Vijay Mallya - Force India - 2017 xpb
Force India VJM10 - F1 2017
Force India VJM10 - F1 2017
Force India VJM10 - F1 2017
Force India VJM10 - F1 2017 40 Bilder

Force India-Boss Vijay Mallya im Interview

„Ocon wird alle überraschen“

Force India-Besitzer Vijay Mallya ist ein Paradiesvogel. Der Inder erzählt im Interview, was Force India so stark macht, warum es so schwer ist, Sponsoren zu finden und was wir von Neuzugang Esteban Ocon erwarten können.

Force India ist der Meister der Effizienz. Wo hat das Team das gelernt?

Mallya: Ich gehe in mein zehntes Jahr in der Formel 1. Über all diese Jahre habe ich meinen Leuten immer klar gesagt: Erwartet nicht, dass wir das gleiche Geld haben werden wie Mercedes oder Red Bull. Wir sind Racer und wollen stolz auf unsere Ergebnisse sein. Aber wir haben ein begrenztes Budget und müssen darauf schauen, das Auto in der bestmöglichen Weise auszugeben. Diese Kultur hat sich bei uns verfestigt. Meine Leute klopfen nicht dauernd bei mir an und betteln um mehr Geld. Sie wissen, dass sie es nicht kriegen. So haben wir gelernt mit den Mitteln die wir haben, ein gutes Auto zu bauen. Und es muss gut sein, sonst wären wir nicht Vierter in der WM geworden.

Ist das Force Indias Erfolgsgeheimnis?

Mallya: Wir haben die richtigen Leute mit dem richtigen Talent und der richtigen Motivation. Wann immer es nötig ist, geben wir ihnen bessere Werkzeuge, um noch besser abzuschneiden. Zum Beispiel der Toyota-Windkanal in Köln. Der kostet uns drei Millionen Euro mehr als unsere eigene Anlage. Aber geben dieses Geld aus, weil wir wissen, dass es sich lohnt. Und das Ergebnis lag sofort auf dem Tisch. Ein anderes Beispiel ist das Upgrade unseres Simulators. Er ist jetzt einer der besten im ganzen Feld. Oder unser neuer Siebenstempel-Fahrwerksprüfstand. Auch der zahlt sich für uns schon aus. Wir investieren am richtigen Platz. Wenn du die Ingenieure nicht disziplinierst, wollen sie alles. Unsere Ingenieure sind präzise wie Ärzte. Sie wissen ganz genau, was ihnen gut tut.

Müssen die Ingenieure jeden Wunsch bei Ihnen genau begründen?

Mallya: Wir haben regelmäßige Management-Meetings. Ich will immer alle Zahlen sehen und wissen, was es bringt. Jeder Dollar den wir ausgeben, muss einen Grund haben.

Force India VJM10 - F1 2017
sutton-images.com
Der neue Force India zeigt viele innovative Ideen.

Zählt Platz 4 für Force India wie Platz 1 für Mercedes?

Mallya: Der Spruch kommt nicht von mir. Für das Geld, das wir ausgeben, müssten wir Weltmeister sein. Doch damit bin ich nicht zufrieden. Ich will jedes Jahr besser werden. Deshalb will ich in diesem Jahr einen der großen Drei angreifen.

Ist das nicht zu verwegen gegen Teams, die drei Mal so viel Geld ausgeben wie Sie?

Mallya: Schauen Sie sich Williams an. Die haben nicht viel mehr Geld als wir. Haben die vor zwei Jahren nicht Ferrari geschlagen? Warum sollen wir das nicht auch können?

Sind die neuen Regeln eine Chance für Sie oder ein Geschenk an die reichen Teams?

Mallya: Es ist zunächst einmal eine Chance für alle. Ich glaube nicht, dass einer Mercedes einholt. Die waren einfach zu weit vorne. Aber alle müssen ein brandneues Auto bauen. Das schließt die Möglichkeit ein, Fehler zu machen.

Wenn Sie 20 Millionen Dollar mehr in der Kasse hätten. Für was würden sie das Geld ausgeben?

