Sebastian Vettel - Ferrari - GP Deutschland 2018 - Hockenheim Wilhelm
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Deutschland 2018 - Rennen
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Sebastian Vettel - Ferrari - GP Deutschland 2018 - Rennen 66 Bilder

Vettel verspielt WM-Führung

Hockenheim-Fluch hält an

Zum zweiten Mal nach 2010 startete Sebastian Vettel in Hockenheim von der Pole-Position. Zum zweiten Mal reichte es nicht für den gewünschten Heimsieg. Nach einem Fahrfehler endete Vettels Rennen in der Absperrung der Sachskurve. Lewis Hamilton erbte die WM-Führung.

Es hätte der große Tag von Sebastian Vettel in Hockenheim werden soll. Doch auf die Euphorie vom Samstag folgte die Enttäuschung am Rennsonntag. Unfall, null Punkte, Verlust der WM-Führung: Schlimmer hätte es den Heppenheimer vor 71.000 Zuschauern nicht erwischen können.

Dabei sprach viel für Vettels ersten Sieg in Hockenheim im sechsten Anlauf. Nach 51 von 67 Runden führte der Ferrari-Pilot das elfte Saisonrennen mit einem Vorsprung von neun Sekunden vor Valtteri Bottas im Mercedes an. Unter kniffligen Verhältnissen. Es regnete in manchen Teilen der Strecke, in anderen nicht. Als sich Vettel zum 52. Mal der Sachskurve näherte, unterlief ihm ein Fahrfehler, der in der Streckenbegrenzung endete.

„Es war ein kleiner Fehler mit großer Auswirkung“, sprach ein enttäuschter Pilot. „Eigentlich habe ich nicht so viel falsch gemacht. Die Fahrbahn war rutschig. Ich habe ein bisschen zu spät gebremst, die Hinterräder blockierten und ich rutschte geradeaus.“ Vettel versuchte, am Lenkrad zu korrigieren, doch sein Ferrari rodelte über das Kiesbett in den Reifenstapel.

Stallregie bei Ferrari

Der Frust brodelte sofort aus Vettel heraus. Der 31-Jährige hämmerte gegen das Lenkrad, entschuldigte sich mit schluchzender Stimme bei seiner Mannschaft, kletterte aus dem Auto, fasste sich mit beiden Händen an den Helm, und trat noch ein paar Mal in den Kies. „Dieser Fehler ärgert extrem. Ich hatte das Rennen eigentlich schon in der Tasche.“

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Deutschland 2018 - Hockenheim
Wilhelm
Das Aus: Vettel landet in der Sachskurve im Reifenstapel.

Bis zum einsetzenden Regen verlor Vettel die Spitzenposition nur für 14 Runden. Wieder einmal startete Ferrari gut, Vettel verteidigte die Führung gegen Bottas und enteilte seinem Widersacher bis zum Boxenstopp um fünf Sekunden. Mercedes hatte keine Chance für einen Undercut. Es war die Strategie, die Ferrari schon in Silverstone verfolgt hatte. Nach dem Wechsel von Ultrasoft auf Softreifen rutsche Vettel zurück auf den vierten Rang, kam nach den Boxenstopps von Bottas und Max Verstappen aber schnell wieder auf die zweite Position vor.

Teamkollege Kimi Räikkönen führte das Rennen an. Der Finne hatte schon in der 14. Runde die Reifen gewechselt, um Mercedes und Bottas aus der Reserve zu locken. Doch die Mercedes-Strategen folgten lieber Vettel, als Räikkönens Taktik zu kopieren. In dem Wissen, dass der Weltmeister von 2007 bei einem normalen Rennverlauf noch einmal Reifen wechseln müsse. Mercedes hoffte, Vettel in der Schlussphase bedrohlich zu werden, gab aber nach dem Rennen zu, dass Vettel bei einem normalen Verlauf gewonnen hätte.

Trotz zehn Runden frischerer Reifen konnte Vettel den Teamkollegen aus eigener Kraft nicht überholen. Ferrari musste nachhelfen. Man bat seinen finnischen Fahrer verklausuliert, Vettel vorbeizulassen. Der Heppenheimer seinerseits forderte den Platzwechsel über Funk. „Ich kann schneller fahren. Ich ruiniere mir nur die Reifen.“ Ferrari Vollzug den Platztausch über Stallregie in der 38. Runde. Vettel nach dem Rennen: „Wir waren auf unterschiedlichen Strategien. Ich hing hinter Kimi fest und habe nicht verstanden, was wir genau bezwecken.“

Das Auto als Trost

Mercedes-Teamchef Toto Wolff beurteilte Ferraris Anweisungen diplomatisch. „Es war für Ferrari sicher eine schwierige Entscheidung. Auf der einen Seite willst du als Team das maximal mögliche Ergebnis erzielen. Auf der anderen Seite es deinen beiden Fahrern ermöglichen, zu gewinnen. Kimi hatte in einigen Rennen dieses Jahr Pech. Ich denke, angesichts des WM-Stands war es die richtige Entscheidung.“ Mercedes selbst entschied sich in der Schlussphase für eine Stallregie, um den Doppelsieg nicht zu gefährden.

Vettels Hockenheim-Fluch hält an. Doch immerhin reist er im Wissen ab, in Hockenheim das stärkste Auto mit dem besten Motor gehabt zu haben. „Unser gutes Auto ist mir Trost genug.“ Der Ausfall in Hockenheim kostet Vettel die WM-Führung. Vettel wird sein gutes Auto brauchen, um die Weltmeisterschaft wieder zu seinen Gunsten zu wenden.

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Motorsport Aktuell Lewis Hamilton - Mercedes - GP Deutschland - Hockenheim - Formel 1 - Freitag - 20.7.2018 Resultate Training, Qualifying & Rennen Ergebnis Formel 1 GP Deutschland 2018

Lewis Hamilton hat den GP Deutschland 2018 gewonnen.

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