Vitaly Petrov zum Duell mit Fernando Alonso

"Ich habe das nicht für Vettel gemacht"

Petrov und Alonso Foto: xpb 36 Bilder

Für seinen ersten Weltmeistertitel benötigte Sebastian Vettel etwas Hilfe in Abu Dhabi. Die kam in Form von Renault-Pilot Vitaly Petrov, der Titelkonkurrent Fernando Alonso 34 Runden lang den Heckflügel zeigte. Zum Dank gab es eine abfällige Geste vom Spanier.

Wie fanden Sie das "nette" Handzeichen von Fernando Alonso in der Auslaufrunde?
Petrov: Ich bin ja nur mein Rennen gefahren. Natürlich habe ich versucht, ihn nicht zu berühren, weil er ja noch um den Titel gekämpft hat. Er hatte aber im ganzen Rennen nur eine einzige Chance zu attackieren und da konnte ich die Tür zumachen. Auf der Strecke hast Du kaum eine Chance zum Überholen. Ich musste eigentlich nur normal fahren.

Er hat Ihnen vorgeworfen, besonders aggressiv gefahren zu sein.
Petrov: Nein, das war einfach nur normal. Ich habe nur meine Position verteidigt. Ich mache es keinem leicht, mich zu überholen. Ich bin ja nicht zum Spaß hier. Das ist unsere Arbeit. Ich möchte diesen Job auch nicht verlieren.

Haben Sie mit ihm gesprochen?
Petrov: Nein, ich glaube es ist nicht ratsam, momentan mit ihm zu sprechen. Wäre ich in seiner Situation, wäre ich sicher auch sauer. Dabei müsste er eigentlich mehr auf sich selbst sauer sein, weil sie etwas mit der Strategie falsch gemacht haben.

War es denn etwas Besonderes für Sie, ihn hinter sich zu halten?
Petrov: Es war relativ einfach, nichts besonderes. Ich glaube auch nicht, dass es an ihm lag, dass er nicht vorbei kam. Da war erstens die Strategie schuld und zweitens die überholfeindliche Strecke.

Haben Sie nach dem Rennen mehr Hoffnung für die Zukunft?
Petrov: Ja, das Wochenende war richtig gut für mich. Wir haben uns immer weiter verbessern können. Und wenn man alles richtig macht, spiegelt sich das auch im Resultat wieder.

Sebastian Vettel hatte ein fettes Dankeschön für Sie. Haben Sie lieber einen Red Bull-Champion als einen Ferrari-Champion?
Petrov: Ich will selber irgendwann Weltmeister werden.

Haben Sie sich nach dem Rennen getroffen?
Petrov: Nein, noch nicht. Aber er muss mir auch nicht dankbar sein. Ich habe das ja nicht für ihn gemacht. Ich wollte Fernando auch nicht das Rennen zerstören. Ich habe nur meinen Job erledigt. Ich hätte vielleicht über Funk fragen sollen, wie viel Vettel mir bezahlen würde. Danach noch Ferrari anfunken, was sie für das Vorbeilassen geben würden. Und dann schauen wir, wer mehr Geld rausrückt. (grinst)

Immerhin ist Vettel bei Red Bull auch mit Renault-Motoren unterwegs.
Petrov: Darüber habe ich gar nicht nachgedacht. Sie sind das Red Bull-Team und die anderen sind Ferrari.

Es gibt Kritik an der Strecke, dass Überholen so schwierig ist.
Petrov: Wir haben viel mehr Reifenverschleiß erwartet. Aber die Strecke ist immer schneller geworden. Wir haben sogar mit zwei Boxenstopps geplant. Ich konnte 50 Runden mit einem Satz fahren. Am Freitag habe ich teilweise noch drei Sekunden pro Runde verloren. Ich bin ein cleveres Rennen gefahren und konnte meine Reifen schonen.

Muss man die Strecke irgendwie verändern?
Petrov: Die Strecke ist ja schon fertig. Da kann man nicht mehr viel machen.

Geld scheint ja genug vorhanden zu sein.
Petrov: Für bessere Überholmöglichkeiten bräuchte man eine schnellere Kurve vor der Geraden. Wenn man zum Beispiel die Haarnadel durch die erste Kurve ersetzen würde, wäre es einfacher zu Überholen.

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