Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1-Test Jerez - 1. Februar 2015 Stefan Baldauf
Ferrari SF15-T
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Vettels Premiere im Ferrari

"Der erste Eindruck ist gut"

Sebastian Vettel begann seine Ferrari-Ära mit einer Bestzeit und 60 Runden. Mit dem Eindruck vom Auto war der Ferrari Neuzugang zufrieden, mit der Anzahl der Runden noch nicht ganz. Ärger mit der Telemetrie verhinderte ein größeres Pensum.

Kann ein Einstand besser sein? Sebastian Vettel steigt zum ersten Mal in den neuen Ferrari SF15-T und beendet den Arbeitstag mit einer Bestzeit. Der vierfache Weltmeister knackte die 1.23 Minuten-Marke gleich mehrmals und wurde am Ende des Tages mit 1.22,620 Minuten notiert. Das ist um 0,5 Sekunden schneller als die absolute Bestzeit des Vorjahres und um 2,8 Sekunden besser als Ferraris Rekordrunde beim Jerez-Test vor 12 Monaten. Fernando Alonso schaffte da eine Zeit von 1.25,495 Minuten.

Telemetrie-Problem bremst Vettel aus

Vettel resümierte seinen offiziellen Dienstantritt in Rot vorsichtig optimistisch: "Der erste Eindruck ist ziemlich gut. Natürlich tut es gut, wenn dein Name vorne steht, aber am ersten Tag ist die Rundenzeit nicht entscheidend. Da zählt mehr die Anzahl der Runden. Und da hätten es gerne etwas mehr sein können."

Vettel umrundete den 4,4 Kilometer langen Kurs insgesamt 60 Mal. Mercedes-Pilot Nico Rosberg spulte mit 157 Runden fast die dreifache Distanz ab. Vettel scherzte: "Das waren gefühlte 200 Runden. Eines lässt sich jetzt schon sagen. Sie starten mit einem zuverlässigen Auto in die Saison. Das ist aber keine Überraschung. Ich erwarte sie so gut wie im letzten Jahr."

Ferrari ging zum Auftakt der Testfahrten noch auf Nummer sicher. Problemen mit der Telemetrie verbannten das Auto am Vormittag lange Zeit in die Garage. "In so einer frühen Phase gehst du noch kein Risiko ein."

Fahrgefühl im Ferrari anders als im Red Bull

Vettel sieht seine Ferrari-Ära als Langzeit-Auftrag. "Bei uns gibt es viele neue Leute und bekannte Leute auf neuen Positionen. Das muss sich erst alles einspielen. Unser Ziel muss es in diesem Jahr sein, dass wir die Lücke zu Mercedes schließen."

Vettel in roter Uniform war fast so ungewohnt wie sein weißer Helm. "Es ist das erste Mal, dass mein Helm keine Red Bull-Farben trägt. Ich habe mir viele Gedanken über das neue Design gemacht. Es sollte etwas Schlichtes sein. Ich will das Design in Zukunft auch nicht mehr so oft ändern."

Vergleiche zu seinem alten Team und dem Motor wollte Vettel nicht ziehen. "Das wäre unfair." Nur so viel: "Die Knöpfe am Lenkrad sind an anderer Stelle. Da habe ich mich im Winter drauf vorbereitet. Das Fahrgefühl ist auch anders, weil das Auto eine andere Philosophie hat. Das ist aber völlig normal und passiert bei jedem Teamwechsel."

Der Mann, der schon im Go-Kart von Ferrari geträumt hat, wird nicht müde, vom Mythos Ferrari zu schwärmen. "Ich hatte eine großartige Zeit bei Red Bull, aber Ferrari ist einfach ein spezielles Team. Wenn du nur durch Maranello fährst, hat das etwas Magisches. Ich war schon früher mal da, aber da waren alle Türen für mich natürlich noch verschlossen. Das hat sich jetzt geändert." Doch vom Mythos allein kann Vettel nicht leben. "Wir müssen schon hinklotzen, um unsere Ziel zu erreichen."

Mit der neuen Formel 1 hat sich der 39-fache GP-Sieger inzwischen abgefunden. "Du kannst entweder hinschmeißen oder sie annehmen. Da ich immer noch da bin, habe ich sie angenommen. Auch wenn mir ein großer Zwölfzylinder immer noch lieber wäre."

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