53-fachen GP-Siegers: "Ich darf beim Fahren nicht so viel denken. Je mehr ich den Bauch sprechen lassen kann, desto besser geht es."

Lance Stroll - GP Portugal 2021
xpb
Trotz eines neuen Unterbodens konnte Lance Stroll im Portimao-Qualifying nicht das Tempo von Vettel mitgehen.

Neuer Unterboden nur für Stroll

Vettel hat sich gesteigert, sein Aston Martin noch nicht. Das Auto des WM-Vierten des Vorjahres steht vom Speed her weiter an der Schwelle zum Q3. Wieder hat es nur einer der beiden Fahrer geschafft. Wie schmal der Grat zwischen Weiterkommen und Hängenbleiben ist, demonstrierte der Teamkollege. Lance Stroll startet nur von Platz 17 in den GP Portugal. Dabei hatte der Kanadier einen neuen Unterboden am Auto. Er war ein kleiner Fortschritt, aber kein Durchbruch.

Da es derzeit nur ein Exemplar von dem Aero-Upgrade gibt, ging es an den Fahrer, der mehr WM-Punkte auf dem Konto hat. Vettel kann mit dieser Regelung leben und fühlte sich nicht benachteiligt: "Es geht völlig in Ordnung, dass Lance die Teile bekommen hat."

Der neue Mann im Team lobte seine Ingenieure: "Die Jungs strengen sich wirklich an, das Auto zu verbessern. Wir müssen in kleinen Schritten denken. Was die Änderung wert ist, lässt sich wegen der schwierigen Bedingungen schwer lesen."

Für ihn selbst sind Kilometer das größte Geschenk. "Es macht schon was aus, wenn du die Qualifikation bis zum Ende fahren kannst. Mit jeder Runde mehr baust du Vertrauen auf und kannst da und dort was probieren und besser verstehen, was das Auto von dir verlangt." Dieses Gefühl hatte Vettel jetzt schon seit neun Monaten nicht mehr.

Mehr zum Thema Sebastian Vettel
Sebastian Vettel - GP Portugal 2021
Aktuell
Fernando Alonso & Sebastian Vettel - GP Bahrain 2021
Aktuell
Sebastian Vettel - GP Imola 2021
Aktuell
Mehr anzeigen