Vettel und Kimi in erster Reihe

So löste Ferrari sein Problem

Sebastian Vettel - GP Bahrain 2018 Foto: sutton-images.com 61 Bilder

Die erste Startreihe in Bahrain strahlt in Rot. Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen ließen den Silberpfeilen keine Chance. Das Geheimnis des roten Wunders: Ferrari hat seine Schwachstelle abgestellt, und bei Mercedes brach ein altes Problem wieder auf.

Das war wieder so ein Ergebnis, das erklärt werden muss. In Melbourne bestimmten die Mercedes noch das Tempo. Ferrari lag im Schnitt 4 Zehntel zurück. Nur zwei Wochen später stellte sich das Bild auf den Kopf. Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen qualifizierten ihre roten Autos für die erste Startreihe.

Mercedes war nur zweiter Sieger. Und das auf einer Strecke, auf der Power zählt. Doch das ist nicht mehr Ferraris Problem. Bei der Motorleistung auf eine Runde hat Maranello mit Brixworth gleichgezogen. Ob das auch für den Spritverbrauch gilt, muss das Rennen zeigen.

Ferrari hat das Blatt gewendet, weil die Ingenieure erfolgreich an der Schwachstelle gearbeitet haben, die Vettel und Räikkönen noch bei den Testfahrten in Barcelona und beim Saisonauftakt in Melbourne gebremst haben. Die roten Autos verloren ihre Zeit in den Kurven.

Kimi Räikkönen - GP Bahrain 2018 Foto: xpb
Ferrari hat das Problem des Untersteuerns erfolgreich bekämpft.

Laut GPS-Messungen hakte es hauptsächlich in den langsamen und mittelschnellen Ecken. Das hatte einen Grund: Die Autos litten an starkem Untersteuern. „Sie haben vorne geschoben wie eine Kuh“, erklärt Vettel mit entsprechenden Handbewegungen. „Wir haben es bei den Testfahrten und in Melbourne einfach nicht geschafft, das Problem zu lösen.“

Vor dem GP Bahrain gingen die Ingenieure in Klausur. Ferrari verbrachte den ersten Trainingstag damit, unterschiedliche Abstimmungen und Aero-Konfigurationen auszuprobieren. „Das Auto blieb gleich. Die Basis war immer gut. Wir haben es nur besser ausbalanciert. In Bahrain kam das Gefühl zurück, das ich in Melbourne noch vermisst habe“, freute sich Vettel.

Die größte Konkurrenz im Rennen könnte aus dem eigenen Stall kommen. Räikkönen war nach der knappen Trainingsniederlage um 0,143 Sekunden noch einsilbiger als sonst: „Der zweite Platz ist eine Enttäuschung für mich. Ich bin bei den Outlaps im Q3 im Verkehr gesteckt. Dadurch haben die Reifen Temperatur verloren.“ Räikkönen hatte das Gefühl, dass er diesmal seinen Teamkollegen hätte schlagen können.

Mercedes überhitzt die Hinterreifen

Lewis Hamilton - GP Bahrain 2018 Foto: sutton-images.com
Der Mercedes strapaziert die Hinterreifen.

Ferrari fuhr aus eigener Kraft in die erste Startreihe. Während man selbst sein Problem löste, kehrte bei Mercedes ein altes zurück. „Es hat sich für uns schon bei den Testfahrten angedeutet“, verrät Chefingenieur Andrew Shovlin. Wir erinnern uns an die Blasen auf den Hinterreifen nach den Rennsimulationen. Die Mercedes überhitzten auch in Bahrain ihre Hinterreifen. Je weicher die Mischung, umso schlimmer.

Lewis Hamilton war auf dem Supersoft-Reifen nur um 2 Zehntel schneller als auf dem härteren Soft-Gummi. Laut Pirelli liegen mindestens 6 Zehntel zwischen den beiden Reifentypen. Und warum kamen die Silberpfeile in Melbourne mit einem blauen Auge davon? Einfache Antwort: Weil der Asphalt dort weniger aggressiv ist als in Barcelona und Bahrain.

Mercedes versuchte das gesamte Training über sein Reifenproblem zu lösen. „Wir bringen das Auto gut in die Kurve rein. Aber beim Rausbeschleunigen haben die Hinterreifen zu viel Schlupf“, erklärte ein Ingenieur. Der Schlüssel waren die ersten vier Kurven. Wenn die Mercedes-Piloten dort zu wild aufs Gas stiegen, bezahlten sie im letzten Sektor mit zu heißen Reifen. Andersherum verloren sie im ersten Abschnitt zu viel Zeit. Sie konnten sie am Ende nicht mehr aufholen.

Wegen der Sorgen um die Hinterreifen musste der Titelverteidiger Kompromisse bei der Fahrzeugabstimmung eingehen. „Wir haben mehr auf das Rennen als auf die Qualifikation geschaut“, verriet ein Techniker. Vettel glaubt deshalb, dass man im Rennen mit den Mercedes rechnen muss: „Die haben immer noch ein sauschnelles Auto. Vielleicht hat heute bei ihnen die Balance nicht so gut gepasst wie bei uns. Das kann sich aber schnell ändern.“

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