Gerhard Berger im Video-Interview

„Ich hätte fünf Mal tot sein müssen“

1000. GP

Gerhard Berger gehörte zwischen 1984 und 1997 zum Establishment der Formel 1. Der 59-jährige Österreicher ist 210 Grand Prix gefahren und hat zehn Rennen gewonnen. Im Gespräch mit auto motor und sport spricht er über eine herrlich wilde Zeit.

Motorsport liegt Gerhard Berger im Blut. Er kann nicht davon lassen. Nach seiner aktiven Karriere mit 210 GP-Starts in 14 Saisons machte Berger auf der anderen Seite der Boxenmauer weiter. Als Rennleiter von BMW, als Teamchef von Toro Rosso, als Reformierer der Formel 3 im Auftrag der FIA. Und heute ist der umtriebige Tiroler Chef der DTM. Er hat der Tourenwagen-Serie mit einer ganzen Reihe von Änderungen bereits seinen Stempel aufgedrückt. Wenn man die Saison 2018 zum Maßstab nimmt, muss man sagen: Es ist vieles besser geworden.

Interview ohne übliche Zensur

Bei auto motor und sport blickt Berger aber noch einmal hauptsächlich auf die Formel 1 zurück. Und da gibt es eine Menge zu erzählen. Über sein Debüt im ATS auf dem Österreichring. Über den Ritt auf der Kanonenkugel mit über 1.000 Turbo-PS. Über den ersten Sieg im Benetton-BMW. Und natürlich über den Wechsel zu Ferrari. Gerhard Berger war der letzte Fahrer, der mit Enzo Ferrari noch einen Vertrag ausgehandelt hat. Was natürlich auch Thema unseres Interviews ist.

Ein großes Kapitel widmen wir Bergers Zeit mit Ayrton Senna bei McLaren. Statt vor dem besten Fahrer seiner Zeit davonzulaufen, stellte sich Berger der Herausforderung. Weil er bis dahin alle Teamkollegen gebügelt hatte, sollte nun Senna sein nächstes „Opfer“ sein. Gerhard Berger erklärt, warum es anders kam und was er von dem charismatischen Brasilianer gelernt hat, was er bei seiner zweiten Karriere bei Ferrari umsetzen konnte.

Michael Schumacher hat sich der Österreicher dann nicht mehr angetan. Berger spricht über die Hintergründe im Detail. Ferrari war keine Option für ihn, weil man ihm Renningenieur Giorgio Ascanelli wegnehmen wollte. Deshalb ging Berger mit seinem Lieblings-Teamkollege Jean Alesi zu Benetton. Wo er 1997 in ein Betriebsklima stieß, das immer eisiger wurde. Dem letzten GP-Sieg 1997 in Hockenheim folgte der Rücktritt. Und die zweite Karriere. Berger erzählt, wie ihm seine Erfahrungen aus dem Cockpit in seinem späteren Leben geholfen haben. Wir haben den zehnfachen GP-Sieger im Büro seiner Spedition in Wörgl getroffen und mit ihm ein Interview ohne die übliche Zensur geführt. Hier ein paar Auszüge daraus:

„Der Jochen Rindt hat alles angeschoben. Es ist bis heute so, dass Österreich im Motorsport eine große Rolle spielt“

„Chassis aus Kohlefaser waren eine Lebensversicherung. Ich hatte bei meinen vielen Unfällen das Riesenglück, dass ich gerade in dieser Zeit in die Formel 1 gekommen bin“

„Wie ich das erste Mal den ATS getestet habe, hat der bei 300 km/h so angeschoben wie mein Formel 3 im ersten Gang“

„Du bist am Ende der Gerade nicht mit 320 angekommen, sondern mit 350. Der Bremspunkt war plötzlich ganmz woanders. Und das alles hast du nicht vorher üben können“

„Auf der Hinfahrt nach Maranello habe ich nicht gewusst, dass ich auf der Heimfahrt einen Ferrari-Vertrag haben würde“

„Senna war der Beste, den es je gegeben hat. Obwohl, ich muss sagen, der Lewis Hamilton kommt ihm schon sehr, sehr nahe“

„Erst nach Imola 1994 hat man angefangen, sich die Rennstrecken anzuschauen und festzstellen wo die gefährlichen Stellen sind und wie man sie entschärfen kann“

„Ich habe mich am Ende bei Benetton nicht mehr wohlgefühlt“

Gerhard Berger: Karriere in Bildern

Gerhard Berger - DTM - 2017
Gerhard Berger - DTM - 2017 Gerhard Berger Gerhard Berger Gerhard Berger 49 Bilder

auto motor und sport feiert das 1.000. Formel-1-Rennen in dieser Saison mit einer großen Serie in 100 Teilen. Wir liefern Ihnen im täglichen Countdown spannende Geschichte und interessante Video-Features aus der Historie der Königsklasse. Alle bisherigen Artikel finden Sie auf unserer >> Übersichtsseite zum großen Jubiläums-Grand-Prix.

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