Vettels Hoffnung

"Mit etwas Glück in die Punkte"

Foto: Red Bull 16 Bilder

Die Formel 1-Wintersaison geht in ihre vorletzte Testwoche vor der Abreise zum Saisonstart in Melbourne. In dieser Woche testen alle weit verstreut.

Ferrari, Renault, Red Bull, Williams und Toyota fahren in Barcelona. BMW plant am Mittwoch in Valencia eine komplette Rennsimulation mit Nick Heidfeld und Robert Kubica. Force India bereitet sich in Silverstone vor. McLaren-Mercedes fährt auf einem Flugfeld in Menorca Aerodynamiktests und simuliert Starts. Honda und ToroRosso machen eine Woche Pause freiwillig.

McLaren am fleißigsten

SuperAguri hat seine Transporter in Barcelona stehen, doch die Motoren bleiben still. Es ist kein Geld in der Kasse. Honda bezahlt erst kommende Woche beim großen Abschlusstest wieder die Zeche dafür, dass zwei Autos drei Tage lang fahren können. Bis jetzt führt McLaren-Mercedes die Rangliste nach Kilometern an. Bislang hat der MP4-23 seit seinem Debüt 10.853 Kilometer abgespult. Es folgen Ferrari mit 8.964, Toyota mit 8.200, ToroRosso mit 8.187 und BMW mit 7.496 Kilometern. Schlusslicht ist SuperAguri. Hondas B-Team kam über 1.302 Kilometer nicht hinaus.

ToroRosso gönnt seinen Fahrern eine Verschnaufpause. "Richtig verschnaufen kann ich aber gar nicht", lacht Sebastian Vettel, "ich bin diese Woche in Fuschl zum Fitness-Intensivtest." Mitbesitzer Gerhard Berger lobt: "Wir haben eine sehr gute Saisonvorbereitung abgeliefert. Die Autos sind standfest und im Augenblick liegen wir von den Rundenzeiten hinter Ferrari und McLaren und dem Viererpulk mit BMW, Red Bull, Williams und Renault auf Rang sieben." Mit Blick auf die schnellste Red Bull-Zeit von 1:18.455 vergangene Woche in Jerez sagt Vettel: "Diese Zeit traue ich mir auch zu, wenn wir Benzin abpumpen."

Rückstand schrumpft

Der 20-jährige Hesse bilanziert nach insgesamt 3.962 Kilometern auf seinem persönlichen Konto: "Mit etwas Glück können wir auch mit dem alten Auto in die Punkte fahren. Wir brauchen sogar weniger glückliche Umstände als im letzten Jahr." So sei der Rückstand auf McLaren-Mercedes von ursprünglich einmal 1,3 Sekunden auf sieben, acht Zehntel geschrumpft. Die neue Vorderachse, die erstmals beim Barcelona-Test Anfang Februar zum Einsatz kam hat sich bewährt. "Das Untersteuern ist weniger geworden. Jetzt braucht es noch etwas mechanisches Feintuning, um die Vorteile voll zu nutzen."

Berger weiß, dass der Einsatz des modifizierten Vorjahresautos nur eine Übergangslösung für die ersten vier Rennen sein kann. "Wir können mit dem Auto nicht mehr viel zulegen, weil es keine Entwicklungsstufen mehr im Köcher gibt. Unsere Gegner bringen kurz vor Melbourne alle noch mit einer Ausbaustufe der Aerodynamik." Vettel schätzt: "Da wird uns Red Bull dann davonziehen." Was den Toro Rosso-Piloten nicht sonderlich stört, denn die Basiskonstruktion des Red Bull RB4 wird ab dem GP Türkei ja auch sein Auto. "Gut zu wissen, dass Coulthard und Webber mit dem Auto zufrieden sind. Das sind auch gute Aussichten für uns."

Nur ein Plan der Toro Rosso-Truppe scheint nicht aufzugehen. Gerhard Berger und Teamchef Franz Tost hatten gehofft, mit einem standfesten Altwagen gegen die neuen Autos mit Kinderkrankheiten zu punkten. "Wenn ich mich aber so umschaue", registriert Berger, "sind alle neuen Autos schon unheimlich zuverlässig. Ich kenne kein Auto, dass mit gravierenden Problemen zu kämpfen hätte."

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