Mallya: Wir würden es sicher nicht wie die großen Teams für Trial and Error ausgeben. Sie probieren das, und es funktioniert. Und etwas anderes, das nicht funktioniert. Macht nichts, denn das Geld ist ja da. Wir haben diesen Luxus nicht. Wir müssen planen, bevor wir Geld ausgeben. Mit 20 Millionen mehr würde ich mein Team fragen: Was sind die neuesten Werkzeuge und Technologien auf dem Markt, die uns wirklich weiterbringen können, um ein besseres Auto zu bauen?

Mit dem vierten Platz werden Force India-Mitarbeiter attraktiv für die Konkurrenz. Wie halten Sie ihre Leute an Bord?

Mallya: Da ist die Loyalität dem Team gegenüber, die Leidenschaft, ein guter Teamgeist. Unsere Leute wissen, wo sie hingehören. Manchmal ist es besser ein großer Fisch in einem kleinen Teich zu sein als ein kleiner Fisch in einem großen Gewässer. Wir schauen nach unseren Leuten, damit sie sich wohl fühlen. Geld ist nicht alles. Wir haben immer noch Leute an Bord, die schon 1991 mit Jordan angefangen haben.

Sie haben drei neue Sponsoren, aber trotz der Erfolge noch nichts Großes. Warum ist es so schwer Geld zu finden?

Mallya: Wenn der Boss der Formel 1 öffentlich sagt, dass die Formel 1 Mist ist, was erwarten Sie dann? Ich habe deshalb zu Bernie vor zwei Jahren gesagt. Wenn die Formel 1 wirklich Mist ist, dann musst du diesen Mist beiseite schaffen. Welcher Sponsor will in ein Geschäft einsteigen, das sich selbst schlecht redet? Bernie hat durch seine Kommentare viele Sponsoren vertrieben, und die, die noch kommen wollten, hat er für die Rechteinhaber abgezogen. Die FOM und die Teams standen im Wettbewerb um die Sponsoren. Liberty Media scheint einen anderen Ansatz zu haben. Mal schauen, was sich ändert.

Was erwarten Sie von den neuen Besitzern der Formel 1?

Mallya: Sie wissen ganz klar, dass der Sport attraktiver werden muss, um mehr Zuschauer und Fans anzulocken. Wenn Sie sagen, dass jedes Rennen ein Superbowl sein soll, dann müssen sie auch jedes Rennen dazu machen. Im Moment ist das nicht der Fall. Das verlangt Investitionen und neue Wege des Marketings. Ich glaube, dass sie auf dem Gebiet der sozialen Netzwerke einen guten Plan haben, den Sport besser zu vermarkten.

Esteban Ocon - Force India - 2017
xpb
Wird Esteban Ocon der große Durchstarter 2017?

Sie konnten bis jetzt immer der Versuchung widerstehen, Paydriver einzustellen. Was spricht dagegen, das Geld eines Bezahlfahrers dafür zu investieren, das Auto schneller zu machen?

Mallya: Sie bauen vielleicht ein schnelleres Auto, aber die Bezahlfahrer können es nicht nutzen. Du schießt dir damit nur selbst ins Knie. Es wäre verschwendetes Geld.

Kann Esteban Ocon Nico Hülkenberg ersetzen?

Mallya: Glauben Sie mir: Der Junge wird alle überraschen. Er hat uns beeindruckt, als er unser Auto vor zwei Jahren getestet hat. Er hat uns beeindruckt, als er bei uns im Simulator gefahren ist. Er ist talentiert und demütig. Er will lernen. Wir haben ein Team mit sehr guten Lehrern. Sie bilden unsere Fahrer perfekt aus. Nico Hülkenberg ist ein gutes Beispiel. Als Nico zu uns kam, hat er nur die Reifen zerstört. Als er ging, war er exzellent im Reifenmanagement. Unsere Leute sind sehr zuversichtlich, mit Ocon ins Schwarze getroffen zu haben.

Motorsport Aktuell Force India VJM10 - F1 2017 Force India VJM10 für 2017 Die Geheimnisse des Force India

Force India VJM10 heißt der neue Dienstwagen von Sergio Perez und Esteban...

Mehr zum Thema Force India
Pierre Gasly - Toro Rosso - GP Belgien 2019 - Spa-Francorchamps
Aktuell
Racing Point - Formel 1 - GP England 2019
Aktuell
Ferrari - GP England - Silverstone - Donnerstag - 11.07.2019
Aktuell