Villeneuve unter Druck

Foto: Daniel Reinhard

Peter Sauber ist mit den Leistungen von Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve unzufrieden. Von einem vorzeitigen Rausschmiss will der Schweizer bisher nichts wissen, doch hinter den Kulissen laufen sich schon erste Ersatzspieler warm.

"Weder das Team noch ich waren mit dem Ergebnis in Australien zufrieden", sagt Peter Sauber. Deutlicher will sich der Arbeitgeber von Jacques Villeneuve zur Zeit nicht äußern. Während die Schweizer Boulevard-Zeitung "Blick" schon höhnisch fragt, ob der Ex-Weltmeister tatsächlich 19 Versuche bekommt, um mit dem Sauber C24 klar zu kommen, will das englische Fachmagazin "Autosport" bereits wissen, dass Sauber mit BAR-Testfahrer Anthony Davidson als möglichem Ersatz Kontakt aufgenommen habe.

Peter Sauber will davon nichts wissen: "Es wäre unsinnig eine solche Entscheidung nach einem zudem ziemlich außergewöhnlichen Rennen wie in Melbourne zu fällen." Doch diese Aussage lässt zumindest einen Schluss zu: Die Uhr tickt.

Probleme beim Bremsen

Jacques Villeneuve ist seit seiner Unterschrift bei Sauber im vergangenen Herbst nie richtig in Tritt gekommen. Teamkollege Felipe Massa, gegen den Ex-Champion ein Greenhorn, ließ den erfahrenen Kanadier bei den Testfahrten ebenso alt aussehen wie in Melbourne. Eine Sekunde fehlte Villeneuve auf Massa. Lediglich das Wetterglück im Qualifying spülte ihn auf Platz vier nach vorn. Im Rennen rutschte er auf Platz 13 ab. Der als 18. gestartete Massa wurde immerhin noch Zehnter.

Villeneuve hat Probleme mit seinem Fahrstil. Vor allem seine progressive Bremstechnik ist bei den aktuellen Autos fehl am Platz. Andere bremsen härter, doch ausgerechnet bei Villeneuve stehen häufig die Vorderräder.

Sauber: Mehr Gas geben

Der Kanadier fordert mehr Zuspruch: "Es muss eine Annäherung auf beiden Seiten geben, das bedeutet: auch von Seiten des Teams." Dagegen hat Sauber seinem Star klar gemacht, dass er nicht in einem Werksteam mit unbegrenztem Budget angestellt ist. Eine speziell auf ihn zugeschnittene Entwicklung könne man nicht betreiben. Stattdessen solle Villeneuve einfach mal Gas geben.

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