Vettel verpasst erstmals Podium

Pech mit Verstappen und Safety-Car

Sebastian Vettel - GP Kanada 2017 48 Bilder

Ferrari hat die WM-Führung an Mercedes verloren. Sebastian Vettel liegt in der Fahrerwertung noch vorn. Der Traum vom vierten Sieg war bereits nach 320 Metern ausgeträumt.

Lewis Hamilton hat im Duell gegen Sebastian Vettel ausgeglichen. Nach Siegen. Die beiden WM-Favoriten haben jetzt je drei Mal gewonnen. Für Vettel brachte der GP Kanada eine neue Erfahrung. Der Heppenheimer kletterte zum ersten Mal in dieser Saison nicht auf das Podium. Seine WM-Führung schrumpfte auf 12 Punkte.

Das Training ließ wieder ein enges Duell mit Hamilton erwarten. Doch schon bei der Fahrt in die Startaufstellung ging es los mit den kleinen Pannen. Vettel traf einen Randstein und kroch auf dem Startplatz fast unter sein Auto, um zu schauen, ob der Unterboden seines Ferrari etwas abbekommen hatte.

Nach 320 Metern ahnte Vettel, dass es nicht sein Tag werden würde. Max Verstappen rasierte ihm beim Sprint in die erste Kurve einen Teil vom rechten Frontflügel ab. Ob das Manöver des Red Bull-Piloten zu riskant war, wollte Vettel so kurz nach dem Rennen nicht beurteilen. „Dazu müsste ich den Start aus der Sicht von Max sehen. Wenn man so über einen Flügel fährt, bekommt man normalerweise einen Plattfuß. Da hat er echt Glück gehabt.“

Tatsächlich musste sich der Ferrari-Pilot auf Valtteri Bottas konzentrieren, der ihm den zweiten Platz in der ersten Kurve streitig machen wollte. Verstappen war gar nicht auf der Rechnung. „Ich konnte nirgendwo hin, weil ich Bottas abwehren wollte. Wenn ich noch später bremse, rausche ich Lewis ins Heck. So kam Max außen an mir vorbei.“ Statt der erhofften Führung, fand sich Vettel auf dem vierten Platz wieder. Mit einem angeschlagenen Frontflügel.

Safety-Car war Vettels Pech

Wie stark beschädigt der Flügel war, konnte Vettel aus dem Cockpit nicht sehen. „Ich habe gemerkt, dass da was nicht stimmt. Die ersten sieben Kurven hat vorne Grip gefehlt. Ich konnte nicht voll attackieren. Dann kam aber schon die Safety-Car-Warnung.“ Und genau die war Vettels Pech. Bei der langsamen Fahrt blieb ihm das wahre Ausmaß der Beschädigung verborgen.

Als in der 4. Runde wieder freie Fahrt angesagt war, zersplitterte der Flügel in tausend Teile. Die Trümmer trafen Teile des Unterbodens und die Leitbleche, die dadurch ebenfalls Verwundungen davontrugen. Und mit denen musste Vettel das ganze Rennen leben. Ferrari rechnete später aus, dass die beeinträchtigte Aerodynamik 2 Zehntel pro Runde gekostet hat.

Das Rennen war kaum freigegeben, da wusste Vettel ihm ein früher Boxenstopp und ein Flügelwechsel bevorstand. Der warf ihn auf Platz 18 zurück. Ab da gab es für den WM-Spitzenreiter nur noch Schadensbegrenzung. „Ich habe gar nicht gefragt, wo Lewis liegt. Für mich ging es nur darum, nach vorne zu kommen. Ich hatte das ganze Rennen lang echt viel zu tun. So gesehen hat es Spaß gemacht. Vom Resultat her natürlich nicht. Das Auto hatte heute mehr verdient als den vierten Platz.“

Vettel konnte am Ende froh sein, dass er noch Vierter wurde. In Runde 18 lag er zum ersten Mal wieder in den Punkten. Doch als er auf den Pulk mit Daniel Ricciardo, Sergio Perez, Kimi Räikkönen und Esteban Ocon aufschloss, war der Vorwärtsdrang fürs erste gestoppt. „Die Force India waren extrem schnell auf der Geraden. Alle in der Gruppe hatten DRS, alle den Windschatten vom Vordermann.“

Force India kosten Vettel den dritten Platz

Weil die Force India eine unüberwindbare Hürde darstellten, holte Ferrari seine Fahrer aus dem Feuer. Zuerst Räikkönen in Runde 41, dann Vettel 8 Runden später. „Wir mussten etwas anders machen und es am Ende mit frischeren Reifen versuchen“, verteidigte Räikkönen Ferraris Schachzug.

Vettel meinte rückblickend, dass er vielleicht hätte früher stoppen sollen. Er selbst war nicht ganz unschuldig daran. „Wir haben zwei Runden lang darüber diskutiert. Ich wollte erst noch schauen, ob nicht doch was auf der Strecke gegen die Force India geht.“

Es dauerte 14 Runden, und dann bauten sich die rosaroten Autos wieder wie eine Wand vor dem Ferrari mit der Startnummer 5 auf. Diesmal waren die Chancen des Verfolgers besser. Vettel hatte weichere und deutlich frischere Reifen. Das Überholmanöver an Esteban Ocon vorbei wurde zu einer haarigen Aktion. „Ocon kam quer aus der Schikane. Auf der Hälfte der Zielgeraden habe ich mich entschieden, innen anzugreifen. Esteban hat ein bisschen gezuckt, ich musste noch weiter nach innen, und da war dann nicht mehr viel Grip.“

Zwei Runden später war auch der Force India von Perez fällig. Auch wieder mit Herzklopfen. „Ich bin in Kurve 4 fast in die Mauer und hätte mich in Kurve 8 beinahe gedreht. Deshalb musste ich eine Runde länger warten. Der Kampf mit den Force India hat mich am Ende wahrscheinlich das Podium gekostet. So bekam Ricciardo etwas Luft. Mit einer Runde mehr hätte es vielleicht anders ausgesehen.“

Der zweite Ferrari erreichte nur auf Platz 7 das Ziel. Kimi Räikkönen kam in der Endphase zwei Mal wegen überhitzender Bremsen von der Strecke ab. Das Brake-by-wire System war ausgestiegen. Räikkönen legte 8 Runden langsame Runden ein, um den Bremsen Zeit zur Erholung zu geben. So konnte er am Ende immerhin noch den Angriff von Nico Hülkenberg abwehren.

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